Schwangauer glauben nicht mehr an gemeinsame Umgehungsstraße

"Das Thema ist tot!"

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Die Gemeinde Schwangau hat ein Verkehrsproblem. An eine gemeinsame Lösung mit der Stadt Füssen glaubt indes wohl kaum noch jemand.

Schwangau – Eine gemeinsame Lösung für das Verkehrsproblem in Füssen und Schwangau ist wohl vom Tisch. Bei der Schwangauer Bürgerversammlung gaben die stellvertretenden Bürgermeister am Dienstagabend Auskunft zum Stand der Dinge. Und regten eine eigene Diskussion im Dorf an.

Es war einer jener wenigen Fragen, bei denen Bürgermeister Stefan Rinke dann doch passen musste. Es ging um den Verkehr, genauer gesagt, eine Lösung für das Verkehrsproblem, das vor allem die Stadt Füssen mit dem – wie sie meint – Zubringerverkehr nach Hohenschwangau hat. 

Allerhand Lösungsvorschläge dazu gab es im Laufe der Jahre schon. Einer, der in der letzten Bürgerversammlung diskutiert worden war, sah einen Tunnel unter dem Forggensee nach Brunnen vor. Am meisten amüsierte dabei, dass zwar der Tunnel, aber keine Ausfahrt dafür geplant war. Nun also fragte ein Schwangauer Bürger nach dem aktuellen Stand der Dinge. Womit Bürgermeister Rinke „von seinem Joker Gebrauch machte“ und an seine beiden Stellvertreter Peter Helmer und Johann Stöger übergab, die sich noch mehr mit dem Thema befasst hatten. 

„Also das Thema ist meiner Meinung nach tot“, begann Peter Helmer. Zumindest auf Schwangauer Flur. Was die Füs-sener planten, das könne man ja nachlesen, sei wohl eine eigene Umgehung auf Füssener Grund. Wie die aussehen kann oder soll, könne man noch nicht sagen, so Helmer. „Aber eine gemeinsame Umgehung Füssen-Schwangau, ich glaube, dass die gestorben ist“. Und ob Schwangau eine eigene Umgehung brauche, stehe wohl noch in der Zukunft. Dazu könne man heute noch nicht viel sagen, so Helmer weiter. 

Angespannte Situation 

Was Johann Stöger so aber nicht ganz stehen lassen wollte. „Wir müssen uns in Schwangau schon Gedanken machen wegen des Verkehrs“. Egal ob man als Fußgänger unterwegs sei, mit dem Rad oder im Auto – die Situation werde immer schlimmer. Man brauche vier, fünf Minuten um die Bundesstraße zu überqueren. Und gerade neulich sei er durch den Ort gefahren, alle Ampeln auf rot. Insbesondere im Hinblick auf den Schwerlastverkehr in Schwangau sollte man sich Gedanken machen, so Stöger, wofür er vom Publikum Applaus bekam. 

Wenn das so weitergehe, sei es fraglich, ob man den Status Luftkurort behalten könne. Schwangau könne die Stadt Füssen bei dem Thema unterstützen, so Stöger. „Aber wir müssen uns in Schwangau selber Gedanken machen, was ist zu verbessern, was können wir tun“. Insbesondere in Mühlberg sei das Problem offensichtlich. Mittlerweile hätten auch viele Familien zwei, drei oder gar noch mehr Autos.

Oliver Sommer

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