20 Jahre Regionalentwicklung Außerfern

REA will stärker mit Bayern kooperieren

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REA-Obmann Alois Oberer (rechts) im Gespräch mit dem REA-Geschäftsführer Günter Salchner.

Reutte – Ihr 20-jähriges Bestehen hat jetzt die Regionalentwicklung Außerfern (REA) gefeiert. Bei dem Fest wurde die Forderung laut, die Zusammenarbeit mit den bayerischen Nachbarregionen auch in den kommenden 20 Jahren weiter zu forcieren.

Am 22. Juni 1995, ein halbes Jahr nach dem Beitritt Österreichs zur EU, fand die konstituierende Sitzung der Regional-entwicklung Außerfern statt. Zentrales Motiv für die Vereinsgründung war es, Mittel aus den EU-Strukturfonds an Land zu ziehen und damit die Entwicklung voranzutreiben. Die Bilanz nach 20 Jahren kann sich sehen lassen. Rund 35 Millionen Euro an Förderungen flossen in die Region. Damit wurden an die 80 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst. Die Zusammenarbeit mit den bayerischen Nachbarregionen spielte von Beginn an eine zentrale Rolle. Beispiele aus jüngster Zeit sind der Lechweg und die Markenentwicklung „Zugspitzarena Bayern-Tirol“. 

Zum 20-jährigen Bestehens hatte die REA in die Wirtschaftskammer in Reutte zur Geburtstagsparty eingeladen. Rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und NGOs waren der Einladung gefolgt. Aus dem Allgäu waren Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu GmbH, und Kerstin Duchardt, Geschäftsführerin der Euregio Via Salina, nach Reutte gekommen. Für beide hatte Reuttes Bürgermeister Alois Oberer als REA-Obmann wichtige Botschaften parat: Die Zusammenarbeit mit den bayerischen Nachbarregionen gelte es weiter zu forcieren. Als Beispiel nannte Oberer den Verkehr. 

Die A7 endet am Grenztunnel Füssen. Auf Tiroler Seite zwängt sich beinahe jedes Wochenende eine Blechlawine durch das lange Nadelöhr B179 hinunter bis ins Inntal. Für Oberer steht fest: „Der Verkehr ist der Straße anzupassen und nicht umgekehrt“. Der weitere Ausbau der Fernpassbundesstraße zu einer Autobahn hatten die Außerferner Bürgermeistern bereits vor Jahren kategorisch abgelehnt. Zudem würde die Schaffung einer neuen, höherrangigen Transitstrecke der Alpenkonvention widersprechen. 

Als weiteren Schwerpunkt der Zusammenarbeit nannte Oberer die Bildung. Derzeit studieren gerade einmal zehn Außerferner an der Hochschule Kempten. Die Hochschule liege aber nur rund 35 Autominuten von Reutte entfernt. „Wer in Kempten studiert, bleibt der Region eher erhalten. Die anhaltende Abwanderung junger Abiturientinnen und Abiturienten, die in Innsbruck, Wien oder Graz ihr Studium beginnen, können wir uns auf Dauer nicht leisten“, resümiert Oberer. Das Interreg-Programm Österreich-Bayern biete viele Möglichkeiten, mit Projekten die Regionen stärker zu verbinden. Diese Möglichkeiten gelte es nun zu nutzen, meinte der Bürgermeister von Reutte. ed

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