"Das gehört gerichtet"

Der ehemalige Kobel-Alm-Wirt, Hermann Schweiger, vor dem sogenannten „Wiedemannsee” in Bad Faulenbach. F: kk

40 Jahre ist es nun her seit Hermann Schweiger, bekannt als Kobel-Alm-Wirt, den sogenannten „Wiedemannsee“ in Bad Faulenbach entschlackt und neu angelegt hat. Zu diesem Jubiläum traf sich der 73-Jährige mit dem KREISBOTE und erzählte wie es dazu kam.

„Du, die wollen den See zufüllen, was machen wir da?“ Mit dieser Frage trat 1972 der Turopa-Reiseleiter Franz-Xaver Taler an Schweiger heran, nachdem der Kur- und Verkehrsverein in seiner Sitzung im Hotel Frühlingsgarten besprochen hatte, dass der erste See in Bad Faulenbach in einen Parkplatz umgebaut werden soll. Denn der See war voller Schlamm und Müll. Um 1900 seien alle drei Seen in Bad Faulenbach künstlich angelegt worden, erklärt Schweiger. Nach dem zweiten Weltkrieg sei der Erste dann verkommen. Um zu verhindern, dass an der Stelle ein Parkplatz entsteht, nahm er Kontakt mit dem damaligen Bürgermeister Ernst Enzinger auf. Der legte Schweigers Entwurf dem Stadtrat vor und der gab grünes Licht. Kurze Zeit später rollten dann auch schon Bagger und Lkws an, um den See zu entschlacken. Anschließend richtete er den Einlauf des Sees, legte den Auslauf neu an und füllte den See mit einer circa drei Meter dicken Kiesschicht auf, die er vom Siedlungswerk kostenlos erhalten hatte, so Schweiger. Die Schicht sei extra dick, damit keine Verletzungsgefahr bestehe. „Da können Sie mit einem Auto reinfahren, so stabil ist sie“, ist sich Schweiger sicher. Es gab nämlich Bedenken, dass etwas passieren könnte. Da er kein Geländer aufstellen wollte, habe er das Problem eben so gelöst, erklärt der 73-Jährige. Anschließend legte man für die drei Schweinwerfer und die Pumpe im Springbrunnen Stromkabel und brachte einen Stromzähler an. „Viele freiwillige Helfer, die mir zu Liebe geholfen haben“, ebneten dann das Ufer ein und legten Pflanzen an. 14.000 DM kostete das damals. 10.000 DM habe er aus der eigenen Tasche bezahlt und circa 4000 DM sei an Spendengeldern zusammengekommen. Zum Vergleich veranschaulicht der ehemalige Kobel-Alm-Wirt, dass zu dieser Zeit ein Opel Rekord rund 7000 DM gekostet hat. Nachdem alles fertig war, stiftete er den See der Stadt Füssen. Aber „die Stadt lässt das immer wieder verkommen“, meint der Senior betrübt und fordert abschließend, „das gehört gerichtet“.

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