"Der Wächter über die Geschichte von Reutte"

Für knapp 15 Jahre war Egon Schmid sozusagen "der Wächter über die Geschichte von Reutte". Seit 1994 hielt er als Ortschronist alle wichtigen, aber auch manche "unwichtig" erscheinenden Dinge fest und katalogisierte sie in rund 100 Ordnern nach Datum, Sachgebieten und Personen. Jetzt wurde er im Rahmen einer Feierstunde im Hotel "Mohren" verabschiedet und sein Nachfolger Herbert Plattner vorgestellt.

"Ich bin damals doch einigermaßen überrascht gewesen, als ich zum Kulturausschuss der Marktgemeinde gerufen wurde und ich gefragt wurde, ob ich die Arbeit Als Ortschronist übernehmen wolle" erinnert sich Schmid. Nach kurzem Zögern hatte er ja gesagt ohne so richtig zu wissen was ihn erwartet und wie er das Ganze anzupacken hat. "Am Anfang habe ich alles gesammelt und in einem Kanton verstaut" erinnert er sich. Es war ein richtiges Sammelsurium von Ausschnitten aus Zeitungen in und um Reutte und denen jenseits der Grenze und sie wurden immer mehr "und die Schachtel immer voller". Irgendwann kam ihm dann seine Gattin Hilda zu Hilfe und gemeinsam sortierten sie alles, klebten es auf DIN A4-Blätter und hefteten es nach den verschiedenen Kategorien ab - bis eben die oben erwähnten rund 100 Ablageordner beisammen waren. "Egon Schmid war der Chronist der Gegenwart. Einer Gegenwart in der geschriebene Dokumente der herkömmlichen Art wie Briefe, schriftliche Aufzeichnungen oder Ähnliches Mangelware sind" wie Bürgermeister Helmut Wiesenegg in seiner Laudatio feststellte. Heute werde per SMS, E-Mail oder Telefon kommuniziert - eben elektronische Medien, die wenige Spuren hinterlassen und die Arbeit eines Ortschronisten nicht gerade erleichtern würden. Mit der nahezu lückenlosen Dokumentation der Heimatgeschichte habe sich Schmid große Verdienste erworben für die ihm die Marktgemeinde zu großem Dank verpflichtet sei. Auch Bezirkschronist Werner Friedle und der Obmann des Museumsvereins, Ernst Hornstein, dankten dem scheidenden Chronisten für seine vorbildliche Arbeit. Außer diesen geschilderten Aufgaben sei er auch ein Verfechter für die Bewahrung des Dialekts gewesen, habe über Jahrzehnte historische Fotos gesammelt und sei immer ein Mahner dafür gewesen, geschichtliches Leben in Reutte möglichst in jeder Form zu erhalten. ed

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