Tegelbergbahn will Beschneiungsanlagen aufrüsten

"Der Nutzen steht nicht in Frage"

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Neben einer Ertüchtigung der Pumpleistung will die Tegelbergbahn GmbH&Co.KG auch in sechs neue Schneekanonen investieren.

Füssen – Die Tegelbergbahn will ihre Beschneiungsanlage aufrüsten. Dabei hofft sie auch auf einen Zuschuss der Stadt Füssen, die an der GmbH&Co.KG beteiligt ist. Das Projekt hat am Dienstag Geschäftsführer Franz Buchner im Finanzausschuss vorgestellt. Ein Beschluss soll aber erst der Stadtrat fassen 

Die entscheidende Frage sei: „Wollen wir Schneesicherheit oder wollen wir sie nicht“, erklärte Iacob. Denn seit Jahren haben die Skiliftbetreiber mit immer kürzeren Kältetagen zu kämpfen. Das wirkt sich stark auf die Kunstschneeproduktion aus. Denn: Erst ab minus vier Grad Celsius kann Kunstschnee gemacht werden, so Bucher. Besser sei jedoch minus sechs bis sieben Grad. Dann könne man die doppelte Menge produzieren. 

Im vergangenen Jahr hatte das Personal „vor Weihnachten keine Chance zu beschneien“, weil es zu warm war, so Bucher. Ausgerechnet in der Zeit, in der das Hauptgeschäft stattfindet. Bis Heilig-Drei-König mache die Bahn 40 Prozent ihres Umsatzes, erklärte der Geschäftsführer. Man sei jetzt an einer Grenze, wo er die Investition empfehlen müsse. „Wir müssen eine gesicherte Schneelage haben für die Tagesgäste.“ Aber nicht nur für die sei die Liftanlage wichtig. „Die meisten (der Einheimischen – Anmerk. d. Red.) lernen an unseren Talliften Skifahren“, so Bucher. „Das wird wunderbar angenommen.“ Auch die Skiclubs aus Füssen, Schwangau und Halblech trainieren an den Hängen. 

Mehr Schnee, weniger Zeit 

Einmal richtig beschneit, reiche der Schnee für „drei Monate Skifahren“, erklärte der Geschäftsführer. Doch bisher hat die Tegelbergbahn nur eine Pumpe. Und damit konnte man nicht alle Pisten gleichzeitig beschneien. Während man beispielsweise die Hauptabfahrt mit Schnee versorgte, konnte man nicht die Pisten am Reitlift und die Loipe herrichten. „Das war eine Mordsherummurkserei“, so Bucher. Mit der Ertüchtigung der Pumpleistung von 60 auf 120 Liter pro Sekunde, könnte die Anlage in der gleichen Zeit doppelt so viel Schnee produzieren. Damit könne man alles parallel beschneien, was wichtig sei bei immer kürzeren Kältefenstern. Der Wasser- und Energieverbrauch bleibe dabei aber gleich. Nur die Kosten fürs Personal halbieren sich, so Bucher. Aber: „das Personal wird am Lift gebraucht.“

Für das ganze Projekt muss die Tegelbergbahn GmbH &Co.KG allerdings tief in die Tasche greifen: rund 800.000 Euro kostet es. Der erste Teil wurde bereits umgesetzt: Im vergangenen Jahr wurden Leitungen mit 15 Zapfstellen entlang des Adler- und Falkenliftes verlegt. Dafür legte die Gesellschaft 272.000 Euro auf den Tisch. Für die Druckerhöhung der Pumpe fällt nochmal so viel an. Dazu kommen noch Leistungen wie beispielsweise der Baukosten-zuschuss, von insgesamt 55.000 Euro und die Kosten für sechs zusätzlichen Schneekanonen von insgesamt 180.000 Euro. 

Investition für Kinder 

Von den drei Kommunen, Füssen, Schwangau und Halblech, die an der Bahn beteiligt sind, erhoffen sich die Gesellschafter nun einen Infrastrukturzuschuss. Der darf nach europäischen Recht aber nicht höher sein als 200.000 Euro für alle drei Gemeinden zusammen. Die Hauptlast tragen also die privaten Gesellschafter. Schwangau habe schon „ja“ gesagt, erklärte Iacob. In Halblech werde darüber noch entschieden. „Wir müssen unseren Beitrag leisten“, sagte der Rathauschef. Schließlich habe man einst den Lift am Galgenbichl wegen der schlechten Qualität und Schneeverhältnisse aufgegeben. Es sei wichtig, dass die Füssener Jugendlichen weiterhin selbständig mit dem Bus nach Schwangau fahren können, um dort Skifahren zu lernen und dafür nicht extra nach Tirol gehen müssen. „Die Tegelbergbahn braucht eine Sicherheit. Wir sollten zeitnah einen Beschluss fassen“, appellierte Iacob. 

Das Skigebiet aufgeben, das wollte von den Stadträten keiner. „Der Nutzen steht gar nicht in Frage“, meinte beispielsweise Wolfgang Bader (SPD). Auch Niko Schulte (CSU) sprach sich für das Projekt aus: Die Investition, die er auf 80.000 Euro schätzt, sei zwar kein „Pimperlesbetrag“. „Das sollte uns aber als Infrastrukturmaßnahme für unsere Kinder wert sein“, meinte er. Zumal das Skigebiet für die privaten Gesellschafter ein „Draufzahlgeschäft“ sei. „Ein verlorener Zuschuss ist es sicher nicht“, meinte auch Ursula Lax (CSU). Die Maßnahme sei sowohl für die Einheimischen als auch für die Gäste. Allerdings sollte man das Projekt schnell umsetzen, empfahl Lothar Schaffrath (SPD), „damit die Investition Sinn macht und wir sie die nächsten zehn Jahre nutzen können.“ 

Der Bau soll 2016 beginnen, sagte Bucher. Die Stadt Füssen würde bei einer Beteiligung die Kosten auf zwei Haushaltsjahre aufteilen, so der Rathauschef. Wie hoch die für die Kommune sein würden? „Nein, dazu kann ich noch nichts sagen“, sagte Iacob dem Kreisboten. Weiter über das Projekt beraten haben die Stadträte im nichtöffentlichen Teil der Finanzausschuss-Sitzung. Ein Beschluss sei aber noch nicht gefallen, erklärte der Rathauschef auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Stadtrat werde in seiner kommenden nichtöffentlichen Sitzung darüber entscheiden. Aber: „Die Gespräche waren nicht ablehnend. Wir sehen uns schon als Partner und wollen für die Bevölkerung die Skifahrmöglichkeit erhalten“, erklärte der Rathauschef. Katharina Knoll

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