Elisabeth Wintergerst und der Verein "Alt Füssen" stellen den Film "Margareta von Schwangau" vor

Schattenbilder erzählen Geschichte

+
Margareta von Schwangau – Leben, Liebe und Leid einer außergewöhnlichen Burgfrau“ heißt der Film von Elisabeth Wintergerst (rechts). Ihr stand kreativ und technisch eine weitere Füssenerin zur Seite: Ligeia Philipp (links).

Füssen – Elisabeth Wintergerst hat jetzt im Kolping-Gesellenhaus ihren Film „Margareta von Schwangau“ vorgestellt, der 69 informative und unterhaltsame Minuten bietet.

Eingeladen ins „Kino“ hatte der Verein „Alt Füssen“. Die 50 Besucher dankten für die Vorführung, indem sie begeistert Beifall spendeten. Eingeführt in die kulturhistorische Abendveranstaltung mit Blick auf das Rittergeschlecht in Schwangau hatte – sachkundig und humorvoll – Magnus Peresson, Vereinsvorsitzender und - wie auf der Leinwand vorgestellt – „Heimatforscher“. Zu Geschichte und Literatur – Margareta war mit Oswald von Wolkenstein verheiratet – fand Peresson mit Gedichten und Geschichten über die wilde Zeit besagter Ritter von Schwangau vorab genau den richtigen Ton, um auf diese 69 Minuten-Film neugierig zu machen. 

Als der Abspann von „Margareta“ lief, war sofort zu spüren, wie beeindruckt das Publikum war. Wintergerst schrieb das Drehbuch und führte Regie. Ihre Auseinandersetzung mit der auf der Burg Hinterhohenschwangau geborenen Margareta ist kein üblicher Kostümfilm, der Geschichte in Spielszenen nacherzählen will. Intelligent wird die „Ausnahmeerscheinung Margareta“, die sich Bildung aneignet, um in der Rolle als Burgherrin bestehen zu können, in ihren vielen Facetten beleuchtet. Dies gilt auch für Oswald von Wolkenstein. 

„In seinen Werken werden anschaulich die Kultur und Lebensbedingungen am Ende der Ritterzeit beschrieben“, sagte Wintergerst. Daraus wird deshalb häufig zitiert. Hier und in Briefen als Quellen fand sie den Ausgangspunkt für ihren sehenswerten Film. In den Dokumentationen mit Blick auf ganz besondere Protagonisten in der europäischen Geschichte wird oft peinliches Amateurtheater inszeniert. Wintergerst hingegen wählte den Kunstgriff, „Schattenbilder“: eine gelungene Form, um poetisch einen Einblick ins Leben eines klugen Burgfräuleins zu präsentieren, das mit der Familie hinter kalten Mauern, wie Dr. Joachim Zeune klar stellte, auf Frühlingssonne warten muss. 

Durch die „kostbaren schriftlichen Zeugnisse“ – große Dichtung und rege Korrespondenz – sei die adelige Schwangauerin „die erste Frau im Allgäu, deren Lebensweg wir durch Freude und Schmerz über den Alpenhauptkamm bis nach Südtirol mitgehen können. Die Welt ist im Umbruch. In diese Zeit hinein gebiert die Margareta sieben Kinder, die sie zu Mut und aufrechtem Christentum erzieht“, betonte die Füssenerin, die auch als Buchautorin bekannt ist. 

Wintergerst erklärte auf Anfrage des Kreisboten: „Mir ging es hier auch darum, die Musik der damaligen Zeit vorzustellen. Der Film ist dafür ein sehr geeignetes Medium.“ Der Beifall im „Gesellenhaus“ galt auch der Füssenerin Ligeia Philipp, verantwortlich für Kamera, Schnitt und Coverdesign der DVD, die im Buchhandel und direkt bei Wintergerst erhältlich ist.

Chris Friedrich

Meistgelesene Artikel

Neue Ideen

Pfronten – Für frischen Wind beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten im Pfarrheim St. Nikolaus sorgten jetzt die Geistlichen Andreas …
Neue Ideen

Die "Talschlampe" und der "Cousin"

Füssen – Ob Schweizer Militärfahrrad, XL-Mountainbike oder Bergabrad: Bei ihrer eintägigen Schau haben Hannes Zacherl und Albert Müller, Betreiber …
Die "Talschlampe" und der "Cousin"

"Es geht uns ums Prinzip"

Füssen/Landkreis – Der Tierschutzverein Füssen und Umgebung kommt nicht zur Ruhe.
"Es geht uns ums Prinzip"

Kommentare