Ein Erfolg für Füssen-West

Vom Bahnübergang am Venetianerwinkel (Foto) geradeaus bis zur Froschenseestraße soll die Mariahilferstraße zur Fahrradstraße werden. Foto: Knoll

Maximal 30 km/h dürfen Fahrzeuge probeweise für ein Jahr in der Welfenstraße fahren. Für diesen empfehlenden Beschluss, der jetzt in den Stadtrat gehen wird, hat sich der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig ausgesprochen. Außerdem empfiehlt das Gremium, die Mariahilferstraße zwischen der Froschenseestraße und dem westlichen Bahnübergang am Venetianerwinkel zur Fahrradstraße auszuweisen.

Mit einer Unterschriftenaktion hat der Verein Füssen-West seinen Wunsch, die Geschwindigkeit in diesem Gebiet auf Tempo 30 zu reduzieren, untermauert. Dabei sind rund 800 Unterschriften zusammen gekommen. Eine „respektable Anzahl“ wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) im Verkehrsausschuss am Dienstag erklärte, worauf das Gremium diesen Antrag diskutiert hat. Allerdings wies Manfred Schweinberg vom Verkehrsamt mit Blick auf Paragraph 45 der Straßenverkehrsordnung daraufhin, dass man die Welfenstraße nicht in die Tempo-30-Zone einschließen dürfe. Denn keine Vorfahrtsstraße darf in einer „30-Zone“ liegen, in der grundsätzlich rechts-vor-links gilt. Zudem fahren in diesem Bereich die meisten Fahrzeuge nicht über 50 km/h, was eine Verkehrszählung untermauere. So fährt die Mehrzahl der Autos, die Richtung Westen unterwegs sind, zwischen 45 und 50 km/h. In die andere Richtung sind „die Zahlen fast identisch“. Nur fahren hier die meisten Autos wegen parkender Fahrzeuge zwischen 40 und 45 km/h. Eine Tempo-30-Zone „überall, aber nicht in der Welfenstraße“ anzubringen, dafür sprach sich auch Polizist Thomas Meiler aus. Denn diese Straße sei eine Durchgangsstraße in das Gewerbegebiet und müsse deshalb eine Vorfahrtsstraße bleiben. Außerdem darf eigentlich in einer „30-Zone“ kein Linienverkehr fahren, da dieser, so Meiler, vorfahrtsberechtigt ist. Er könne sich aber gut vorstellen probeweise für ein Jahr Tempo-30-Schilder an der Welfenstraße anzubringen. So würde die Höchstgeschwindigkeit reduziert werden und die Straße bliebe trotzdem vorfahrtsberechtigt. Das könne er gut unterstützen, meinte daraufhin Martin Metzger (BFF). Denn die Welfenstraße, da stimmte er zu, muss eine Vorfahrtsstraße bleiben. Rund 30 bis 40 Prozent der Einsätze des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) gehen durch diese Straße. Wenn die allerdings in die Tempo-30-Zone fällt, würde der Einsatzwagen, so Metzger, ein bis zwei mal im Jahr in Unfälle verwickelt werden und das „können wir uns nicht leisten“. Allgemein seien „30-Zonen“ bei Rettungseinsätzen „immer ein Sicherheitsrisiko“. Kein wechselseitiges Parken Das sogenannte wechselseitige Parken, schlossen die Räte hingegen ganz aus. Denn dadurch hätte weder der Winterdienst, so Ursula Lax (CSU), noch der Linienverkehr, wie Schweinberg erklärte, genügend Platz. Auch würde das durch das ständige Abbremsen und Anfahren zu einer großen Umweltbelastung führen, meinte Iacob und fügte hinzu, dass dabei auch nicht genügend Parkplätze für die Anwohner gebe. Laut Iacob sind die Nebenstraßen im Füssener Westen zwar stark frequentiert, aber die Fahrzeuge können aufgrund der Parkplätze und der Bepflanzung eigentlich nicht schneller als 30 km/h fahren. In der Mariahilfer- und der Welfenstraße regle sich das aber nicht von selbst. Deshalb einigte sich das Gremium darauf dem Stadtrat zu empfehlen, dass die Welfenstraße probeweise für ein Jahr auf Tempo 30 beschränkt wird. Dann wolle man sich noch einmal zusammensetzen. Zudem soll die Mariahilferstraße zur Fahrradstraße werden, die für Autos und den Linienverkehr frei ist. Auch das empfahl einstimmig. Da jedoch Meiler einwarf, dass der Straßenabschnitt am westlichen Bahnübergang am Venetianerwinkel eine Vorfahrtsstraße bleiben muss, geht die Fahrradstraße von der Froschenseestraße bis zu diesem Punkt. In diesem Bereich liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 30 km/h und Fahrradfahrer haben Vorrang.

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