Dem Bahnhofsneubau müssen auch Sylvia Meisinger und Sylke Kneifel weichen

Im "Stüberl" ist bald Schluss

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Für den Bahnhofskiosk regeln die Kolleginnen (von rechts) Sylvia Meisinger und Sylke Kneifel das Ende ihrer 2010 begonnenen Selbstständigkeit.

Füssen – Am Samstag, 28. Februar, ist der Kiosk am Füssener Bahnhof Geschichte – er wird wegen des bevorstehenden Abrisses durch die Firma Hubert Schmid geschlossen. 

Das gilt auch für das „Stüberl“, das von Sylvia Meisinger und Sylke Kneifel seit zehn Jahren ebenfalls geführt worden ist und sich im Laufe der Zeit als beliebter Treffpunkt für die frühe Tasse Kaffee und das Feierabendbierchen etabliert hat. 

Der beschlossene Bahnhofs-Neubau bedeutet für beide Geschäftsfrauen das Ende ihrer Selbstständigkeit. „Unser Vertrag läuft Ende Februar aus“, so Meisinger. Kollegin Kneifel ergänzt: „Wir bestellen keine neuen Waren mehr, sondern regeln das Aus fürs Stüberl und den Kiosk.“ Geplant ist im Bahnhofsneubau ein Café mit Backshop, erklärt Meisinger (der Kreisbote berichtete mehrfach ausführlich). 

Damit aber haben sie und ihre Kollegin nichts zu tun. „Es hat keine Gespräche darüber gegeben, ob sich mit dem Eigentümer nach den befristen Verträgen, die wir zuletzt immer hatten, noch ein weiteres Mietverhältnis vereinbaren lässt“, sagt sie. „Hier ist Ende Februar Schluss“, so Meisinger. Kollegin Kneifel ergänzt: „Wir haben wieder einen Termin bei der Arbeitsagentur.“ 

"Hatten unser Auskommen" 

Vor fünf Jahren war der Neustart in Eigenregie von der Agentur für Arbeit gefördert worden, denn zuvor waren Meisinger und Kneifel eine Zeitlang arbeitslos. Die Selbstständigkeit lief für die beide Füssenerinnen gut an. „Wir hatten unser Auskommen, weil wird sehr treue Gäste haben. Dafür können wir dankbar sein“, weiß Meisinger. Kollegin Kneifel nickt. 

Beide brachten Erfahrung in der Gastronomie mit und waren zuvor bei Wirt „Stan“ Heinle ein Jahrzehnt beschäftigt. Auf diesen folgten noch andere Pächter, als sich Meisinger und Kneifel entschlossen, „in Selbstständigkeit an unsere frühere Arbeitsstätte zurückzukehren. Wir kennen uns gut. Wir wussten, dass wir in vertrauensvoller Zusammenarbeit den Kiosk und die Gaststätte so betreiben könnten, dass zwei Gehälter möglich wären.“ 

Dieser Plan geht auf. Beide teilen sich jeden von sieben Wochentagen bis 19 Uhr. „Wir haben ab sieben Uhr jeden Morgen geöffnet. Da wird von unseren Gästen frischer Kaffee bestellt“, berichtet Meisinger. „Berufstätige trinken ihr Feierabendbierchen bei uns, um das Warten auf die öffentlichen Verkehrsmittel eine Stunde zu überbrücken“ ergänzt Kneifel. 

Wohin sich die Stammgäste vom „Bahnhof Stüberl“ ab März verteilen, ist beiden Wirtinnen nicht bekannt. Sicher ist derzeit nur, dass die zahlreichen älteren Leute, die bisher ihre Zeitung oder Fernsehzeitschrift gewohnheitsmäßig bei Meisinger und Kneifel kaufen, sich in wenigen Tagen einen anderen Kiosk suchen müssen.

Chris Friedrich

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