Die Premiere ist gelungen

Im Café International kommen Füssener und Asylbewerber ins Gespräch. Foto: Friedrich

Füssen – Das „Café International“ ist am Montag, 4. August, wieder Treffpunkt für Einheimische und Asylbewerber. Die Idee, einmal wöchentlich von 18 bis 20 Uhr im Füssener Jugendhaus, ein Treffen zu ermöglichen, habe beim ersten Mal „sehr gut funktioniert“, so Ingrid Stubbe vom Arbeitskreis Asyl.

„Wir haben lange nach einer Möglichkeit gesucht, wo wir bei Musik und Getränken vom Alltag abschalten, miteinander reden und den gegenseitigen Austausch weiter voranbringen können. Gern sind deshalb auch mögliche Arbeitgeber willkommen.“ Dass es ein solches Treffen jeden Montag im „Jufo“ geben werde, sei - wie  Stubbe erklärte – „dem Engagement von Stadtrat Lothar Schaffrath zu danken. Er hat sich sehr dafür eingesetzt, dass dies möglich wird.“ Vorteil des Jugendhauses sei die zentrale Lage und eine Atmosphäre, die bei den – meist jungen – Asylbewerbern ankomme. 

Man nehme den Jugendlichen in Füssen durch die auf zwei Stunden in der Woche begrenzte Sondernutzung nichts weg, so die allgemeine Meinung im Arbeitskreis. Die Aktivisten wissen, dass sie viel älter als die Asylbewerber sind. Es fehlen hier so heißt es selbstironisch, Mitarbeiter, die ihren 20. Geburtstag vor kurzem feiern konnten und nicht schon vor Jahrzehnten. Die mittlere Generation sei aber noch nicht vertreten. 

Entgegen anders lautender Meinung sind die Asylbewerber-Familien in Pfronten „gut untergebracht“, erklärte Marianne Kargus auf Nachfrage des Kreisboten. „Die Wohnungen in dem Haus sind in Ordnung“, bestätigt Schaffrath. Er selbst sei dort gewesen. „Im Außenbereich tut sich was.“ Es könnten nicht alle Schritte gleichzeitig erfolgen.  

Ein Land, neun Nationalsprachen

„Soziale Kontakte werden in der Teestube der evangelischen Kirche aufgebaut und gepflegt“, ergänzt Kargus. „Unser Kreis besteht aktuell aus 50 Leuten.“ Jeder engagiere sich so ,,wie es ihm persönlich möglich sei. „Für den Sommer wird ein Fest der Kulturen geplant. Den genauen Termin geben wir im August bekannt.“ Wenn Asylbewerber Englisch oder auch Französisch sprechen, gebe es laut Stubbe eigentlich keine Sprachbarrieren. Es sei dann auch leicht, zum Deutschlernen zu motivieren. 

Eine Gruppe aus Eritrea, die neu in Füssen ist, stelle den Arbeitskreis Asyl allerdings vor ein praktisch unlösbares Problem, weil die jungen Afrikaner keine Fremdsprache verstehen, auch nicht einzelne Wörter aus einem anderen „Duden“. Stubbe bedauert: „Wir können uns nur mit Handzeichen verständigen. Sprachlich funktioniert es nicht.“ Wie der Arbeitskreis recherchiert hat, gibt es in dem nordöstlich gelegenen Staat in Afrika neun Sprachen, die formal als gleichberechtigte Nationalsprachen gelten. 

 Alle Asylbewerber sollen auch während der Ferienwochen Deutsch lernen können. „Wir wollen verhindern, dass eine lange Unterrichtspause eintritt. Dafür brauchen wir Unterstützung“, so Stubbe. Unterricht finde in der Volkshochschule (vhs) am Kaiser-Maximilian-Platz statt. Wer sich hier engagieren und bei den Deutschstunden einspringen wolle, müsse kein Lehramtsstudium nachweisen. 

Wer verschenkt ein Fahrrad? 

Dringend benötigen die Asylbewerber Fahrräder. Das Fahrrad werde - nach Termin-absprache – von Mitarbeitern aus dem Arbeitskreis Asyl abgeholt, versichert Ingrid Stubbe. Wer Interesse daran hat, ein Fahrrad zu spenden, kann sich unter der Telefonnummer 08362/505 92 57 beim Arbeitskreis Asyl melden. cf

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