Lax und Iacob hören hin im Jufo

Beim „Pimp your City“ im Füssener JuFo auf der Couch: v.l.: Sven Karwath (stehend), Jugendbeirat Uli Pickl, Bürgermeisterkandidatin Ursula Lax, Bürgermeister Paul Iacob, Axel Wittwer vom Füssener Bauamt und Max Singer (stehend). Foto: nis

Füssen – Den Stadtverantwortlichen zu sagen, wo’s harkt, dazu waren 30 Jugendlich vor kurzem ins Füssener JuFo  zur Veranstaltung „Pimp your City“ gekommen. Eine Umfrage im Vorfeld habe gezeigt, dass 72 Prozent der Füssener Jugendlichen sich zu Hause treffen, mangels anderer Möglichkeiten.

Ob es den Kommunalwahlen zu verdanken war, dass auf dem schwarzen Sofa im JuFo Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und seine Herausforderin Uschi Lax (CSU) Platz genommen hatten, sei dahingestellt. Beide stellten sich gemeinsam mit Jugendbeiratsvorsitzendem Uli Pickl (SPD) und Axel Wittwer vom Füssener Bauamt den Jugendlichen und standen Rede und Antwort. 

Eine davon war: Auch wenn der geplante Skaterplatz nicht umgesetzt werden konnte, so könne nun die Halle eines Vereins dafür genutzt werden, so Paul Iacob. Uschi Lax warf ein, dass ein Außengelände am Lech durchaus zur Verfügung stünde, dessen Besitzer grundsätzlich dazu bereit wäre. Der Lärmschutzverordnung sei es zu verdanken, dass das JuFo nicht häufiger für Konzerte oder Jugendveranstaltungen genutzt werden könne, erläuterten Iacob und Pickl. Jugendzentren werden lärmtechnisch wie Turnhallen behandelt. Dies schließe mehr als zwölf Veranstaltungen im Jahr aus, hätten doch schon benachbarte Anlieger über Lärmbelästigung geklagt. Und mehr als 250 Teilnehmer dürften aus Schutzgründen nicht ins JuFo rein, ergänzte Jufo-Leiter Stefan Splitgerber. Uschi Lax war empört über die Gleichstellung des JuFOs mit einer Turnhalle. Sie werde an höhere Stelle versuchen dagegen anzugehen. 

Ein anderes Jugendproblem brachte Meriem Abbes auf den Punkt. Seit über einem Jahr suche sie in Füssen eine bezahlbare Wohnung. Trotz festem Nettoeinkommen von 1000 Euro, bekäme sie keine. Sie, die an der FOS ihr Abi macht, werde als Schülerin von Vermietern diskriminiert. 

Auch die Vergabe von Geschäften, beispielsweise im neuen Gebäude neben der Sparkasse, ginge an den Bedürfnissen junger Menschen vorbei. Man habe sich schon auf H&M gefreut, was ja nun auch nichts würde. Warum könne die Stadt nicht Geschäfte ansiedeln, die Jugendlich ansprechen?

Draht ins Rathaus

Die Stadt habe da keinen Einfluss, gestand Paul Iacob. Wenn Investoren in Füssen ein Grundstück kauften, wollten sie damit auch Gewinne erzielen und wie sie das tun, entscheiden sie selbst, die Stadt Füssen sei nach dem Verkauf der Grundstücke außen vor. Der Vorschlag von Uschi Lax einen Jugendstadtrat zu gründen, wurde ebenso positiv aufgenommen, wie der Vorschlag des Polizisten Roland Berkmüller, einen Verbindungsmann zur Polizei zu installieren. Und weil die Jugendlichen einen direkten Draht ins Rathaus brauchen, wird JuFo-Leiter Stefan Splitgerber diese Aufgabe übernehmen.jl

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