FC Füssen stellt Pläne für Kunstrasenplatz den Stadträten vor

Hoffen auf die Stadt

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Bisher muss sich der FC Füssen mit einem Naturrasen begnügen.

Füssen – Dem FC Füssen fehlt, was für andere Vereine in der Region längst eine Selbstverständlichkeit ist: ein Kunstrasenplatz. Projektleiter Bernd Kanat hat am Dienstag im Sportausschuss das Projekt vorgestellt, für das der Verein noch händeringend Geldgeber sucht.

Seit 2014 ist die Gruppe „Kunstrasenplatz FC Füssen“ aktiv und sieht gute Chancen,diesmal Erfolg zu haben. Allerdings, wie Kanat sagte, nicht im Alleingang. „Um im zweiten Anlauf das wichtige Projekt Kunstrasenplatz zu verwirklichen, brauchen wir die Stadt Füssen als Partner“, so Kanat. Bei seiner Projekt-Präsentation im Rathaus nannte er 380.000 Euro Gesamtkosten, die seiner Kalkulation zugrunde liegen. Um die Kosten decken zu können, müsse Geld aus verschiedenen Quellen fließen: Eigenkapital des Vereins, Zuschüsse, Fördermittel und Sponsorengelder sowie Bankkredite zu den derzeit besonders günstigen Konditionen. FC-Vorsitzender Rudolf Vieweger bedankte sich dafür, „dass wir das Projekt in diesem Rahmen vorstellen dürfen. Es ist für unseren Traditionsclub unumgänglich, das es in der Sportstadt Füssen den Kunstrasenplatz gibt.“

In zwei Jahren, wie Vieweger erwähnte, kann der FCF ein besonders großes Jubiläum feiern: der Verein wird 100 Jahre alt. In enger Partnerschaft wolle der Club Weichen für die Zukunft stellen. „Der FCF ist mehr als ein Fußballclub. Er ist ein Teil unserer Stadt“, wie Kanat erklärte. Er wies am Beispiel seiner Familie darauf hin, dass der Club „enorm wichtig für die Integration war und ist. Ich bin mit neun Jahren hier zum Fußball gekommen, was für meinen Werdegang sehr prägend war. Unsere Kinder können sich in Vereinen wie dem FC Füssen gut entwickeln. Sie sind weg von der Straße, lernen soziales Verhalten und hängen als Heranwachsende nicht am Bahnhof herum.“ Auf einem Kunstrasenplatz könnte „das ganze Jahr über trainiert und gespielt werden. Im Vergleich zu heute kann das Verletzungsrisiko gesenkt werden.“ Die Plätze, die derzeit zur Verfügung stehen, „müssen oft gesperrt werden. Sie sind total überbelastet.“ Diese Tatsache ziehe „immer höhere Sanierungskosten nach sich“.

Kunstrasenplatz soll vermietet werden

Kanat weiter: „Der Nutzung von Naturrasenflächen sind natürliche Grenzen gesetzt.“ Wie er dem Ausschuss, aus dem technische Verständnisfragen von Andreas Eggensberger (CSU) und Wolfgang Bader (SPD) kamen, erläuterte, garantiere der vom Club favorisierte Hersteller, dass über den Zeitraum von 20 Jahren für den neuen Kunstrasen keine Sanierungsarbeiten in Rechnung gestellt würden.

„Wir werden den Kunstrasenplatz, wie auch andere Vereine es mit wirtschaftlichem Erfolg tun, stundenweise vermieten. Das bringt Geld in die Vereinskasse.“ Der Kunstrasenplatz sei folglich eine Investition, die sich in sportlicher und finanzieller Hinsicht auszahlen werde. „Ein Kunstrasenplatz trägt auch zur Erhöhung der touristischen Attraktion der Stadt und zu einer besseren Auslastung der Hotels bei.“

Außerdem: Nur ein Kunstrasenplatz könne auf Dauer den Trainings- und Spielbetrieb gewährleisten und große Fußballturniere ermöglichen, wie sie in früheren Jahren ganz selbstverständlich waren. Anfragen für mehrtägige Trainingscamps von Profi- und Amateurmannschaften, die gerne nach Füssen kommen möchten, „müssen wir abschlägig bescheiden“, bedauerte Kanat.

Aktionen zur Finanzierung sind geplant

Der Club selbst, der zuletzt 50.000 Euro für das Clubheimdach aus Eigenmitteln einsetzen musste, plane verschiedene Aktionen, um die Finanzierung zu stemmen. Dazu gebe es, „je nachdem welche Finanzierung und welche Zuschüsse in Zusammenarbeit mit der Stadt fließen können, unterschiedlichste Modelle. Die errechnete Belastung der Stadt liegt je nach Finanzierungs-Variante bei nur zirka zehn bis 20 Prozent der Gesamtkosten“, so Kanat. Der FC werde darüber hinaus mit Eigenleistungen die Kosten senken. „Dazu laufen bereits Gespräche, um unsere Ideen umsetzen zu können“, freut er sich über die Unterstützung durch Mitglieder. „Wichtig für den Verein ist, dass die Stadt Füssen als Sportstadt uns durch die notwendige Bürgschaft unterstützt.“

„Einzige Lösung”

Die Umsetzung müsse in Abstimmung mit der Stadt erfolgen. „Steht die Stadt hinter dem Projekt, dann kann sicherlich sehr kurzfristig seine Umsetzung erfolgen“, kündigte Kanat an. „Verlegt ist dieser Kunstrasen, wenn 20 Mann anpacken, in zwei Tagen.“

Sein Fazit: „Der Kunstrasenplatz ist die einzige Lösung, dauerhaft die Kosten der ständigen Sanierungsmaßnahmen für Stadt und Verein zu reduzieren und den Füssener Sport zu fördern, um weiteren sportlichen Nutzen zu erreichen.“

Fest steht bereits der Termin für einen „Runden Tisch“ Anfang Dezember, an dem Vertreter des Baseballvereins Royal Bavarians teilnehmen, dessen Regionalliga-Spiele bislang auf dem Hartplatz neben dem Hauptsportfeld des FC angesetzt waren. Dieser Platz entspricht allerdings nicht den Verbandsvorgaben für den Spielbetrieb, so dass auch dieser Sportverein konkrete Pläne für die Zukunft umsetzen will (der Kreisbote hat mehrfach berichtet).

Chris Friedrich

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