"Spielhahnjäger" und Reservisten gedenken auf dem Falkenstein der Kriegsopfer

Erinnern an die Gefallenen

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Michaela Waldmann, Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Pfronten: „Ein solcher Gottesdienst ist der würdige Rahmen für Gedenken und Achtung gegenüber den Opfern“.

Pfronten – Zum 60. Mal jährte sich jetzt die Erfüllung des Versprechens der Soldaten der ehemaligen 97. Jägerdivision während der Kriegsweihnacht 1944: Sich nach dem erhofften baldigen Ende des Krieges in allen Notlagen zu helfen und der Kameraden mit einer Bergmesse zu gedenken, denen die Rückkehr in die Heimat nicht vergönnt sein sollte.

Für die hochbetagten Veteranen hat die Pfrontener Reservistenkameradschaft bereits seit einigen Jahren die Verpflichtung übernommen, die Bergmesse auszurichten und das Denkmal zu pflegen. Bei traumhaftem Sommerwetter zelebrierte Pfarrer Bernd Leumann, begleitet von der Pfrontens „Harmoniemusik“, die feierliche Bergmesse. Er mahnte in seiner Predigt: „Voraussetzung für den äußeren Frieden ist der innere Friede. Wenn der Mensch mit Gott und mit sich selber nicht im Reinen ist, keinen inneren Frieden hat, tut er sich schwer, den Frieden mit anderen Menschen zu halten“.

Für Pfronten Bürgermeisterin Michaela Waldmann ist es zeitgemäßer denn je, dass sich die Gesellschaft der Ursachen erinnert und aktuelle Entwicklungen wachsam beobachtet. „Denn die beiden Weltkriege haben tiefe Wunden in der Gesellschaft hinterlassen, kaum eine Familie hatte nicht einen gefallenen oder vermissten Soldaten zu beklagen“, sagte sie. „Ganze Generationen wurden von den Folgen beeinflusst und Lebensläufe geprägt.“

 Oberstleutnant Marc Paare, neuer Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus Füssen, führte persönlich die Abordnung der Pfrontener Patenkompanie an. Er zeigte sich beeindruckt von der Heimatverbundenheit im Allgäu, dem Traditionsbewusstsein und dem tiefen Glauben. Er zitierte den Staatsmann Perikles, der schon vor 2500 Jahren feststellte: „ Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht“, und ergänzte: „Ich denke, wenn er diesen Gottesdienst heute sehen könnte, hätte er seine Freude daran. Hier oben am Berg, wo wir denen die nicht mehr unter uns sein können, ohnehin ein gutes Stück näher sind“.

Horst Schädtler, Vorsitzender der Pfrontener Reservisten- und Veteranenkameradschaft, sprach die Gedenkworte für die Opfer der Kriege und der im Auslandseinsatz gefallenen Soldaten der Bundeswehr. Unter den intonierten Klängen von „Ich hatt‘ einen Kameraden“ und dem Salut der historischen Kanone legte er einen Kranz der Spielhahnjägerkameradschaft Allgäu/Falkenstein für die fast 14.000 Opfer der Division nieder. Die Pfrontener „Harmoniemusik“, die die Bergmesse auf dem Falkenstein seit Beginn an musikalisch begleitete, gab aus diesem besonderen Anlass für die Besucher aus Nah und Fern anschließend noch ein beeindruckendes Platzkonzert.

kb

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