Derbe Sprüche

Eins, zwei, drei, dann war „ozapft“ im Hotel Hirsch, als am Aschermittwoch Füssens Dritter Bürgermeister Andreas Ullrich (FW) das Fass anstach. Bei Bockbier, Kässpatzen und Brezen hielten es die Gäste in der proppevollen Stube gut aus, als sie knapp zwei Stunden lang einem Gespräch „beim Frisär“ lauschen durften, in dem die Füssener „Seilschaften“ kräftig aufs Korn genommen wurden.

Als vermeintliche Heimatfilmdarsteller nahmen Magnus Peresson und Michael Jakob auf dem Stuhl des „Friseurs“ Wolfgang Dzierzon Platz und zogen über die Geschehnisse und Personen des vergangenen Jahres her. Sie fragten sich, wie Stadtrat Dr. Klaus Beyer (CSU) gleich bei seiner ersten Kandidatur Stimmenkönig werden konnte. „Die Wähler haben halt geglaubt, der Beyer sei ein Bayer“, lautete die Antwort. In der ersten Reihe das Derblecken verfolgend musste Beyer auch die Frage mit anhören, warum die CSU zur Ehrenbürger-Ernennung eines Füsseners, „der so schwarz ist, dass er in seinem eigenen Tunnel einen Schlagschatten wirft“, nicht eben zahlreich erschienen war. Nicht weiter schlimm war es wohl, als die CSU-Fraktion bei Kritik an ihrem früheren Bürgermeister Gangl nicht gleich zur Ehrenrettung den Mund aufmachte. „Petrus hat den Herrn dreimal verleugnet, da hat die CSU beim Gangl noch zweimal gut“, frotzelten die beiden Friseurkunden. Neben den „Schwarzen“ nahmen Peresson und Jakob jedoch auch die „Roten“ aufs Korn, allen voran die „Siamesischen Zwillinge“ Paul und Paul (Wengert und Iacob). Vor allem, warum der Bürgermeister an Stadtbaumeister Theo Fröchtenicht so einen Narrengefressen habe, leuchtete den Friseurkunden nicht ein. Ihr Partei übergreifendes Fazit: „Wer ein Gewissen hat, der geht gewiss nicht in die Politik“. "Saubua" per Definition Auch überlegten Peresson und Jakob, ob man angesichts der Missbrauchsskandale die Jesuitengasse nicht umbenennen sollte, damit sich die Kinder wieder reintrauen und ob an den Folgen der Schweinshaxn nicht mehr Leute sterben als an der Schweinegrippe. Ob auch ein „Heranwachsender mit ideologischem Gegenentwurf zur Erwartungshaltung seiner Eltern“ – auf Ostallgäuerisch: „Saubua“ – unter den Kindern des Hortes ist, darüber äußerten sie sich nicht, aber wahre Survivalkünstler seien die Kleinen wohl. Denn wer den Smog am Kreisel überlebt, überlebt später so manches, urteilten sie. Zum Abschluss sangen sie mit den Gästen das „Fiessar Birgarlied“ um „Dodla und Vetterla“ (Paten und Vettern“) und ernteten viel Applaus.

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