Museum gedenkt König Ludwigs Thronjubiläum

Der Journalist Klaus Reichold erklärt wie König Ludwig II. zum Mythos wurde. Hier ist er mit einem der zahlreichen Bildnisse zu sehen, die Ludwig als Ikone darstellen. Foto: gau

Schwangau – Am 10. März 1864 bestieg Ludwig von Bayern den bayerischen Thron. Er sollte zu einem der bekanntesten Herrscher werden. Wie kommt es aber, dass der Märchenkönig zu einem Mythos wurde? Das hat der  Klaus Reichold vor kurzem im Museum der bayerischen Könige erörtert.

Ist König Ludwig II. ein Superstar, vergleichbar mit Michael Jackson, Elvis Presley oder John F. Kennedy? Folgt man den Ausführungen des Journalisten Klaus Reichold, lautet die Antwort Ja. Für den Münchner, der anlässlich des Thronjubiläums im Museum der bayerischen Könige einen Vortrag hielt, ist der „Kini“ Mythos und Ikone zugleich. Mit einer Gruppe besuchte Reichold das Museum, das dem Königshaus Bayerns gewidmet ist. Er ging in seinem Festvortrag darauf ein, wie es König Ludwig II. gelungen sei, zum Mythos zu werden. 

Hat der bayerische König des 19. Jahrhunderts einen größeren Glamourfaktor als der Ministerpräsident von Niedersachsen des Jahres 2014? – diese Frage stellte Reichold gleich an den Beginn seines Vortrages um sie im nächsten Atemzug zu bejahen. Natürlich ist Stephan Weil nur einer von 16 gleichgestellten Politikern im Bund. Während zur Zeit Ludwigs nur fünf weitere Könige in den Grenzen Deutschlands regieren. Doch dies sei nicht allein die Antwort darauf, warum Ludwig die populärste Gestalt der bayerischen Geschichte und eine der touristischen Ikonen Europas sei.  Ludwig ist Kult und Reicholds Worten zufolge der weltweit bekannteste Bayer, sogar unter den Top drei Deutschen in den USA. Dafür bemühte der Historiker zahlreiche Quellen und versuchte zu zeigen, dass Ludwig von Bayern schon zu Lebzeiten ein Superstar gewesen sei, bei dessen Anblick die Damen, ähnlich den Beatles, reihenweise in Ohnmacht gefallen seien. Dass man dem König sogar im Film huldigt und Walt Disney sich Neuschwansteins bedient als Vorbild für seine Ver-gnügungsparks, sind da nur noch die I-Tüpfelchen auf der Beweisführung Reicholds. 

Dabei hatte Ludwig selbst viel dazu beigetragen, um seinen Mitmenschen ein Rätsel zu bleiben – gewollt oder nicht. Natürlich muss Ludwig ein Sexsymbol gewesen sein, die nachgesagten Liebschaften mit Sisi oder seinen Adjutanten komplettieren das Bild des Mythos Ludwig, der nur durch ein Verbrechen, das ebenso mysteriös wie bis heute ungeklärt ist, aus dem Leben gerissen werden kann. Da spielt es fast keine Rolle mehr, dass vieles, was im Zusammenhang mit Ludwig geschrieben und gesprochen wird, so nicht mehr verifizierbar ist. König Ludwig, so Klaus Reichold, sei ein großes Wunschkonzert. Es gebe immer Berichte und Quellen, die für die eine oder andere These sprächen oder diese unterstützten. Aber der Mensch Ludwig entzieht sich schlicht jeglicher Einordnung, folgert der Vortragende. Deshalb könne jeder glauben, was er persönlich wolle und in Ludwig sehe. Das sei der Mythos König Ludwig II, oder schlicht eine sagenhafte Geschichte. gau

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