Besondere Tradition

Beim Buchinger Viehmarkt werden die Moarkalb mit Blumen geschmückt. Foto: prs

„Schlag ein“ hieß es am vergangenen Montag für die Landwirte Franz Bürger aus Wertingen und Mathias Linder aus Buching, die sich seit 25 Jahren kennen und auf ganz traditionelle Weise ihren Kaufvertrag besiegelten. Diese Besonderheit findet sich nur auf dem Buchinger Viehmarkt, denn hier wird seit der Viehmarktordnung von 1885 das Vieh nicht geschieden, sondern verkauft. Die kräftigen Moarkalbl, also trächtige Rinder, wurden am Vormittag mit frischen Blumen geschmückt, und unter Begleitung der örtlichen Blasmusik zum Festplatz geführt und dort zum Verkauf angeboten.

Auch in diesem Jahr fanden sich trotz heftigen Regens wieder viele Besucher ein, die das Heimkommen der Sommerfrischler begleiteten. Für die Hirten ist es schwere Arbeit, die oft sehr unruhigen Tiere durchs Dorf zu führen bis zum Platz am Zelt, wo sie dann beliebtes Fotomotiv sind. Viele helfende Hände sind hier nötig, die zum reibungslosen Ablauf des Geschehens beitragen. Hirt Thomas Singer ist einer, der an diesem Tag viele Fragen beantworten muss, denn die Schumpen der einheimischen Bauern, die sich nach deren Befinden erkundigen, befinden sich noch oben am Wankerfleck. Stolz ist die Familie Singer darauf, dass sie seit 1981 als Alphirten auf der „Elpe Ebene“ im Buchenberg das Vieh betreut. Die 32 Moarkalbl, die sich blumengeschmückt auf der großen Wiese beim Festzelt präsentierten, ließen dies recht gelassen über sich ergehen. Die anderen Tiere sind noch für zirka weitere drei Wochen auf der Alp geblieben. „Halt bis es schneit“, erklärt Alpmeister Martin Ott, der sich ebenso zufrieden über den vergangenen Sommer äußert. Großer Krämermarkt Gewachsen ist in den letzten vierzig Jahren nicht nur das Zelt, das einmal ein kleines rundes Zirkuszelt war, sondern auch der Krämermarkt, auf dem so manches Nützliche und Schöne für Haus und Stall erworben werden konnte. Bei dem Anblick des ersten Schnees auf den Bergen verzeichneten die Händler mit Fellen und warmem Tuch eine gute Resonanz. Wander- und Trachtenschuhe, Hüte, Gewürze, Blumengestecke und Anstecknadeln, aber auch landwirtschaftliche Geräte und vieles mehr wurden angeboten. Die Musikkapelle sorgte den ganzen Montag über für gute Laune und Albert Sepp von Schwangau unterhielt die Festzeltbesucher mit Witzle und Gedichten.

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