Feneberg-Umzug: Runde drei

Das Gelände neben dem Curanum gehört jetzt der Firma Feneberg, die offenbar einen neuen Anlauf unternehmen will, dort einen Markt zu errichten. Foto: Archiv

Die Firma Feneberg hat die Hoffnung, ihren Markt in Pfronten-Ried von der Allgäuer Straße in die Meilinger Straße zu verlegen, noch nicht aufgegeben. Seit kurzem gehört dem Kemptener Supermarktbetreiber selbst das Gelände an der Meilinger Straße, das er zuvor mit dem früheren Eigner ECO zusammen mit einem neuen Markt bebauen wollte. Doch ein Bürgerentscheid hatte das Projekt gestoppt – und der Gemeinderat beschloss heuer, sich an diese Entscheidung zu halten.

Als ECO und Feneberg sich vor über zwei Jahren darum bemühten, das veraltete Supermarktgebäude durch einen Neubau jenseits der Bahnschienen neben dem Seniorenheim Curanum zu errichten, stießen sie im Gemeinderat durchaus auf Entgegenkommen. Ein Bebauungsplan wies das Areal als Mischgebiet aus, auf dem Wohnbebauung und in Maßen auch Gewerbe erlaubt ist. Der Gemeinderat beschloss, eine Sonderbaufläche für einen Supermarkt daraus zu machen. Doch eine Bürgerinitiative, angeführt von Reinhard Claves und Heinz Brodmann erwirkte einen Bürgerentscheid, um diese Änderung rückgängig zu machen. Die Pfrontener nahmen ihn mehrheitlich an. Bekenntnis zum Bürgerentscheid Das damalige Argument von Claves, Brodmann und Co: Das Gelände muss für eine Senioren-Nutzung frei bleiben. Doch das Gelände lag weiter brach bis schließlich der Bürgerentscheid verjährte. Im Frühjahr dann stellten ECO und Feneberg erneut einen Bauantrag, der Gemeinderat war aufgerufen, erneut über die Bebauungsplanänderung abzustimmen – und war dagegen. Bei einer Gegenstimme beschloss das Gremium, das ehemalige TSV-Gelände als Mischgebiet zu belassen und begründete das damit, dem Ergebnis des Bürgerentscheids Folge leisten zu wollen. In diesem Licht scheint es zweifelhaft, ob Standortmanager Thomas Feneberg erneut auf die Unterstützung des Gemeinderats hoffen kann. Der Rat müsste sein Bekenntnis zum Bürgerwillen zurücknehmen. Für die Initiatoren des Bürgerentscheids, die sich mittlerweile unter dem Namen „Unser Pfronten“ als Wählerliste formiert haben, ist der Verkauf dennoch eine schlechte Nachricht. Das Gelände sei „einer sinnvollen Bebauung entglitten“ urteilen Brodmann und Mitstreiter auf ihrer homepage www.unserpfronten.de. Sie üben im Internet scharfe Kritik. Bürgermeister Josef Zeislmeier werfen sie Untätigkeit vor, der Firma Kling Consult, die die Immissionsgutachten im Zuge der Bebauungsplanänderung erstellt hatte, unterstellen Brodmann und Co. offen, „Gefälligkeitsgutachten“ abgefasst zu haben. Das war bei Redaktionsschluss am Donnerstag auf deren Website zu lesen.

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