Zu viel Schlamm im Lechsee

Ein Luftbild des oberen Lechsees. Am linken Bildrand die Halbinsel mit dem Segelclub. Die rote Linie zeigt die Gemeindegrenze zwischen Lechbruck im Norden und Prem beziehungsweise Steingaden im Westen und Südosten. Das orange umrandete Areal zeigt den Schlamm direkt an der Mündung des Gruberbachs, das blaue Areal die Kiesbank. Repro: Sommer

Lechbruck – Das Problem begleitet die Lechbrucker schon länger. Der Gruberbach, der auf Höhe des Bootshafens in den oberen Lechsee mündet, verlandet immer mehr. Eine landkreisübergreifende Aktion soll jetzt das Schlammproblem lösen, erklärte kürzlich der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut.

Lechbrucks Bürgermeister Helmut Angl hatte beeindruckende Bilder parat. Sie zeigen den Gruberbach, damals noch an seiner ursprünglichen Mündung, das Wasser so gut wie abgelassen. Dafür sieht man den Schlamm, den das kleine Gewässer von Norden in den Lechsee einträgt – meterhoch. 2009 schon hatte die Gemeinde versucht, gemeinsam mit dem Stromerzeuger eon, den Schlamm abzubaggern und war an die Grenzen des machbaren gestoßen. Zu mächtig die Schicht, zu großflächig verteilt. Und auch zu unsicher, gab es seinerzeit schon Probleme mit einer im Schlamm steckenden Maschine. Dass auch der Badegast schlechte Chancen hat, sollte er in diesem Flachbereich des Sees feststecken, das treibt auch die Lokalpolitiker um. 

So wurden sogenannte „Seengespräche“ geführt, erstmal wurden dabei die Vertreter der Fachbehörden aus Oberbayern ins Boot geholt. Denn obschon das Einzugsgebiet des Gruberbachs in Lechbruck liegt und er dort auch mündet, das schlammige Sediment liegt auf Steingadener und Premer Flur. In diesem Bereich der kleinen Halbinsel mit dem Bootshafen verläuft die Gemeinde-, Landkreis- und damit auch Bezirksgrenze fast identisch mit der Wasserlinie. Deshalb auch habe man mit dem Wasserwirtschaftsamt sowie der Naturschutzbehörde in Weilheim gesprochen, so Landrat Johann Fleschhut beim Pressetermin in Lechbruck. Deshalb auch wurde der Amtskollege des Ostallgäuer Landrats Johann Fleschhut, Dr. Friedrich Zeller, ins Boot geholt, der an diesem Tag allerdings verhindert war. Dafür saßen im Rathaus die Vertreter der Behörden, von eon und auch der Anrainer. 

Das Gewässer, gemeint ist der obere Lechsee, sei so nicht nutzbar, sagte Fleschhut. Der Gast stünde davor und würde wohl schließen: „Schön wär’s ja. Aber hier hat man sich nicht  gekümmert“. Ein ansprechendes und nutzbares Gewässer sei ein Qualitätsfrage für die  Tourismusgemeinde Lechbruck. Man habe es mit riesigen Mengen Schlamm zu tun, so der Landrat, die man aber nicht so einfach aus dem See holen könne. Denn aufgrund seiner Zusammensetzung müsste der Schlamm deponiert werden, holte man ihn aus dem See. Das wiederum ließe die Aktion finanziell zu einem Problem werden. Man könne in den sensiblen Bereichen auch nicht einfach großflächig Material abtragen. 

Denkbar sei hingegen ein anderes Modell. Denn neben dem Schlamm gibt es, vor der Nachbarinsel im See, eine Kiesbank, die der Lech dort abgelagert hat. So könnte man Kies abbauen und in die ausgebaggerten Areale den Schlamm wieder einbauen. Mit dem Kiesabbau könnte man die weitere Aktion sogar finanzieren. Wünschenswert wäre es, so ein Anlieger, wenn der Lech künftig den Schlamm des Gruberbachs weiterverfrachten könnte. Dieses Konzept müsse man nun entwickeln und in einem mehrstufigen Plan realisieren, eventuell, so deutete Fleschhut an, müssten dazu eben auch weiter Finanzmittel, etwa auf Landes- oder sogar EU-Ebene erschlossen werden. Es dürfe keine Hauruck-Aktion werden, so Fleschhut, aber das Thema harre einer Lösung. Die wiederum einen Schub für Lechbruck bedeute. 

Nun müsse man nur am Ball bleiben, meinte Angl. Wie solle man etwa einen Investor begeistern, der auf eine Kloake schaue. Dabei hat der Lechbrucker Rathauschef auch die Immobilie Hallenbad im Blick. Ein Problem, das er nur zu gerne angehen würde, wie Angl andeutete. Dazu aber müsse man wieder von Lechbruck am See, mit der Betonung auf See, reden könne, meinte der Leckbrucker Rathauschef.gau

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