Am Dienstag wird voraussichtlich der Bahnhofsneubau beschlossen

Steht die Mehrheit?

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Der Füssener Bahnhof ist derzeit wahrlich keine Augenweide. Am Dienstag soll im Stadtrat entschieden werden, ob er abgerissen und neu gebaut wird.

Füssen – Dieser Termin wird von vielen Füssenern seit Wochen mit Spannung erwartet: Am kommenden Dienstag, 9. Dezember, will der Stadtrat in einer Sondersitzung über den Bauantrag zum Neubau des Füssener Bahnhofs durch die Firma Hubert Schmid entscheiden. 

Derzeit deutet vieles daraufhin, dass sich unter den 24 Stadträten eine eindeutige Mehrheit für das Neubauprojekt findet. 

nterdessen verdichten sich auch die Hinweise, wer in die geplanten Büroräume in dem Neubau einziehen wird. Wohl selten hat ein Thema in den vergangenen Jahren in Füssen derart hohe Wellen geschlagen wie der geplante Abriss und Neubau des Bahnhofs durch die Firma Hubert Schmid. 

Vor allem die Bahnhofsfreunde haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den Bahnhof dem Marktoberdorfer Unternehmen abkaufen und nach historischem Vorbild sanieren zu können (der Kreisbote berichtete mehrfach). Davon unbeeindruckt soll der Stadtrat am Dienstagabend in einer Sondersitzung über den Bauantrag zum Neubau entscheiden. Bis Ende der Woche sollten allen Stadträten die Unterlagen dazu zukommen, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) dem Kreisbote auf Anfrage erklärte. 

Die Fraktionsvorsitzenden sind nach Informationen des Kreisboten bereits am Mittwochabend über die Pläne des Bauunternehmens informiert worden. 

Bereits im Vorfeld zeigte sich Iacob optimistisch, die Stadträte für den Bahnhofsneubau gewinnen zu können „Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit die Notwendigkeit eines Bahnhofneubaus erkennt“, sagte er. „Wir wollen in bestimmten Schritten weiterkommen!“ 

Dass das Gremium am Dienstagabend zu einem einstimmigen Beschluss kommt, gilt unter Beobachtern allerdings als sehr unwahrscheinlich. So sind allein mit Magnus Peresson (UBL/FDP), Dr. Christoph Böhm und Dr. Hans Martin Beyer (beide CSU) drei Stadträte bei den Bahnhofsfreunden organisiert. Es kann also davon ausgegangen werden, dass sie gegen einen Neubau votieren. Außerdem gehört Christine Fröhlich, Vorsitzende der Freien Wähler (FW) Füssen, ebenfalls zu der Gruppierung. 

Allerdings ist der tatsächliche Frontverlauf durch die Stadtrats-Fraktionen, wie in Füssen üblich, unklar. Lediglich die SPD-Fraktion wird sich nach bisherigen Recherchen unserer Zeitung einstimmig für den Neubau aussprechen. Das sagte uns Fraktionsvorsitzender Lothar Schaffrath. „„Es gibt keine Alternative“, betonte er. „Wir werden auf jeden Fall dafür stimmen.“ 

Auch CSU-Fraktionschef Heinz Hipp ist sich sicher, „dass die Fraktion nicht mehrheitlich hinter den Bahnhofsfreunden“ stehe. Das sei ihm so von seinen Kollegen gesagt worden, teilte er auf Anfrage des Kreisboten mit. Böhms Engagement für die Bahnhofsfreunde sei privater Natur und geschehe nicht im Namen der Fraktion. Er selbst sei jedenfalls für einen Neubau, da die Situation in Füssen nicht mit der des Bürgerbahnhofs in Leutkirch vergleichbar sei: „Die haben dort ein Gebäude gerettet, keinen Bahnhof“, verweist er darauf, dass auch ein Neubau in Füssen weiterhin als Bahnhof fungieren werde. 

Dr. Anni Derday, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, mochte sich am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung dagegen noch nicht festlegen, wie ihre Fraktion abstimmen werde. „Wir kennen weder die einen, noch die anderen Pläne“, erklärte sie. Dass Iacob die Fraktionsvorsitzenden erst Mitte der Woche informieren wollte, „ist ein bisschen knapp“, kritisiert Dr. Derday die Informationspolitik. 

Denn diese müssten wiederum dann über das Wochenende ihre Fraktionen ins Bild setzen. Grundsätzlich sei aber zu begrüßen, dass sich nach Jahren des Stillstandes überhaupt etwas am Bahnhof bewege. Bei 24 Stadträten könnte so letztlich Bürgermeister Iacob mit seiner 25. Stimme das Zünglein an der Waage sein. Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, wer in die geplanten Büroräume des Neubaus einziehen wird. 

Noch auf der Bürgerversammlung wollte Iacob keine Namen verraten. Gegenüber dem Kreisboten ließ er jetzt aber durchblicken, dass es sich um eine in Füssen ansässige, international operierende Firma handle, die dringenden Erweiterungsbedarf habe. 

Ist womöglich also PMG einer der künftigen Mieter im Bahnhof?

Matthias Matz

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