Die Firma Endress + Hauser Wetzer feiert Richtfest in der neuen Fertigungshalle

"Halbzeit bis zur Fertigstellung"

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Polier Manfred Kübler von der Firma Dobler und Architekt Peer Gollnick beim traditionellen Richtspruch in der neuen Halle von Endress + Hauser Wetzer.

Nesselwang – „Das Richtfest ist nicht nur für den Bauherren ein besonderes Ereignis. Es ist quasi Halbzeit bis zur Fertigstellung“, so Rainer Kühnel, der Projektleiter der Firma Endress + Hauser Wetzer für den Neubau beim Nesselwanger Spezialisten für Temperatur-Messtechnik.

Er ging bei der traditionellen Feier vor allem auf den Weg ein, den die neu errichtete Fertigungshalle genommen hat. „Die Zahl 18 spielt hier eine besondere Rolle. Am 18. April erfolgte der Spatenstich, am 18. November feiern wir Richtfest und vielleicht können wir im August 2017 – 18 Monate nach dem Spatenstich – die Halle einweihen“, so Kühnel weiter. 

Er lobte die Handwerker der 17 beteiligten Firmen und ihre Arbeit, die maßgeblich zum Gelingen beitrage und an diesem Tag im Mittelpunkt stand. Die bisher unfallfrei verlaufenden Arbeiten an der Fertigungshalle mit 4800 Quadratmetern Nutzfläche liegen Kühnel zufolge trotz der Wetterkapriolen im April/Mai und November mit dem frühen Wintereinbruch im Zeit- und Kostenplan. 

95 Prozent des Investitionsvolumens von insgesamt 10,4 Millionen Euro blieben in der Region, da fast ausschließlich Allgäuer Firmen die einzelnen Gewerke ausführen. Das Gebäude zeichne sich durch seine großen Fensterflächen aus, die bis zum Boden reichen und somit viel Tageslicht in die Halle bringen. 

Eine vorgehängte Fassade sorge im Gegenzug bei starker Sonneneinstrahlung für eine ausreichende Beschattung. Für eine fast autarke Energieversorgung sorgt der hohe Standard des Gebäudes und die große Photovoltaikanlage auf der Dachfläche. „Es ist eine Investition in den Standort Nesselwang“, sagte der Projektleiter. 

Die Firma ist seit 1990 am Standort im Nesselwanger Gewerbegebiet und seither kontinuierlich gewachsen. Die neue Produktionsfläche wird daher dringend benötigt. Ab 2017 gehen neue Produkte in die Serienfertigung und damit an die Kunden in aller Welt. Kühnel stellte noch einige beeindruckende Zahlen vor. 

So wurden 25.000 Kubikmeter Erde bewegt, 7500 Tonnen Illerkies (ca. 3000 Lastwagenfuhren) und 1083 Betonpfähle für die Gründungen verbaut. Bis jetzt wurden 3500 Kubikmeter Beton und 470 Tonnen Baustahl verarbeitet. 30 Stahlbetonträger mit einem Gewicht von jeweils 42 Tonnen wurden auf die Baustelle gebracht und mit einem Autokran an Ort und Stelle gehoben. 

„Das Material reicht für drei Fernsehtürme wie den beim Blender mit einer Höhe von 115 Metern“, so Kühnel. Der Fernsehturm steht im Kürnacher Wald bei der Oberallgäuer Gemeinde Wiggensbach. 

Dank an Gemeinde 

Harald Hertweck, der Geschäftsführer des Nesselwanger Standorts, dankte allen beteiligten Firmen und den Verantwortlichen.

Sein Dank galt auch der Marktgemeinde und dem Marktgemeinderat für ihre schnellen Entscheidungen und die durchwegs konstruktive Zusammenarbeit in allen Belangen. Er betonte die Wichtigkeit des Projekts für den Standort: „Es ist eine beeindruckende Halle. Eine erfolgreiche Umsetzung bedeutet auch eine hervorragende Planung“. 

Vor 18 Monaten wurde mit der Konzeptplanung zusammen mit der Firma Dobler Consult begonnen. „Der Bau, der von den Nesselwangern aufmerksam verfolgt wird, fügt sich gut in die Allgäuer Landschaft ein“, so Hertweck weiter. 

Bis zur Fertigstellung im vierten Quartal 2017 erfolgt nun der Innenausbau. Produktionsflächen, der Versand und administrative Abteilungen finden ihren Platz in der teilweise zweigeschossigen Halle. 

Im Untergeschoss befinden sich die Sozialräume für einen Teil der 420 Mitarbeiter des größten Arbeitgebers in Nesselwang, der bereits mehrfach mit dem „Great Place to Work“-Award ausgezeichnet wurde (der Kreisbote berichtete). 

Architekt Peer Gollnick von der Firma Dobler Consult, der die Projektsteuerung und Planung übernommen hatte, sprach von einem außergewöhnlichen Industriebau. Die Mitarbeiter können von ihren Arbeitsplätzen einen großartigen Ausblick auf den Säuling und das Zugspitz-Massiv genießen. 

Im Hinblick auf die Fassadengestaltung versprach er außerdem eine Überraschung. Zusammen mit dem verantwortlichen Polier Manfred Kübler übernahm Gollnick schließlich den traditionellen Richtspruch auf einer mit dem Richtbau geschmückten Hebebühne. 

Die Gläser, die beim Auftreffen auf den Boden zerbrachen, versprachen Glück für die Firma und alle Beteiligten. „Es ist eine Entscheidung für den Standort Nesselwang und die Zukunft“, so Bürgermeister Franz Erhart am Rande der Veranstaltung zufrieden.

Herbert Hoellisch

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