Den Berufsstart erleichtern

Pia Schwarz, stellvertretende Geschäftsführerin Schulewirtschaft Bayern (v.l.), Birgit Cischek, Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft (Landes-AG) Schulewirtschaft Bayern für Schwaben, Hubert Lepperdinger, Mitglied der Landes-AG Schulewirtschaft Bayern für Schwaben, Elisabeth Kirsch, Geschäftsführerin Schulewirtschaft Bayern, und Julia Zimmermann, Deutsches Jugendinstitut, stellen sich den Fragen der Presse. Foto: Knoll

Ideen auszutauschen und neue Impulse für die Arbeit vor Ort zu gewinnen, das hat das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft mit der Regionaltagung Schulewirtschaft Schwaben erreichen wollen. Dafür versammelten sich Vertreter der 16 Arbeitskreise in Schwaben, Schüler und Unternehmensvertreter am Dienstag in der Sparkasse Füssen. Die 80 Erwachsenen und 40 Schüler diskutierten, wie Schülern der Übergang in die Arbeitswelt erleichtert werden kann. „Ungewöhnlich“ war dabei, so Geschäftsführerin Elisabeth Kirsch beim Pressegespräch, dass Unternehmensvertreter mehr als die Hälfte der Teilnehmer ausmachten.

Wie geht es weiter? Diese Frage stellen sich viele Schüler, wenn sie ihren Schulabschluss geschafft haben. Gut, wenn sie dabei von ihrer Familie unterstützt werden. Aber vor allem Jugendliche aus der Unterschicht können darauf nicht setzen, wie Julia Zimmermann vom Deutschen Jugendinstitut im Pressegespräch erklärte. Deshalb ist es wichtig, dass sie schon während ihrer Schulausbildung „an die Hand genommen werden“ und „individuelle Unterstützung“ bei der Berufswahl bekommen, erklärte Hubert Lepperdinger, Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Schulewirtschaft in Bayern für Schwaben. „Vielfalt als Chance – Integration und Offenheit fördern“ unter diesem Titel fand die diesjährige Regionaltagung statt. Damit meint man nicht nur die Vielfalt der Schülerschaft, sondern man will auch auf das vielfältige Angebot in der Berufswelt hinweisen, erklärte Lepperdinger. Früher war das Angebot „überschaubar“, heute stehen den Jugendlichen viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung. Deshalb stellt die Arbeitswelt an die Schüler aber auch viele Anforderungen und der Druck richtige Entscheidungen zu treffen sei hoch, meinte Zimmermann. „Arbeit zu den Menschen bringen” Da ein Jugendlicher sich aber nur „für etwas entscheiden kann, was er auch kennt“, muss er durch viele Praktika in Unternehmen hineinschnuppern können, meint Katja Hessel, Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft. Viele Weltmarktführer „verstecken“ sich in ländlichen Regionen. Deshalb sei es wichtig die „Arbeit zu den Menschen“ zu bringen und den Jugendlichen so aufzuzeigen, wo sie vor Ort Chancen auf eine Ausbildung haben, meint Hessel. Hilfe finden sie beispielsweise bei der Online-Praktikumsbörse www.sprungbrett-bayern.de, die Kirsch und ihre Stellvertreterin Pia Schwarz vorstellten. Außerdem gibt es seit 2011 sogenannte „SeniorConsultants“. Das sind Senioren, die mit ihren Erfahrungen die regionalen Arbeitskreise unterstützen wollen. 100 solcher Arbeitskreise gibt es in Bayern. Hier engagieren sich ehrenamtlich Lehrer und Vertreter aus Unternehmen, um eine Brücke zwischen Wirtschaft und Schule zu schlagen. Wenn Schüler wissen, was sie können und was sie wollen, profitieren Unternehmen von einer soliden Berufsorientierung, meinte Birgit Cischek, Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Schulewirtschaft Bayern für Schwaben und Vorstandsvorsitzende Stadtsparkasse Aichach. So erhalten sie ihre Fachkräfte und wissen bei der Ausbildung, welche Kenntnisse sie voraussetzen können. Im Arbeitskreis Füssen setzt man auf persönliche Kontakte zu den Unternehmen, wie der Vorsitzende der Schulseite, Elmar Schmitt, und der Vorsitzende der Wirtschaftsseite, Stefan Howarth, erklärt. Über die Verbände, wie beispielsweise den Bund der Selbstständigen und die Kreishand- werkerschaft baue der Arbeitskreis die Kontakte auf. Projekte in Füssen Dass die Unternehmen ein großes Interesse an einer Vernetzung mit allen Schulen haben, sehe man an der Berufsorientierungsmesse, erklärte Howarth. Die werde jedes Jahr „immer größer“. Zu weiteren Projekten zählt beispielsweise der Berufswahlpass, den der Arbeitskreis unter Schmitt entwickelt hat. In ihm listen die Schüler ihre Projekte, Praktika und außerschulische Aktivitäten auf. Den können sie dann im Bewerbungsgespräch vorlegen. Damit auch Lehrer Einblicke in einzelne Berufe bekommen und sie mit ihren Schülern diskutieren können, haben sie beispielsweise schon bei Deckel Maho, im Krankenhaus und in die Gastronomie hineingeschnuppert. Alle Schularten werden gleich behandelt, betont Howarth. Aber während sie bei den Mittelschulen schon viel gemacht hätten, haben sie bei den Gymnasien noch Nachholbedarf bei der Berufsorientierung.

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