Bahnhofsneubau: Busbahnhof und Freybergpark sorgen für Diskussionen

Nur die halbe Wahrheit

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Großes Interesse: Knapp 100 Zuhörer drängen sich am Dienstagabend in den Sitzungsaal des Rathauses. Auf eine endgültige Entscheidung warten sie allerdings vergebens.

Füssen – Es waren nicht nur Bedenken wegen der Außengestaltung des geplanten Bahnhofs, die einige Stadträte am vergangenen Dienstagabend umtrieb und schließlich dazu führte, dass doch noch keine endgültige Entscheidung über den Bauantrag der Firma Hubert Schmid getroffen wurde.

Auch die Frage, inwieweit der Neubau und dessen Parkplätze den Busbetrieb und den Freyberg-Park betreffen, sorgte für Diskussionsstoff. Vor allem Dr. Martin Metzger (BfF) befürchtete, dass die geplanten Kurzzeitparkplätze künftig den Busverkehr am Bahnhof behindern werden. „Kann es nicht passieren, dass wir uns damit selbst ins Knie schießen?“, fragte er. „Wir bekommen dort das völlige Chaos für den Busverkehr.“ 

Auch Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU) wies auf mögliche Problematiken zwischen den Kurzzeitparkplätzen und dem Busbetrieb hin. Nach Rücksprache mit dem Landratsamt komme er zu dem Schluss: „Es darf keine Vermischung zwischen privaten und öffentlichen Parkplätzen geben!“ Ansonsten könnten Fördermittel gestrichen werden, gab er zu bedenken. Auf den angedachten Umbau des Busbahnhofs anspielend, forderte Böhm: „Wir sollten im Verbund nachdenken.“ 

Das sei nicht der Fall, versuchte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die Bedenken zu zerstreuen. „Wir tangieren den öffentlichen Busverkehr überhaupt nicht“, betonte Iacob. Außerdem sollten die Kurzzeitparkplätze nicht im öffentlichen Raum gebaut werden, erklärte er. Darüber hinaus habe es bereits dahingehende Gespräche mit dem Landratsamt und der Regierung von Schwaben gegeben, so Iacob weiter. Etwa neun Busse könnten demzufolge im Umfeld des neuen Bahnhofs untergebracht werden. „Detailpläne gibt es aber noch nicht.“ 

Zurückrudern musste der Rathauschef dagegen beim Thema Freybergpark. Thomas Schäfer, Planer des Bahnhofneubaus bei der Firma Hubert Schmid, hatte bei der Vorstellung der Pläne beteuert, dass der Park durch den Neubau nicht betroffen werde (der Kreisbote berichtete). Iacob wiederholte dies am Dienstagabend: „Der Bahnhof tangiert den Freybergpark nicht“, betonte er. Das ist, wie auf Nachfrage aus dem Gremium schließlich deutlich wurde, aber anscheinend wohl nur die halbe Wahrheit. Denn wegen des neuen Gebäudes wird insgesamt mehr Platz in diesem Bereich benötigt, sodass Parkplätze und Busbahnhof weiter Richtung Park rücken und somit in den Freybergpark.

 Das hatte Iacob aber im November in der Bürgerversammlung bereits bekannt gegeben. In der Sitzung kam diese formelle Spitzfindigkeit allerdings nicht gut an. Die Zuhörer reagierten mit Hohngelächter auf Iacobs Erklärung.

Matthias Matz

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