Solarpreis für Pfronten

Sonnige Grüße hinterlässt Bundesumweltminister Peter Altmaier im goldenen Buch der Gemeinde Pfronten. Er wünschte dem Ort und Bürgermeisterin Michaela Waldmann (links) eine nachhaltige Zukunft mit der Energie aus der Sonne. Foto: gau

Pfronten – „Möge die Sonne über Pfronten immer scheinen für eine nachhaltige gute Zukunft.“– Der Spruch des Bundesumweltministers im Goldenem Buch kann man unterschiedlich interpretieren. Es ist unter anderem eine Anspielung auf den Solarpreis, den Peter Altmaier Pfronten überreicht hatte. 

Denn die 13-Dörfer-Gemeinde kam mit der pro Einwohner erzeugten Solarwärme auf den zweiten Platz in der Kategorie Kleinstädte bundesweit. Die Solarbundesliga ist eine Rangliste der bei der Solarenergienutzung erfolgreichsten Kommunen in Deutschland. Messlatte ist die Kollektorfläche pro Einwohner bei der Solarwärme und die pro Kopf installierten Kilowatt beim Solarstrom. Veranstaltet wird die Liga von der Solarthemen-Redaktion in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe.

Schon vor zehn Jahren habe man sich auf die Spur der Energiefresser gemacht, erläuterte Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann den Aufbruch, den seinerzeit noch Josef Zeislmeier vollzogen hatte. Drei Jahre lang, so Waldmann, bis 2006, habe die Gemeinde an einem Förderprojekt teilgenommen, im Rahmen dessen ein kommunales Energiemanagement erarbeitet wurde. Mit dem man sich schon bald bares Geld habe sparen können. Und wofür die Gemeinde dann 2010 den „European Energy Award“ erhielt.

Mittlerweile unterhält die 13-Dörfer-Gemeinde ein eigenes Energieteam, mit dessen Hilfe man nun daran gehe, die Erkenntnisse der bisherigen Projekte und Planungen umzusetzen. 

Mit Solarstrom und neuen Maschinen Energie sparen

Doch nicht nur auf kommunaler oder privater Seite ist Pfronten innovativ, was das Energiesparen und die Nutzung alternativer Energien angeht. Auch die Firma Deckel-Maho, Pfrontens größter Arbeitgeber, hat mittlerweile Sonne und Wind in ihre Dienste gestellt. Dr. Maurice Eschweiler, einer der Vorstände von DMG aus Bielefeld, stellte Altmaier die „Energy solutions“ vor, an denen DMG selbst forscht, Lösungen wie etwa den Cell-Cube (eine containergroße „Batterie“ zur Energiespeicherung) anbietet und auch selbst nutzt. Rund 220.000 Euro spare man sich mit Hilfe der Photovoltaik am Standort Pfronten pro Jahr, in Bielefeld würden 20 Prozent der Maschinenproduktion durch grüne Energie gedeckt. 

Aber auch die Maschinen selbst werden effizienter, rund ein Drittel der Energie lasse sich mit den modernen Werkzeugmaschinen sparen, erläuterte Alfred Geißler, Geschäftsführer in Pfronten. Ein Punkt, den Altmaier gerne gehört haben dürfte, hat er es sich doch auf die Fahne geschrieben, diese Entwicklung nicht wieder zu vergeben. 

Know-how für Weltmarktführer 

Anders als bei der Unterhaltungselektronik, die aus Japan komme und der IT-Branche (USA) hätte die Bundesrepublik das Know-how und die Kompetenz, auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien führend in der Welt zu werden. Noch sei hier einiges falsch organisiert, so der Bundesumweltminister im Hinblick auf Netze und den Ausbau, auch was die Subventionierung angehe. Aber da wolle man bis Mitte kommenden Jahres Klarheit schaffen. Und dann sei auch der Cell-Cube von DMG eine Innovation für große Städte wie Berlin, ist sich Altmaier sicher. 

Die Energiewende, sei ein spannendes Gesamtsystem, auf die die Menschen erst allmählich aufmerksam würden, so Altmaier. Als er das Amt des Ministers im Mai 2012 übernahm, sei er sich nicht bewusst gewesen, welches interessante, aber auch reichhaltige Themenfeld er übernehmen werde, gestand Altmaier. Heute aber sei er überzeugt, so der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dass die Energiewende aus ökonomischer und ökologischer Sicht richtig ist. Und dies besonders im Hinblick auf Länder wie China und Indien, wie Altmaier gerne hervorhebt. 

Dabei dankte er Gemeinden wie Pfronten, aber auch Firmen wie DMG, für die Pionierarbeit, die sie leisteten. Da finde der Wettbewerb statt, wo man im Vergleich zu Ländern, eben wie China oder Indien, die Nase vorn habe. gau

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