"Bis Belgrad ist bezahlt"

Ein zünftiges Weißwurstfrühstück am Tag der Abfahrt: Heinz Allgaier aus Nesselwang ist am 2. Mai zu einer zweijährigen Weltrundfahrt per Fahrrad aufgebrochen.

Von Pfronten-Kappel nach Nesselwang-Wank zu fahren, ist an sich keine große Sache – ein Kilometer Bundesstraße, und man ist da. Man kann natürlich, wenn man viel Zeit und Abenteuerlust aufbringt, in die verkehrte Richtung starten und dann einmal um die Welt fahren, um dort anzukommen. Heinz Allgaier aus Wank hat sich auf diesen Umweg eingelassen. Am Montag ist er von Kappel aufgebrochen, in zwei Jahren möchte er wieder zuhause ankommen. Bis dahin will er 58000 Kilometer radeln. Hinter der Riesen-Radtour stehen ein Lebenstraum und ein guter Zweck.

„Ich bin total entspannt, habe super geschlafen“ erklärte Allgaier am Montagmorgen gegenüber dem KREISBOTE, als er kurz vor dem Start vor dem Café Keller auf einer Bierbank saß. Während er erzählt muss er immer wieder Hände schütteln, Umarmungen verteilen, sich auf die Schulter klopfen lassen. Viele Freunde und Arbeitskollegen waren zu seinem Abschiedsfrühstück gekommen, mit Transparenten und Fotoapparaten. Die Alphorngruppe Eisenberg und die Jagdhorngruppe des Reitervereins Nesselwang spielten auf. Der 47-jährige hat sich viel vorgenommen. Von Nesselwang über Istanbul und den Sudan nach Kapstadt, dann von Patagonien bis hinauf nach Alaska und zuletzt von Singapur über die Seidenstraße zurück ins Ostallgäu geht seine Route – unter Vorbehalt. Für Syrien hat er beispielsweise kein Visum bekommen, auch der geplante Abstecher in den Irak wird wohl nicht klappen. „Die Kilometerzahl bleibt“, verspricht Allgaier, zur Not macht er eben in Asien noch irgendwo eine Extra-Runde. Die Zwei-Jahres-Tour macht Allgaier jedoch nicht nur für sich, sondern auch für Kinder in Südafrika, die an Kinderlähmung leiden. Er unterstützt ein Projekt der Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica. Dafür sammelt er Sponsorengelder, einen Euro pro gefahrenem Kilometer. Sein Arbeitgeber, Endress & Hauser, ging mit gutem Beispiel voran und spendete die ersten 1000 Euro. „Bis Belgrad ist bezahlt“, schmunzelte der Weltumradler. „Die Chance einen Lebenstraum mit einer guten Sache zu verbinden bekommt man vielleicht nur einmal im Leben“, meinte Frank Walle von Endreß & Hauser.

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