Stadträte durchkreuzen Iacobs Pläne

Die Dr.-Enzinger-Straße (links) trennt das Gelände vom Schulzentrum. Im Hintergrund ist das Neubaugebiet „Wohnen am Park“ auf dem ehemaligen Hallenbadgelände zu sehen. F: Archiv

Füssen – Bürgermeister Paul Iacobs Pläne, eine Fläche nördlich der Berufsschule für eine Schulhauserweiterung zu reservieren, scheinen vorerst vom Tisch zu sein. Denn der Bauausschuss hielt das für ungerecht – und begrüßten mit 8:3 Stimmen die Voranfrage der Eigentümer für ein Wohnhaus.

In der vergangenen Sitzung hatte der Bauausschuss die Stadtverwaltung beauftragt, erneut mit den Besitzern zu sprechen (der Kreisbote berichtete), doch von denen sei „kein Entgegenkommen zu erwarten“, sagte Iacob. Vielmehr hätten sie deutlich gemacht, dass die Stadt die Fläche „jederzeit kaufen“ könne, wenn die Bauvoranfrage genehmigt sei. Denn dann habe das Areal als Baufläche einen höheren Wert, sagte der Rathauschef. Da eines Tages die Ganztagsschule kommen werde, seien solche Flächen für die Stadt notwendig, fügte er an. Deshalb sollte der Bauausschuss dem Stadtrat empfehlen, den Bebauungsplan von Wohnbebauung in eine Sonderbaufläche für pädagogische Zwecke umzuwidmen. Gleichzeitig sollte das Gremium die Bauvoranfrage der Grundstückseigentümer ablehnen. Denn die würde Iacobs Pläne durchkreuzen.

Doch auch die Stadträte blieben bei ihrer Meinung und stellten sich zum Großteil quer. So plädierte Martin Lochbihler (CSU) weiter dafür, dass „Recht und Gerechtigkeit Hand in Hand gehen“ und man die Schule besser auf ihrem bisherigen Gelände erweitern sollte. „Ich sehe es nicht so dramatisch wie Sie, Herr Iacob“, sagte Christoph Böhm (BFF). Die Schülerzahlen werden sich in den nächsten zehn Jahren nicht verändern, meinte er und fügte an, „wenn am Vormittag die Räume reichen, reichen die nachmittags auch“. 

Vielmehr geht es um die Frage „zu welchem Preis die Stadt das Gelände benutzen kann“, sagte Ursula Lax (CSU). Der Bürger müsse eine Rechtssicherheit haben, dass er beim Verkauf seines Grundstücks einen ähnlichen Preis wie seine Nachbarn erzielen werde. Sonst verlieren die Bürger das Vertrauen in die Stadt. Wenn der Stadtrat das Grundstück will, „müssen wir einen entsprechenden Preis dafür zahlen“, sagte Lax. Ähnlicher Meinung waren wohl die meisten Stadträte, die gegen den Willen der SPD und Füssen-Land die Bauvoranfrage absegneten. kk

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