Zwei Nachbarn in "blauer Hand"

Walter Sirch derbelckt vor der zahlreich erschienen Polit-Prominenz. Foto: gau

Schwangau – Traditionell ist seit 30 Jahren der erste Starkbieranstich in Schwangau. Auch heuer hatten sich viele Ehrengäste beim Schneiderhanser im Mitteldorf versammelt, um gutes Bier und deftiges Derblecken zu genießen. Traditionell bekamen dabei alle, Schwangauer und ihre Nachbarn, ihr Fett weg.

Schwangauer haben andere Probleme. Vor allem, seit der Bullachberg in „blauer“ Hand ist. Damit sei aber keineswegs der Hubert Schmid aus Marktoberdorf gemeint, der schon in der Nachbarstadt Füssen das Sagen hat, so Walter Sirch, der heuer zum fünften Mal die Starkbierrede in Schwangau hielt. Vielmehr zielte Sirch in Richtung „blaublütige“ Hand, sei doch die Freifrau von Elmenau quasi von der Fischerliesl zur Schlossherrin geworden. Und damit habe man eben die Probleme, vor allem mit der Umplanung, wo früher die Tiefgarage hin sollte, wird heut‘ der Misthaufen platziert, statt „SMStudio“ wird wieder Landwirtschaft betrieben, es gehe wieder zu den Wurzeln. Da hätte man sich beinahe die Bürgerbegehren sparen können, so Sirch, man hätte nur warten müssen. Aber immerhin, es wird in Schwangau gebaut, im Gegensatz zu Füssen, wie dem Gauvorstand aufgefallen war. Im Altersheim – pardon, hier hatte sich Sirch versprochen – in Füssen hat man dagegen eine neue Strafe für Parksünder am Krankenhaus im Auge: fünf Mal falsch parken und es gebe einen Herzkatheder umsonst. Eine Erklärung für Paul Iacobs Unterstützung des Allgäuer Dorfs hatte Sirch immerhin: nach dem die eine Hälfte der Stadt in den Händen der Wankmillers sei, und die andere in blauer Hand (Hubert Schmid), wolle er so quasi bei Null anfangen, ein Dorf ganz für sich allein zum regieren. Auch wenn er bislang noch gar nicht als Bürgermeister gewählt sei, so Sirch. Dabei verwies der Fastenprediger aber auch auf die guten Erfahrungen mit dem möglichen Investor, der habe immerhin schon den Nürburgring finanziert. Abschließend hatte Sirch aber noch ein Hühnchen mit dem Geschäftsführer der Tegelbergbahn zu rupfen. Schließlich ist Franz Bucher aus der Königscard ausgestiegen (wofür es vom Publikum vor allem Applaus gab). Jetzt, da er, Sirch selbst, vom Landrat die Königscard für sein Engagement bekommen habe, da steige der Bucher aus. Klasse statt Masse sei doch etwas derb, befand der Redner, die Ausladung „hed ma charmanter machen können“. Bei einem Schluck des kräftigen Salvatorbieres, das, wie immer die Paulanerbrauerei spendiert hatte, konnte man anschließend aber vortrefflich über die Denkanstöße Sirchs diskutieren und sinnieren. gau

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