"Den Kulturaustausch vertiefen"

Die Numata-Festmusik eröffnete den Nachmittag im Haus Hopfensee, an dem kürzlich der Kulturverein von Füssens japanischer Partnerstadt Numata die Kunst und Kultur seiner Heimat vorstellte.

„Ich habe noch nie so viel ernst gemeinte Höflichkeit erlebt“, schwärmte am Donnerstag Bürgermeister Paul Iacob im großen Sitzungssaal des Rathauses über seinen Besuch in Numata. Er war kürzlich mit Hauptamtsleiter Andreas Rist Gast in in Füssens japanischer Partnerstadt und durfte nun eine Delegation zum Gegenbesuch begrüßen. Angereist waren jedoch ganze 21 Angehörige des Kulturvereins von Numata. Sie präsentierten am Freitag im Haus Hopfensee japanische Kultur in Form von Trommeln Kalligraphie, Blumen binden und der traditionellen Teezeremonie.

Zwischen zehn und 80 Jahre alt waren die angereisten Gäste, wie Susumu Kinoshita, mit Hilfe von Dolmetscherin Hiroko Fritsch erklärte. „Uns verbindet, dass wir beide in einer tiefen Tradition leben“, erklärte Iacob. „Vielleicht besteht in Zukunft die Möglichkeit, die Füssener Tradition nach Japan zu bringen“, hoffte der Bürgermeister, der sich nach seinem Japan-Besuch beeindruckt zeigte, „auch von dem Respekt, den sie der Natur entgegenbringen“. Er war bei einem Fest dabei gewesen, bei dem feierlich Kirschbäume, ein wichtiges Symbol japanischer Kultur, beschnitten werden. Zahlreiche Stadträte und Füssener Numata-Freunde waren bei dem Empfang mit dabei. Tags darauf bekamen Füssener und Gäste einen Einblick in japanische Kunst, Musik und Zeremonien. Mit Gongs, Trommeln und Flöte eröffnete eine Festmusikgruppe, Gionbayashi, den Nachmittag im Saal des Haus Hopfensee. „Ich freue mich, dass so viele Füssenerinnen und Füssener gekommen sind“, freute sich Kinoshita und ergänzte: „Wenn wir unseren Kulturaustausch vertiefen könnten, das wäre schön“. Mitmachen erlaubt An dem Nachmittag konnten die Besucher dem Kalligraphie-Meister Ryohei Hoshino über die Schulter schauen. Mit dem Pinsel brachte er kunstvoll so genannte Kanji, japanische Schriftzeichen, zu Papier, die er anschließend großzügig verschenkte. Dolmetscherin Fritsch hatte dabei alle Hände voll zu tun, die Bedeutung der jeweiligen Zeichen zu erklären oder manchmal auch, wie herum das Kanji zu halten ist. Danach war mitmachen angesagt. Wer wollte, dem führte Hoshino die Hand beim kunstvollen schreiben. Auch die Trommler luden zum Mitmachen ein. Mancher Füssener aber auch japanische Gäste, die als Zuschauer ins Haus Hopfensee gekommen waren, versuchten, den Takt mitzuhalten, und hatten dabei sichtlich Spaß, ebenso wie die Trommler des Kulturvereins von Numata. Genau festgelegt schien jede Bewegung zu sein, die Hatuo Aoike vollführte. Unter den Augen von Füssens 2. Bürgermeisterin Ursula Lax, Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier und dem Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert vollführte er eine Teezeremonie. Die, so versicherte Fredlmeier, hat mit Teebeuteln nichts zu tun. In der Tat, selbst das Falten des Tuches, mit dem der Deckel des Tee-Döschens angehoben wird, ist Teil der Zeremonie, die Aoike akribisch ausführte. Kunstvolle Geflechte zeigten die Damen und Herren beim Ikebana, dem Blumen binden.

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