20 Jahre Kleiderkiste Füssen

Die Mitarbeiterinnen der Kleiderkiste sind hier alle ehrenamtlich im Einsatz, einige schon seit 20 Jahren. Foto: cf

Füssen – Das Team der „Kleiderkiste Füssen“ feiert den 20. Geburtstag am Samstag, 4. Mai, ab 11 Uhr. Geöffnet sind die Räume im Untergeschoss des Alten Landratsamts dann bis 14 Uhr. In den letzten Jahren hat die „Kleiderkiste" 50.000 Euro an Kindergärten, Schulen und Seniorenheime gespendet.

Nach weiteren Angaben von Sprecherin Ortrun Zarnack-Marschall, die für ihr Engagement mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten 2012 ausgezeichnet worden ist, „werden aus dem Erlös gezielt die Rechnungen von sinnvollen Anschaffungen bezahlt, die zum Beispiel Kindern unterschiedlicher Altersgruppen oder Senioren zu Gute kommen“. Das Kleiderkisten-Team freue sich auch über Spielzeug, Kinderbücher und Spiele - dies alles in einem guten Zustand nütze den Menschen vor Ort. 

Im Januar 1992 reagierten Frauen aus der Region auf die Nöte von Aussiedlern aus Staaten in Osteuropa. Die Familien waren in Übergangsquartieren untergebracht. Es fehlte ihnen „am Nötigsten“, wie Susanne Schnöring-Münz die Situation beschreibt. „So haben wir uns darum gekümmert, die Menschen, die aus dem Ostblock oder der DDR zu uns ins Allgäu gekommen sind, mit Kleidung, Schuhen, Haushaltswäsche zu versorgen.“ Die Mädchen und Buben hätten dringend Schulbedarf gebraucht, so ergänzt Ortrun Zarnack-Marshall den kurzen Rückblick ihrer Kollegin aus Rieden am Forggensee. 

Wenn von „Wir“ die Rede ist, schließe das Frauen aus unterschiedlichen Gruppen ein, wie den Arbeitskreis zur Integration von Aussiedlern, Frauen aus den politischen Parteien oder nicht zuletzt zum Beispiel auch den Katholischen Frauenbund. „Wir sind allerdings seit 20 Jahren unabhängig von allen Institutionen und wir sind kein Verein“, betont Susanne Schnöring-Münz. Besonderer Dank gelte in den Zeiten der damaligen „Kleiderkammer“, die in einer Bundeswehrbaracke im Venetianerwinkel untergebracht war, vor allem Dr. Paul Wengert, damals Bürgermeister in Füssen, sowie der Stadträtin Helga Manthey.

Von Anfang an wollte das Team bewusst darauf verzichten, von den Kunden einen Nachweis der Bedürftigkeit zu verlangen. Wer in der Kleiderkiste Einkäufe mache, zahle „die geringe Gebühr“. Das sei auch schon alles, was von den bis zu hundert Frauen, Männern und Jugendlichen an verkaufsoffenen Mittwochnachmittagen beim Stöbern in den Geschäftsräumen erwartet werde. 

Im Lauf der Jahre habe sich nicht nur der Kundenstamm der Kleiderkiste verändert, so Susanne Schnöring-Münz. „Wir haben uns als Institution etabliert.“ Die Abläufe in der Kleiderkiste folgen einer Kette: Die gespendeten Waren werden angeschaut, nach Verwendbarkeit sortiert, aufgehängt und von den Mitarbeiterinnen an Kunden sehr günstig weiter gegeben. Ein Tipp aus dem ehrenamtlichen Team: Kinder und Jugendliche können separat nach Kleidung suchen. Die Kleiderkiste bietet einen Raum „eigens für die junge Generation“, spricht Susanne Schnöring-Münz eine herzliche Einladung aus. 

Gebeten wird, bei Kleiderspenden darauf zu achten, dass es sich um „gut tragbare Stücke“ handelt und dass die Termine zur Annahme eingehalten werden. Die nächste Annahme ist am Mittwoch. 8. Mai, von 15 bis 17.30 Uhr. Die nächste Ausgabe ist am Mittwoch, 15. Mai, ebenfalls von 15 bis 17.30 Uhr. Das Team weist bereits auf den „beliebten Sonderverkauf“ am Mittwoch, 24. Juli, zur üblichen Öffnungszeit hin. cf

Meistgelesene Artikel

Neue Ideen

Pfronten – Für frischen Wind beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten im Pfarrheim St. Nikolaus sorgten jetzt die Geistlichen Andreas …
Neue Ideen

Die "Talschlampe" und der "Cousin"

Füssen – Ob Schweizer Militärfahrrad, XL-Mountainbike oder Bergabrad: Bei ihrer eintägigen Schau haben Hannes Zacherl und Albert Müller, Betreiber …
Die "Talschlampe" und der "Cousin"

"Es geht uns ums Prinzip"

Füssen/Landkreis – Der Tierschutzverein Füssen und Umgebung kommt nicht zur Ruhe.
"Es geht uns ums Prinzip"

Kommentare