"Die Wirtschaft boomt"

Bürgermeister Franz Erhart spricht vor den Nesselwanger Bürgern. Foto: nis

Nesselwang – Der Saal der Alpspitzhalle stieß kürzlich  an seine Kapazitätsgrenzen, so viele Bürger waren zur Bürgerversammlung erschienen. Untermalt von Bildern und Statistiken gab Bürgermeister Franz Erhart seinen Bericht über das laufende Jahr ab, den er mit Anekdoten aus dem Alltag würzte.

Zuerst ging’s ums Geld: Das Gesamthaushaltsvolumen sei im Vergleich zu 2012 um 2 Millionen Euro gesunken, wobei der Verwaltungshaushalt im laufenden Jahr 0,3 Millionen Euro mehr aufweise, der Vermögenshaushalt aber um 2,3 Millionen gesunken sei. Die Wirtschaft boome, Einnahmen in Höhe von 2,5 Millionen Euro habe die Gemeinde allein durch die Gewerbesteuer eingenommen, das sei ein Plus von 562.000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Auch bei der Einkommenssteuer kann die Gemeinde mit 1,3 Millionen auf ein Plus und „damit auf Vollbeschäftigung der Bürger blicken“, so der Bürgermeister. Eintrittsgelder, Kurbeiträge, Abwasser- und Kanalgebühren machten 29,2 Prozent der Einnahmen vom Verwaltungshaushalt aus. Die Gemeinde habe im laufenden Jahr etwas weniger ausgegeben, als in den vergangenen Jahren. Erfreulich sei, dass die Schulden der Marktgemeinde 2013 leicht abgebaut, und eine Rücklage von 1,1 Millionen Euro gebildet werden konnte. 

Bei einer Gesamtinvestitionssumme von 9,6 Millionen Euro seit 2008, habe die Gemeinde den Touristenort Nesselwang in den letzten Jahren aufgerüstet. Die Übernachtungszahlen seien sogar in diesem Jahr bis zum November auf 250.000 gestiegen. Dabei habe sich auch die elektronische Gästekarte Nesselwang bezahlt gemacht, mit der Gäste kostenlos den Wander- und Winterbus nutzen können.

Kläranlage bleibt im Finanzrahmen

Zu den Bautätigkeiten und der -entwicklung konnte Bürgermeister Erhart vieles aufzählen, so über das Explorer-Hotel Neuschwanstein am Fuß der Alpspitze, das vor seiner Errichtung für geteilte Stimmung in der Bevölkerung gesorgt habe, jetzt aber als Gewinn für den ortsansässigen Einzelhandel und die Gastwirtschaften zu erkennen sei. Stolz sei der Gemeinderat auf die finanzielle Punktlandung bei der Ertüchtigung der Kläranlage, die die Kosten des Kostenvoranschlages nicht überschritten habe. Darüber hinaus seien 90 Kilometer Wander- und 19 Kilometer Mountainbikewege neu angelegt, ausgebaut und mit deutlichen Schildern versehen worden. 

Der Bauhof habe für 100.000 Euro ein neues Fahrzeug mit variablem Gerät für Winter- und Sommerarbeiten erhalten. Aber auch den Beschwerden der Anwohner in Nesselwang und den umliegenden Anschlussgemeinden zum erhöhten Verkehrsaufkommen sei die Gemeinde nachgegangen. Messungen hätten gezeigt, dass sich das Verkehrsaufkommen im August stellenweise fast verdoppelt. Die neue Wertachbrücke sei Ende November dem Verkehr übergeben worden, was sicherlich für eine deutliche Verkehrsentlastung vor allem im Ort sorgen werde. 

Gefeiert habe man 2013 auch in Nesselwang: 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr und 100 Jahre Jugendskitag, über den Erhart einen vier-Minuten-Film zeigte. Zum Schluss informierte der Bürgermeister die gespannte Versammlung über die Pläne am Kirchenvorplatz. Ein Geschäftsgebäude mit Wohnungen und parkähnlicher Anlage sei geplant. Die endgültigen Pläne hierzu sollen im Frühjahr 2014 vorliegen und das Vorhaben bis Ende 2014 fertig gestellt sein. 

In der nachfolgenden Diskussion gab es einige wenige Wortmeldungen. Ob an und auf der Alpspitze noch mehr moderne Attraktionen wie den Alpspitzkick zum „Gesäß-Alpinismus“ geplant seien, denn dem Berg könne man nicht mehr zumuten, war eine Frage und ob die Downhillsportler nicht mit einer eigens errichteten Strecke gezähmt werden könnten, eine andere. Ein Jugendlicher fragte an, ob mit weiteren Eintrittserhöhungen im Alpspitzbad zu rechnen sei. Der Bürgermeister konnte beruhigen, der Alpspitze drohte in absehbarer Zeit keine weiteren Bauten, aber die Downhiller könne man nicht zähmen, die bretterten eben durch den Wald.jl

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