Vertreter der Allgäuer Wirtschaft treffen sich zum IHK-Erntedank-Empfang bei Primavera

Lob für Firmenphilosophie

+
Markus Brehm, Vorsitzender IHK-Regionalversammlung Kempten-Oberallgäu, (v.l.) überreicht die Urkunde zum 30-jährigen Firmenjubiläum Kurt Ludwig Nübling, Gründer von Primavera, Ute Leube, Gründerin von Primavera, und Titus Kaufmann, Geschäftsführer Primavera.

Oy-Mittelberg – Wie ein Who-is-Who der Allgäuer Wirtschaft liest sich die Gästeliste des Erntedank-Empfangs der Industrie- und Handeslkammer (IHK) Kempten-Oberallgäu und IHK Kaufbeuren-Ostallgäu bei Primavera, dem Hersteller für Naturkosmetik in Oy.

Die beiden Vorsitzenden der Regionalversammlungen, Gerhard Schlichtherle und Markus Brehm, begrüßten neben den Wirtschaftsvertretern auch Gäste aus der Politik, aus Bildungseinrichtungen und Behörden. Unter den Gästen war auch eine Delegation der iranischen Handelskammer aus der Region Arak. Den Festvortrag hielt der promovierte Islamwissenschaftler Dr. Guido Steinberg.

Bei einer Betriebsführung lernten die Gäste die Arbeitsweise des Unternehmens Primavera, das Produktsortiment und auch die besondere Bauweise des Betriebsgebäudes kennen. Die Firma in der Oberallgäuer Gemeinde Oy, die heuer ihr 30-jähriges Jubiläum feierte, ist Hersteller von Naturkosmetika und Duftölen.

Das Betriebsgebäude ist nach der Lehre des Feng-Shui errichtet – der Firmengründer Kurt Ludwig Nübling ist Meister der chinesischen Harmonielehre. Zudem ist das Gebäude nach ökologischen Grundprinzipien gebaut und produziert die Energie, die es verbraucht, größtenteils selbst.

Markus Brehm (IHK Kempten-Oberallgäu) dankte den Gastgebern und lobte sie für ihre Firmenphilosophie, „ökologisch und im Einklang mit Mensch und Natur“. Er überreichte Ute Leube und Kurt Ludwig Nübling, den beiden Firmengründern und dem derzeitigen Geschäftsführer Titus Kaufmann die Jubiläumsurkunde der IHK Schwaben anlässlich ihres Firmenjubiläums. „In Bhutan wird das Bruttonational-Glück gemessen“, so Nübling, der erst vor wenigen Tagen aus dem kleinen Land im Himalaya gekommen war, wo einige Partner von Primavera ansässig sind. „Vielleicht sollten wir das Bruttonational-Glück auch für uns übernehmen“ schlug Nübling schmunzelnd vor.

Beziehungen ausbauen

Vor zehn Jahren wurden umfassende, vor allem wirtschaftliche Sanktionen gegen den Iran aufgrund seines Atomwaffen-Programms von der EU und den USA beschlossen. Nach dem Einlenke der iranischen Staatsregierung wurden diese vor kurzem aufgehoben. „Bis zum Beginn der Sanktionen unterhielten mehr als 300 Unternehmen wirtschaftliche Beziehungen in den Iran. Bis zum Ende der Sanktionen waren es nur noch 12“, so Brehm.

Er begrüßte die mehrköpfige iranische Delegation aus Arak. Ziel des Besuchs sei der Ausbau der Beziehungen und die Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten im Bereich Umwelt und Wirtschaft. „Die Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft ist wichtig für die Allgäuer Wirtschaft“, so Brehm.

Er betonte, wie notwendig es sei, junge Flüchtlinge in die Betriebe zu integrieren – aber die bürokratischen Hürden hierfür seien enorm hoch. Für die Integration war heuer die IHK-Sommerakademie in Martinszell ein Erfolg, sagte Brehm. Hier versuchte die IHK junge Flüchtlinge für das Hotel- und Gastronomiefach zu begeistern.

Brehm bat auch die anwesenden Vertreter der Allgäuer Firmen Praktikumsplätze für junge Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen und diese dann auch den beiden Regionalgeschäftsstellen zu melden.

Bilden, bündeln, beraten

Dr. Andreas Kopton, der vor acht Jahren das Amt des Präsidenten der IHK Schwaben übernommen hatte, hob in seiner Festrede die Aufgaben der IHK Schwaben hervor. „Die Aufgaben lassen sich zusammenfassen in drei B‘s - bilden, bündeln und beraten. Wobei mir vor allem das Thema ‚beraten‘ am Herzen liegt“. Die IHK sei Ansprechpartner, wenn es um die Ausstellung von Exportdokumenten geht und auch die Schulung von Firmenmitarbeitern im Zollwesen.

Sie begleitet Unternehmen mit fachkundigem Personal in bestimmte Regionen wie etwa China, um sprachliche und bürokratische Hürden zu bewältigen. Aber auch für den Transfer in umgekehrter Richtung sei die Industrie- und Handelskammer Ansprechpartner. Ebenso wie für andere Regionen wie die USA, die Mittelmeer-Region, den Iran und andere europäische Staaten sei sie beratend und unterstützend tätig.

Büro in Großbritannien?

„Wir überlegen uns ernsthaft, ob wir nicht in Großbritannien ein Büro eröffnen sollen, für Firmen die von dort weg und zu uns kommen wollen“, so Kopton zum anstehenden Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union, dem Brexit. „Unser Eindruck ist, das die EU keine Ahnung hat, was da dann passiert“. Die IHK will aber auch Brücken in die Ukraine und Russland bauen und Firmen, die wirtschaftliche Beziehungen in diese Region haben oder anstreben, unterstützen. „Die IHK bietet vieles an. Nutzen sie es“, forderte der IHK-Präsident die Vertreter der Allgäuer Unternehmen auf.

hoe

 

Meistgelesene Artikel

KU braucht neuen Klinik-Chef

Kaufbeuren/Ostallgäu – Dr. Philipp Ostwald, Chef der Ostallgäuer Krankenhäuser, wird seinen Vertrag mit dem Kommunalunternehmen (KU) nicht …
KU braucht neuen Klinik-Chef

Aller guten Dinge sind drei

Füssen – Im dritten Anlauf hat sich der Stadtrat auf den Bau eines neuen Kindergartens in der Dr.-Enzinger-Straße geeinigt. Bei drei Gegenstimmen …
Aller guten Dinge sind drei

Proben für den Ernstfall

Pfronten – Weihnachten rückt näher und damit auch die Hauptsaison für die Skigebiete. Doch wenn sich viele Skifahrer und Snowboarder auf den Pisten …
Proben für den Ernstfall

Kommentare