100 regionale Aussteller präsentieren sich bei der dritten Wirtschaftsmeile Außerfern

Ein Schaufenster der Wirtschaft

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Nachwuchshandwerker haben am Wochenende die Gelegenheit, sich auf der „Erlebniswelt Baustelle“ so richtig auszutoben.

Reutte – Das Schaufenster der Außerferner Wirtschaft war am Wochenende bei der 3. Wirtschaftsmeile weit geöffnet: Knapp 100 Aussteller zeigten in zwei Festzelten und auf dem Freigelände, was der Handel, das Handwerk und die Gastronomie im Außerfern, aber auch aus dem angrenzenden Allgäu, zu leisten im Stande sind.

Wolfgang Winkler als Obmann des Werbe- und Ausstellungsvereins Reuttener Bezirksmesse konnte neben Ausstellungsvertretern Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, wie den Tiroler Landesrat Johannes Tratter, willkommen heißen. Winkler betonte, dass die Messe mehr als eine Präsentationsgelegenheit darstelle, nämlich ein Forum des Einkaufs, der Information und der Kommunikation zwischen Wirtschaft und Verbrauchern.

Dass sich der Messeverein wieder für den Standort im Zentrum des Bezirkshauptortes ausgesprochen hatte, war letztendlich auch der erfolgreichen Veranstaltung vor zwei Jahren zuzuschreiben. Um auch für die Jugend einen Anreiz für die Außerferner Wirtschaftsmeile zu schaffen, konnten sich die Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule und des Gymnasiums mit den verschiedensten Berufen auf der „Berufsorientierungsmeile“ vertraut machen.

Die kleinsten Besucher zwischen sechs und zwölf Jahren hatten die Möglichkeit, verschiedene Bauberufe auszuprobieren. Sie konnten selbst Hand anlegen und planen, messen, mauern, pflastern oder zimmern. Modeschauen, Blutspendeaktion, eine „Golf-Sonderpräsentation“ und nicht zuletzt der Bummelzug durchs Messegelände waren nur einige Zuckerl im Rahmenprogramm.

 WK-Obmann Christian Strigl betonte, dass auch der Branchenmix einen erheblichen Teil des erfolgreichen Wirtschaftsstandorts Außerfern ausmache. Dies beweise die diesjährige Leistungsschau in Reutte mit ihren eindrucksvollen Präsentationen.

Kritik von Oberer

 Für Reuttes Bürgermeister Alois Oberer verstärkte die Messe die Anstrengungen, das von der Marktgemeinde verfolgte Schwerpunktthema „Zentrumsbelebung“ voranzubringen. Zu diversen Themen nahm er differenziert Stellung: „Wir haben im Bezirk gute Wirtschaftsdaten und eine geringe Arbeitslosigkeit, aber es gibt veränderte Rahmenbedingungen mit denen sich auseinanderzusetzen ist.“ In erster Linie meinte er die zunehmende Bürokratie und den „Auflagenwahnsinn“, mit d

enen die Betriebe aber auch Gemeinden und Bevölkerung immer mehr zu kämpfen hätten. Allergenverordnung, Registrierkassenpflicht „bis hin zum Schwachsinn“, realitätsfremde Gesetzgebungen würden Ressourcen binden, die in erster Linie „nur“ zur Absicherung dienen. „Hier vermisse ich neben der verständlichen Sprache oft auch jeglichen Hausverstand und Realitätsbezug“, monierte er und fügte hinzu: „Was wir in Österreich und in Europa mit der Verbürokratisierung aufführen, ist mittlerweile investitionshemmend und gefährdet Arbeitsplätze.“

Weiter forderte er mehr Selbstbewusstsein nach außen: „Obwohl wir eine sehr hohe Wirtschaftskraft haben, in einer wunderschönen Gegend leben und auch infrastrukturell viel zu bieten haben, werden wir insbesondere innertirolerisch teilweise immer noch als Exoten und Entwicklungsbereich gesehen“, so Oberer.

Lösungen müssen

 her Aus seiner Sicht werde das Potenzial in der Außenwirkung noch nicht in der gewünschten Form wahrgenommen. Auch das Projekt „Fernpassstrategie“ nahm er aufs Korn. Er erwarte keine Wunderlösung, mahnte aber dringend eine lösungsorientierte, grenzüberschreitende Zusammenarbeit an. Zum Schluss sprach er auch das Flüchtlingsproblem an: Die für das Außerfern angestrebte Unterbringung von 480 Flüchtlingen sei bei gutem Willen umsetzbar und löse keine soziale Gesellschaftskrise aus. Er appellierte am Rande der Messe an die Gemeinden, die noch Nachholbedarf haben, ihren humanitären Verpflichtungen nachzukommen und sich nicht durch geändertes Wahlverhalten beeinflussen zu lassen.

 Landesrat Johannes Tratter, der die Messe am vergangenen Freitag offiziell eröffnete, wies in seiner kurzen Ansprache darauf hin, dass man Reformen und Überbürokratie zwar diskutieren könne, zeigte aber zugleich auf, wie mühsam es sei, bestehende Gesetze zurück zu drehen. Er riet den Betroffenen, Spielräume zu nutzen und öfter zu sagen: „Das geht nicht“.

Er wies auch auf die Bedeutung der dualen Ausbildung zur Bewältigung des Facharbeitermangels hin und freute sich über die guten Beschäftigungszahlen. Er freue sich außerdem über diejenigen Unternehmer, „die sich was trauen“ und sicherte ihnen weitere Unterstützungen durch das Land Tirol zu.

ed

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