Bei Sicherungsarbeiten werden neue Gefahrenstellen entdeckt

Pöllatschlucht bleibt zu

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Hier, im unteren Bereich der Pöllatschlucht auf der Seite des Schlosses, lauern für die Wanderer Gefahren in den Felswänden.

Schwangau – Es waren keine guten Nachrichten, die Bürgermeister Rinke in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu verkünden hatte: Die Pöllatschlucht, eines der Wahrzeichen zu Füßen Schloss Neuschwansteins, muss auf absehbare Zeit gesperrt bleiben.

Untersuchungen des Geologischen Dienstes ergaben eine massive Gefährdung des Wanderweges in der Schlucht. Mehrfach schon war die Schlucht unterhalb von Schloss Neuschwanstein Schauplatz für Massenumlagerungen. Allein beim Aufstieg sind diverse ältere Ereignisse erkennbar, etwa die Blocksturzmassen oberhalb des Schluchtausganges. 

Im vergangenen Jahr ereignete sich erneut ein Felssturz, diesmal im oberen Bereich der Schlucht nahe der Marienbrücke, bei der auch Sicherungszäune beschädigt wurden. Infolgedessen musste die Schlucht bereits gesperrt werden, eine Spezialfirma aus Würzburg erhielt den Auftrag, das Felssturzareal zu räumen und die Sicherungszäune wieder instand zu setzen (der Kreisbote berichtete). Im Rahmen der jetzigen Arbeiten, unter anderem musste der Felsen „geputzt“, also von losem Material befreit werden, erkannten die Spezialisten aber weiteres Gefahrenpotenzial. An diesen Stellen könnten unter Umständen weitere Felsmassen abrutschen oder abstürzen. 

Ursache für solche Massenumlagerungen können Temperaturschwankungen, etwa Frostsprengung oder Spannungsrisse, sein. Auch die Verwitterung des Gesteins sorgt dafür, dass bisher kompakte Bereiche instabil werden. Der Felssturz vom vergangenen Jahr war durch die seinerzeit extremen Regenfälle ausgelöst worden, so Rinke. Die neuen Areale, die vor allem eine Gefahr für Wanderer in der Schlucht darstellen, wurden nun im unteren Teil auf der Schlossseite der Schlucht, dort wo der Weg vorwiegend über die Metallstege verläuft, ausgemacht. 

Die Fachfirma habe daraufhin die Arbeiten eingestellt und das Landesamt für Umwelt, dem der Geologische Dienst unterstellt ist, wurde mit einer Begutachtung beauftragt. Bereits 2011 hatte man von dieser Seite aus eine Gefahrenhinweiskarte erstellt, die hier enorme Gefahrenpotenziale zeigt. Ein ausführliches geologisches Gutachten seitens eines Ingenieurbüros sei notwendig, so Bürgermeister Rinke weiter. Dieses Gutachten habe man nun ausgeschrieben und Büros im Alpenraum angeschrieben. Beim Betreten der Pöllatschlucht herrsche höchste Lebensgefahr, warnte Rinke eindringlich. Erst nach der Begutachtung sei es möglich, die Entschärfung der Gefahren anzugehen. Daher ist das Betreten weiterhin strengstens verboten und die Schlucht bleibt gesperrt.

gau

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