Endlosdebatte: Der Füssener CSU-Ortsverband diskutiert über die Sanierung des Mitterseebads

"Solide Erhaltung, aber nicht deluxe"

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Wie wird die Zukunft des Mitterseebads ausschauen? Das soll sich voraussichtlich im Herbst entscheiden.

Füssen – Die Lokalpolitik verabschiedet sich im August erst einmal in die Sommerpause, doch im Herbst wird es „sehr spannend“ weitergehen, meinte Peter Hartung, Erster Vorsitzender der CSU Füssen, Hopfen und Weißensee am Montag bei der Ortshauptversammlung der CSU.

Eines dieser Themen werde die Zukunft des Mitterseebads sein. Eine Arbeitsgruppe aus Architekten, Stadträten und engagierten Badegästen sollte dafür Konzepte erarbeiten. Doch diese ist jetzt „in einer Missstimmung auseinandergegangen“, informierte Dr. Christoph Böhm. „Die Traditionsbesucher wollen möglichst wenig verändern. Sie wollen es so erhalten wie es ist“, erklärte Böhm, der selbst in der Arbeitsgruppe ist.

Eine andere Vorstellung haben aber offenbar die Architekten. „Sie wollen zeigen, was sie können“, sagte Böhm. Und werden zudem anteilig an der Bausumme bezahlt, so der CSU-Stadtrat. So hätten sie zwei Konzepte vorgestellt, wobei das kleinere der beiden schon große Veränderungen mit sich bringe.

Darin sei unter anderem ein barrierefreier Zugang, ein Floß und einen Kinderspielplatz geplant. „Das ist alles sehr groß ausgelegt“, meinte Böhm. „Das geht schon in die Hunderttausende. Die Augen tränen, was das alles kosten wird.“ Deshalb seien die engagierten Mittersee-Damen rund um Dina Bader enttäuscht und wollen nicht mehr in der Arbeitsgruppe mitarbeiten.

 Doch am Ende wird der Stadtrat entscheiden, wie es mit dem Mittersee weitergeht. Damit die Räte bereits in den Fraktionen die Konzepte besprechen können, habe Bürgermeister Paul Iacob (SPD) laut Böhm versprochen, dass sie vor der entscheidenden Sitzung die genauen Kosten erhalten. „Wir kriegen die Möglichkeit über jeden einzelnen Posten abzustimmen“, informierte Böhm die versammelten CSU-Mitglieder.

Diese waren der Meinung, dass man das Bad auch mit geringem Einsatz und damit kostengünstiger retten könne. Und schlugen sich damit auf die Seite der Mittersee-Damen. „Die Maßnahmen erschließen sich mir nicht in der großen Form“, meinte Hartung. „Das gesamte Gelände hat keine Entwässerung.“ Auf seinen Vorschlag erst einmal eine kostengünstige Ringdrainage zu legen, um zu prüfen, ob damit schon ein weiteres Absenken des Gebäudefundaments verhindert werden könne, habe er keine Antwort erhalten. „Es wird als gesetzt gesehen, dass man das Bad ohne große Maßnahmen nicht erhalten kann. Das bezweifle ich“, so Hartung. „Warum gibt es keine Debatte darüber, mit eigenen Mitteln zu versuchen das Bad zu erhalten?“ Die notwendigen Geräte gäbe es schließlich im Bauhof.

Auf einen Nenner kommen 

Doch vielleicht sei das auch die Taktik des Bürgermeisters, vermutete Böhm. „Möglichst groß reinzugehen und dann zu sagen, das wollen wir nicht (Sanierung des Mitterseebads – Anmerk. d. Rd.).“ Überhaupt fehle erst einmal eine Grundsatzentscheidung, erklärte Niko Schulte. Der Stadtrat müsse auf einen Nenner kommen, ob man das „non plus ultra“ oder eine möglichst günstige Lösung möchte. Ein einfacher Badebetrieb klappe schließlich auch am Alpsee. „Warum funktioniert es hier und bei uns nicht?“, fragte sich Schulte.

Nach Konzept erkundigen Und auch, dass man ohne umfangreiches Konzept keinen neuen Pächter für die Gastronomie finden werde, falls der bisherige aufhöre, konnten sich die Christsozialen nicht vorstellen. „Bei den Konditionen und bei den Leuten, die da hoch gehen, findet man immer einen Pächter“, ist sich Böhm sicher. Andernfalls könne man sich bei der Gastronomie nebenan, die immerhin ein Ganzjahresbetrieb sei, nach dem Konzept erkundigen, warf Christoph Weisenbach, Stellvertretender Ortsvorsitzender, ein. „Wir sind uns einig“, schloss Böhm die Diskussion. „Wir wollen eine solide Erhaltung, aber nicht deluxe. Eben das, was die Damen wollen.“ Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der kommenden Mittwochsausgabe.

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