Fan-Fest geht in die Hose

Der EV Füssen kann einfach nicht mehr siegen. Die beiden letzten Spiele gingen in Deggendorf mit 3:2 nach Verlängerung und zuhause gegen Dortmund mit 1:4 verloren. In Deggendorf waren die Füssener auf Revanche für die 3:2-Niederlage im ersten Spiel der Punkterunde aus. Das gelang aber nur bedingt, denn bei fast doppelter Zahl an Torschüssen mussten sie sich nach zwei torlosen Dritteln und einem 2:2 im letzten Abschnitt in der anschließenden Verlängerung bereits nach 39 Sekunden geschlagen geben.

Die Führung der Deggendorfer durch den Ex-Füssener Markus Guggemos bei zweifacher Überzahl glich Kapitän Erich Nadeau (Helmbrecht, Naumann) in der zehnten Minute aus. Nicht einmal zwei Minuten später verwandelte Nadeau einen Penalty zur Führung, die aber nur vier Minuten hielt, denn Deggendorf war mit einem Glückstreffer zum Ausgleich erfolgreich. Zahlreiche Chancen – 4:14 Torschüsse allein in diesem Abschnitt zugunsten des EV Füssen –, brachten nur zwei Tore. Die Niederbayern waren da mit zwei Toren bei vier Chancen wesentlich effektiver. Dass dann ausgerechnet wiederum Guggemos in der Overtime seinem Heimatverein die Niederlage beibrachte, ist besonders bitter. Mit dieser Niederlage hatte der EVF die „Rote Laterne“ bis zum Heimspiel gegen Dortmund. Diese Partie in die Arena zu verlegen war angesichts der bisherigen Erfolge der Mannschaft gewagt, doch die Erwartungen der „Macher“ erfüllten sich, denn es kamen immerhin 1670 Zuschauer. Die Stimmung war gut, die rund 60 Dortmunder Fans eine Wohltat gegenüber manch anderer Gruppierung, so dass die zugegeben glückliche Führung durch Sebastian Eickmann (Okonek, Friedl) bereits in der sechsten Minute Erfreuliches hoffen ließ. Doch das weitere Geschehen auf dem Eis konnte zumindest den Füssener Fans keine Freunde bereiten, denn was dann kam, war einfach nicht zu verstehen. Florian Glaswinkler, der den erneut angeschlagenen Andre Irrgang im Tor des EVF vertrat, machte seine Sache recht ordentlich. Frust anzumerken Dass ihn aber seine Vorderleute des Öfteren brenzligen Situationen auslieferten und zum Teil mit Todespässen vor dem eigenen Tor unnötige Gefahr heraufbeschworen, war ebenso wenig zu verstehen wie die Leistung einiger Stürmer an diesem Abend. Trotzdem gelangen Sakaluk und Stähle binnen nicht einmal einer Minute die 2:1-Pausenführung, die bis zum letzten Abschnitt hielt. Zwar hatte Füssen bei einigen Szenen Pech, doch Pech hat nur der, der nicht bis zum Letzten um sein Glück kämpft. In Überzahl traf Roman Weilert zum vorentscheidenden 3:1 nach exakt 43 Minuten. Den Frust über die indiskutable Leistung der gesamten Mannschaft merkte man besonders Verteidiger Ricky Helmbrecht an, der sich nach drei „normalen“ Strafen zum Spielende noch eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen Unsportlichkeit einhandelte. Zuvor hatte Manuel Neumann zum 4:1-Endstand für die Dortmunder Elche getroffen. Über das schlechte Spiel der Leopards können auch die milden Worte von Trainer Georg Holzmann nicht hinwegtäuschen, der seine Mannschaft nicht in die Pfanne haute, sondern zumindest teilweise gute Ansätze sah. Aber die reichten einfach nicht. Die Fans und auch die endlich wieder einmal zahlreichen „Normalzuschauer“ wurden leider enttäuscht. Die Mannschaft hat die große Chance auf möglicherweise mehr Zuschauerzuspruch in den nächsten Spielen gefährdet. Nicht nur die so genannten Leistungsträger sondern auch die jungen Spieler, die sich ja eigentlich langsam an die Oberligaluft gewöhnt haben müssten, können nur hoffen, dass die leidensfähigen Fans weiter zu ihnen halten. Dass die Mannschaft tatsächlich wesentlich besser ist, hat sie bereits bewiesen. Dass sie es immer noch ist, kann sie in den nächsten Heim- und Auswärtsspielen zeigen.

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