Brunner Bürger wehren sich

Wie auch in Horn regt sich im Schwangauer Ortsteil Brunnen Widerstand gegen gewaltige Hotelerweiterungen. Die Bürger fühlen sich durch die Verwaltung übergangen. Auch in der jüngsten Sitzung war der geplante Hotelerweiterungsbau Huberhof Thema. „Das Hotel wird dadurch nicht kleiner, kürzer oder niedriger. Die Planung wird nur einwendungs-resistenter“. So kommentierte der Schwangauer Gemeindrat Robert Berchtold den Vorschlag des Architekten Gerhard Abt zur bisherigen Bauleitplanung B2 Brunnen-Ost. Mit zehn zu sechs Stimmen nahm der Rat aber die Vorschläge Abts an.

Wie ein Querriegel liegt der geplante Hotelkomplex in Brunnen im Ort und teilt den dörflichen Ortsteil Schwangaus. Genau da liegt auch die Krux der Planung, die vor allem die Nachbarn ablehnen. Brunnen ist als so genanntes Mischgebiet Dorf (MD) beschrieben, das heißt, dass vor allem kleine Betriebe und Landwirtschaft neben Wohnbebauung liegen. Man sollte das bisherige Verfahren hier stilllegen, so der Vorschlag des Planers Gerhard Abt und eine nochmalige Bürgeranhörung vornehmen. Abt hatte die Pläne dahingehend modifiziert, dass der Bereich des Hotels zu einem qualifizierten Mischgebiet Dorf würde. Weiterhin hatte der Planer die Bebauungsgrenze eng an die Häuser herangelegt. So könnte einem wilden Bauen vorgebeugt werden und verhindert werden, dass eine stille Gebietsumwandlung ohne Landwirtschaft vonstatten gehe. Allerdings ist mit den Vorschlägen Abts nur noch eine privilegierte Bebauung (durch die Landwirtschaft) möglich. Allerdings konnten die Räte den Ausführungen Abts nicht zur Gänze folgen, für Robert Berchtold war der „Hauptzweck der Vorschläge in allen seinen Verästelungen“, nicht beurteilbar, weshalb er ihnen nicht zustimmen könne, so Berchtold. Abt hatte vorgeschlagen, zunächst den Bebauungsplan umzubenennen, damit nur noch der Ortskern von Brunnen beteiligt wäre. Danach sollten die Bürger hinzugezogen werden, anschließend in einer öffentlichen Auslegung die Träger öffentlicher Belange. Bei dieser Variante bestünde die größtmögliche Sicherheit für die Landwirtschaft, erklärte Abt auf Nachfrage, würde aber andere Bauwerber nicht schlechter stellen. In der Komplexizität der Ausführungen Abts verweigerten dann sechs Räte ihre Zustimmung. Trotzdem soll es nun abermals zur Bürgerbeteiligung kommen, wobei die Nachbarn, viele von ihnen waren zur Ratssitzung gekommen, durch Unmutsbezeugungen erkennen ließen, dass sie mit dem Bauvorhaben nach wie vor nicht einverstanden sind.

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