Circus Krone bietet seinem Publikum ein buntes Programm

Salto Mortale auf dem Todesrad

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Wilson Dominguez begeistert die Zuschauer mit seiner spektakulären Show auf dem Todesrad.

Füssen – Tanzende Seelöwen, fliegende Trapezkünstler und fauchende Löwen: Der Circus Krone hat bei seiner Premiere in Füssen eine 150-minütige Show geboten, die überraschend kurzweilig war. Trotz des sommerlichen Wetters fanden sich viele Besucher, besonders Kinder, am Volksfestplatz ein.

Lachen, Träumen, Staunen: Das hat sich Circus Krone mit seiner Jubiläumsshow „Evolution“ auf die Fahne geschrieben. Dafür hat der Circus nach eigenen Angaben die „Besten der Besten“ engagiert: Zwei Goldene, acht Silberne und zwei Bronzene Clownpreisträger von Monte Carlo befinden sich unter den Artisten. Los ging es dann auch gleich mit einem zweifachen Preisträger des Silbernen Clowns: Der Seelöwen-Show von Petra und Roland Duss. Die Seelöwen jonglierten Bälle auf ihrer Schnauze, ließen Ringe kreisen, spielten gemeinsam Ball und tanzten sogar Breakdance, was für zahlreiche Lacher im Publikum sorgte.

Noch mehr zum Lachen brachte aber anschließend Clown Fumagalli mit Bruder Daris die Zuschauer. Sie überbrückten im Wechsel mit Weißclown Tonito die Umbauphasen in der Manege. Höhepunkt ihrer Show war der Blödelklassiker „Bienchen, Bienchen gib mir Honig“, den die Drei mit neuen Ideen aufwerteten. Besonders Fumagalli sorgte mit seiner ausdrucksstarker Mimik und seinen flotten Sprüchen für Spaß.

Unter dem Motto „Träumen“ stand der Auftritt der Elefanten unter der Regie von Jana Mandana und James Puydebois: Sie ließen die Wappentiere des Circus ihre Runden durch die Manegen drehen, auf die Hinterbeine stehen und einen Kopfstand machen. Anschließend waren die Pferdedressuren der Juniorchefin des Circus, Jana Mandana an der Reihe. Sie führte Freiheitsdressuren mit den schwarzen Noniussen und einem weißen Araberhengst vor, bevor sie auf Lusitano-Hengst Ramses die Hohe Schule im Husarenstil präsentierte.

Danach wurden einmal die Zuschauer gefordert. Und zwar bei Alessios Papageien-Show. Hier überbrachte ein Ara einer Zuschauerin eine Rose, bevor Kakadu „Jimmy“ eine Rund durch drei Reifen flog, die Kinder aus dem Publikum bereit hielten. Für die hatte Alessio noch eine besondere Überraschung parat: Sechs Mini-Papagaien, Sonnensittiche, flogen durch die Manege und ließen sich auf den Händen der Kinder nieder. Danach durften auch die sechs Aras los: Sie streiften haarscharf die Köpfe der Zuschauer in der ersten Reihe, drehten eine Runde und kehrten zu Alessio zurück – bis auf einen, der etwas zu früh landete.

Fliegende Artisten, Clowns und viele Tiere

Staunen war anschließend bei der preisgekrönten Raubtiershow von Martin Lacey junior angesagt, die das Publikum mit stürmischen Applaus quittierte: 26 weiße und goldfarbenen Tiger und Löwen strömten in die Manege, streckten ihre Tatzen in die Höhe, bildeten einen lebenden Teppich und setzten immer wieder zu Scheinangriffen an, die dem Publikum der Atem stocken ließ. Doch am Ende wurden doch immer wieder Zärtlichkeiten ausgetauscht.

Gewichte und Gesänge 

Nicht weniger Nervenkitzel war beim Auftritt von „Crazy Wilson“ geboten. Der Kolumbianer fuhr auf einem Motorrad in die Manege, bevor er sich auf ein weitaus gefährlicheres Motorrad schwang: Dem Todesrad. Er hüpfte nicht nur im Inneren des Rads, während es sich drehte, sondern auch auf der Außenseite, bevor er in zehn Meter Höhe Seil sprang. Doch der Höhepunkt war das noch nicht: Dort oben setzte er zum Salto Mortale an. Doch auch dieses Kunststück gelang, was ihm den frenetischen Applaus des Publikums einbrachte.

Luftakrobatik zeigten anschließend ebenso die Flying Zuniga aus Brasilien und Argentinien. Zu Sambaklängen schwangen sie sich mit Schrauben und Salti von Trapez zu Trapez. Doch nachdem ein Artist im Sicherheitsnetz landete, klappt der Höhepunkt: Ein dreifacher Salto Mortale – mit verbundenen Augen. Salti schlugen auch die Frauen der mongolischen Truppe Khadgaa, als sie von den starken Männern der Gruppe in die Luft katapultiert wurden. Daneben präsentierte die Gruppe Kehlkopfgesang zur Pferdekopfgeige und den zweimaligen Asien-Meister Suba, der 150-Kilo-Gewichte mit Artisten darauf in die Luft stemmte.

Als die Besucher schließlich das Zelt verließen, trafen sie auf ca. ein halbes Dutzend Tierschützer, die lautstark mit Plakaten gegen die Haltung von Wildtieren im Zirkus demonstrierten. Doch die wenigsten ließen sich davon beeindrucken.

Katharina Knoll

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