Eine Wiki des bayerischen Königshauses

Ein Stammbaum der Wittelsbacher, der mit Hilfe der Technik die Natur ins Haus holt. Das hätte sicher auch Ludwig I. gefallen, war sich Dr. Elisabeth von Hagenow sicher, die als erste Besucher den stellvertretenden Ministerpräsidenten Martin Zeil, seine königliche Hoheit Herzog Franz und den bayerischen Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer durch das Museum führte.

Was haben die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein miteinander zu tun, woher stammt König Ludwig II. und wer waren die Wittelsbacher? Gibt es die noch und was machen sie heute? Zahlreiche Fragen, auf die nun ein Museum Antwort geben wird – das Museum der Bayerischen Könige in Hohenschwangau. Es birgt in sich eine Landesausstellung, die die Schlösser, die bayerischen Könige und die Geschichte miteinander verknüpft und seit dem vergangenen Wochenende für das Publikum zugänglich ist.

Mit einem Festakt, dem nicht nur die Vertreter des Königshauses sondern auch Landes- und Kommunalpolitik beiwohnten, hat Herzog Franz von Bayern, das Oberhaupt des bayerischen Königshauses, das neue Museum eröffnet. Nach vier Jahren Planungs- und einem guten Jahr Bauzeit erschließt sich (wie berichtet) die fast 800-jährige Geschichte des Königshauses bis in die Neuzeit. Dazu wurde das einstige Grandhotel Alpenrose, von jeher im Besitz des Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF), einer neuen Nutzung zugeführt. Er begrüße es, so Herzog Franz, dass die Geschichte des Hauses Wittelsbach seit den Anfängen im Jahr 1180 bis in die Gegenwart erzählt werde. Und dass dabei auch die Rolle von Ludwig II. in einen größeren historischen Rahmen eingeordnet werde. Das bayerische Königshaus sei mehr als nur Ludwig II., so seine königliche Hoheit. Vor allem neue Impulse für Hohenschwangau erhofft sich Peter Scheerkamp, Generaldirektor des WAF. Sind die Planungen doch auch im Zuge des verkehrstechnischen Entwicklungskonzeptes für Hohenschwangau entstanden, das derzeit, vor allem aus Kostengründen, wie auch Bürgermeister Reinhold Sontheimer unterstreicht, auf Eis liegt. Aber der erste Stein ziehe Kreise, so Scheerkamp in Hinblick auf die weitere Entwicklung Hogaus. Man könne natürlich als Tourismusort auch die Entwicklung verschlafen, insbesondere da Hohenschwangau so etwas wie die Visitenkarte Bayerns sei. Zunächst aber wird das neue Museum eine doppelte Funktion erfüllen – die Wissenslücke der zahlreichen Schlossbesucher einerseits schließen. Und als „drittes Schloss“ Anlaufpunkt für die Gäste werden. Wie viele Besucher das Museum anziehen wird, müsse man abwarten, waren sich die Tourismusvertreter, vor allem aber Projektleiterin Dr. Elisabeth von Hagenow und die neue Museumsdirektorin Dr. Luitgard Löw, einig. Dass das Museum nachgefragt werde, war schon lange vor der Eröffnung klar, auch, weil man die Schlossbesucher entsprechend befragt hatte. Nun soll der Eintritt in verschiedenen Kombinationen angeboten werden, als eigenes Ausflugsziel oder um die Wartezeit bis zum Schlossbesuch zu überbrücken. Bis kurz vor der Eröffnung, zu der neben Herzog Franz auch der bayerische Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch sowie der stellvertretende Bayerische Ministerpräsident Martin Zeil nach Hohenschwangau gekommen waren, wurde im neuen Museum noch gewerkelt. Am Morgen des Eröffnungstages waren die letzten Exponate in der schönsten Adresse Bayerns, der Alpseestraße 27, wie es später auch Bürgermeister Sontheimer ausdrückte, eingetroffen. Noch in der Arbeit ist dabei vor allem die digitale Geschichtsaufarbeiten, die man schon jetzt in Teilen auf einem Ipad nachvollziehen kann. Künftig, so brachte es Professor Hermann Rumschöttel zum Ausdruck, soll eine Art „Wiki“ über das Königshaus Wittelsbach entstehen.

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