Als vierter Verein lagert die Feuerwehr Füssen ihre Akten im Stadtarchiv ein

Feuerwehr übergibt Archiv

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Füssens Bürgermeister Paul Iacob (links) und Klaus Beylschmidt, Erster Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Füssen, unterschreiben den Archivvertrag.

Füssen – Als vierter Füssener Verein hat die Freiwillige Feuerwehr Füssen ihr Archiv im Mai der Stadtarchivarin Ruth Michelbach anvertraut. Den entsprechenden Vertrag haben am Dienstag Bürgermeister Paul Iacob und Klaus Beylschmidt, Erster Vorstand der Feuerwehr Füssen, im Rathaus unterzeichnet.

30 sogenannte Archivkartons mit 230 Akten haben die Füssener Floriansjünger im Mai Michelbach übergeben. Darin befinden sich unter anderem Jahresrechnungen von 1862 bis heute, alte Feuerwehrzeitungen bis 1896, Dias, Fotos, Dienstvorschriften, Mitgliederverzeichnisse, Berichte über Einsätze und Vereinsfeiern oder auch Theaterstücke. 

Auch über die Leistungen von Xaver Stöger, Füssens Kommandant während des Zweiten Weltkrieges, wird berichten. Ihm ist es laut Michelbach zu verdanken, dass Füssen kampflos den Amerikanern übergeben wurde. „Sehr froh“, sind die Floriansjünger laut Beylschmidt, dass Michelbach jetzt die Archivarbeit für den Verein übernimmt. Bis vor rund zehn Jahren hat der ehemalige Kommandant Walter Kroiß das jahrzehntelang getan. Doch danach sei das nicht mehr „in der Intensivität“ geschehen, so Beylschmidt. Michelbach war auf jeden Fall „sehr dankbar“ für Kroißes Arbeit. Er habe sich gut um das Archiv gekümmert. 

Die Stadtarchivarin hat die Akten bereits gesichtet, geordnet, archiviert und in das System eingegeben. Zukünftig sollen die Akten noch digitalisiert werden. Natürlich bleiben die aber auch weiterhin im Besitz der Füssener Feuerwehr. Die habe „jederzeit das Recht sie einzusehen oder Neues reinzustellen“, so Michelbach. Damit das auch zukünftigen Generationen bewusst ist, wurde das in einem Vertrag festgehalten, den beide Parteien jetzt unterzeichneten. 

Seit etwa drei Jahren können Füssener Vereine ihr Archiv zur professionellen Aufbewahrung dem Stadtarchiv übergeben. Der Erste, der das in Anspruch nahm, war der Gartenbauverein – ein weiterer Archivkarton zog ins ehemalige Benediktinerkloster ein. Das machten anschließend der Tennisclub, der Liederkranz und zuletzt auch die Feuerwehr nach, allerdings mit weit mehr Kartons. Jetzt wird „der Platz langsam knapp“, so Michelbach. 

Deshalb könnte sie nur noch wenige, alte Akten aufnehmen. Die stehen dann Interessierten beispielsweise zu Forschungszwecken zur Verfügung. Außerdem können so Quer-verbindungen gezogen werden, die Geschichte lebendig machen, so die Stadtarchivarin. Wie bei der ersten Übung der Füssener Floriansjünger 1862: Nüchterne Infos darüber stehen im Feuerwehrarchiv, eine Malerei davon ist in Bernhard Hörmanns Chronik zu sehen, die sich im Füssener Museum befindet. Die „war noch etwas chaotisch“, lacht Michelbach, mit Blick auf das Bild.

Katharina Knoll

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