Schlösserverwaltung eröffnet Wanderausstellung in Füssen

Brüllen wie der bayerische Löwe

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Alphornbläser und ein Blechbläserensemble der Harmoniemusik Füssen umrahmen musikalisch die Ausstellungseröffnung „Gut gebrüllt! – Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen“, zu der Bernd Schreiber (Dritter v.r.), Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, anreiste.

Füssen – Im städtischen Museum sind die Löwen los: Seit Donnerstag gastiert hier die Wanderausstellung der Bayerischen Schlösserverwaltung „Gut gebrüllt! - Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen“.

Ob aus Stein, auf Gemälden, Wappen oder als Türknauf – der Löwe ist in Bayerns Schlössern und Burgen fast überall zu finden. Anhand von 50 Originalen und zahlreichen Abbildungen auf Leuchtkästen zeigt die Schlösserverwaltung die rund 800-jährige Geschichte des bayerischen Symboltiers: Von den Anfängen im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Mit wallender Mähne sitzt er da und zeigt seine Reißzähne, während er den Torbogen nicht aus den Augen lässt: Obwohl König Ludwig II. eine besondere Beziehung zu Schwänen hatte, ist selbst auf Schloss Neuschwanstein ein Löwe zu finden. In 50 Metern Höhe sitzt er als Hüter des Hauses auf dem Ostgiebel des Schlosses.

Doch wie begann eigentlich die Herrschaft des Löwen in Bayern?

Antworten darauf liefert die Wanderausstellung, die Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung in Vertretung für Heimatminister Dr. Markus Söder am Donnerstag im Museum der Stadt Füssen eröffnete. In fünf Abteilungen beleuchtet sie die Geschichte des Löwen als Wappentier, als König der Tiere und Tier des Königs, in Verbindung mit dem mythologischen Herkules und als Symbol des Königreichs Bayerns.

Los ging alles im Jahr 1214, als sich die Wittelsbacher die Pfalzgrafschaft bei Rhein einverleibten, erklärte Dr. Matthias Memel bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Sie brachte den Wittelsbachern die Kurwürde, was sich auch im Wappen niederschlagen musste. So zog der pfälzische Löwe, ein Symbol für Kraft und Stärke, ins bayerische Wappen ein.

Fortan war er fest mit dem Adelsgeschlecht verbunden. Lange führten die Wittelsbacher ihre Abstammung sogar auf den mythologischen Löwenbezwinger Herkules zurück. So sollte der Ruhm des antiken Helden auch ihrer werde.

Neben Löwensymbolen hielten sich die Wittelsbacher im 16. und 17. Jahrhundert sogar echte Löwen. Ihr Gebrüll war in der Burg Trausnitz über Landshut und im Alten Hof in München zu hören, so Memmel. Von dort war es nur noch ein kleiner Schritt, dass die bayerischen Herrscher selbst als Löwen tituliert und mit deren Eigenschaften bezeichnet wurden.

Gut gebrüllt, Löwe!

Mit der Aufklärung war damit allerdings Schluss. Der Löwe als Zeichen der Stärke wurde zunächst Bavarias Begleiter bevor er sich emanzipierte und zum „alleinigen Symbol Bayerns wurde“, so Memmel.

Quiz und Brüll-Studio

Neben der Geschichte Bayerns anhand des Löwen soll die Ausstellung aber auch zu einer Entdeckungsreise, zur „Löwensafari“, anregen. Denn „man sieht nur, worauf man achtet“, so Memmel.

Wenn die Besucher künftig durch Bayerns Schlössern gehen, werden sie überall Löwen entdecken, auf Öfen, Kaminen, Porzellan und Tischen. Ein kleiner Auszug davon ist auch in der Ausstellung zu sehen. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, hat die Ausstellung neben einem Quiz für Kinder und Jugendliche auch die „Bavaria-Brüll-Studios“ nach Füssen gebracht. „Jeder kann seine Brüllqualitäten unter Beweis stellen“, so Schreiber. Am meisten haben bisher die Oberbayern gebrüllt, aber am lautesten sind derzeit die Schwaben. „Passen Sie auf, dass Sie den Rekord halten“, so Schreiber.

Denn im Anschluss zieht die Ausstellung in die Oberpfalz. Also „brüllen Sie so laut wie Sie können. Brüllen Sie wie der bayerische Löwe“, sagte Memel.

Heimat als Haltepunkt 

In seiner Rede blickte Schreiber auf die Bayern und ihre Identität, zu der auch der Löwe als Symbolfigur des Landes beitrage. „Wir in Bayern wissen, was Heimat ist und wissen sie auch zu schätzen“, so Schreiber. Sie biete Haltepunkte in einer globalisierten Welt. Er bedankte sich abschließend nicht nur für die gute Zusammenarbeit mit dem städtischen Museum, sondern auch für den „herzlichen und fast kaiserlichen Empfang. Das toppt eigentlich alles“, so Schreiber.

Katharina Knoll

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