Erfolgsrezept: Vorsorgeuntersuchung

Gerda Bechteler vom Mitveranstalter – Verein der Freunde und Förderer des Krankenhauses Füssen – probiert sich als Chirurgin. Ihr assistiert Dr. Roland Vieth. Foto: cf

Das Arzt-Patienten-Seminar zur „Darmkrebsvorsorge“ im Kuppelsaal des Füssener Krankenhauses hat kürzlich das Gesundheitsthema unter dem Aspekt Prävention behandelt. Dass Vorbeugen durch frühes Erkennen tatsächlich zum Erfolgsrezept werden kann, wurde in den Kurzreferaten der Fachärztin Dr. Wiebke von der Emde und ihrer drei Kollegen für die zahlreichen medizinischen Laien deutlich, die sich zu Beginn der Informationsveranstaltung am Endoskopie-Modell selbst wie Operateure fühlen durften. Dr. Peter Schwarz lud abschließend zu einer Besichtigung des Endoskopiezentrums ein.

Dr. Thomas Koeth und Dr. Roland Vieth informierten die Seminarteilnehmer über die von ihren eingesetzte Schlüsselloch-Chirurgie und freuten sich, dass die ihr Übungsangebot am Endoskopie-Modell gut annahmen. Gummibärchen sym- bolisierten dabei die bösartigen Tumore im Darm, die sich mit moderner Medizintechnik und der Kunst der spezialisierten Chirurgen „zerstören“ und entfernen lassen. Die schlechte Nachricht: Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung und führt jedes Jahr zu 30.000 Todesfällen. Die gute Nachricht: Wer sich vor einem Arztbesuch nicht drückt, sondern an der VorsorgeUntersuchung teilnimmt, ist meist schnell alle Sorgen los und kann gut zehn Jahre bis zum nächsten Vorsorgetermin verstreichen lassen, wenn in dieser Phase keine akuten Beschwerden auftreten. „Die Darmspiegelung ist das beste und das sicherste Instrument zur Vorsorge“, betont der Füssener Internist Dr. Andreas Feil mit Facharztpraxis auf dem Klinikgelände. Er arbeitet „eng mit uns Krankenhausärzten zusammen“, so Vieth gegenüber dem KREISBOTE. Wie Feil erklärte, ermögliche die Darmspiegelung eine „umfassende Diagnose. So können wir Therapien zum Wohl des Patienten einsetzen.“ Polypen sind eine gutartige Vorstufe von Darmkrebs. Dieser Krebs entsteht immer aus den Polypen, die unbemerkt wachsen, bevor sie entarten. „Zu den Therapien, die wir mit großen Erfolgen einsetzen können, gehört das Abtragen der Polypen“, so der Internist. „Darmkrebs ist einzigartig, man hat Zeit seine Vorstufen zu finden und kann sie entfernen.“ Untersucht wird der gereinigte Darm mit einem dünnen, flexiblen Schlauchsystem, „Dieses System ist mit einer Lichtquelle und Videokamera ausgerüstet.“ Die Ärzte nehmen dem Patienten die Angst vor der Untersuchung, indem sie ihm ein Schlaf- und Beruhigungsmittel geben. „Während der Untersuchung kann bei Bedarf die Dosis erhöht werden“, erklärte Feil. „Angst vor Schmerzen muss der Patient daher nicht mehr haben. Nur erfahrene Ärzte dürfen eine solche Vorsorge-Darmspiegelung durchführen.“ Die Ärzte bieten aber auch Alternativen an, meinte von der Emde: „Wird die Spiegelung abgelehnt, kann ein Stuhltest gemacht werden. Dieser Test ist jedoch unsicherer als die Spiegelung.“ Bei einer familiären Vorbelastung gilt die Faustregel: Zehn Jahre vor dem Alter, in dem ein älterer Verwandter an Darmkrebs oder Darmpolypen erkrankt ist, sollte der Betroffene unbedingt zur Vorsorge gehen. Feil fügte hinzu: „Mit meinen Kollegen erlebe ich es immer wieder wie befreiend es für jemanden ist, wenn er von uns ganz schnell die gute Nachricht bekommt, dass sein Darm gesund ist.“

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