Werbegemeinschaft Füssen ist ohne Vorstand

Betretene Minen am Führungstisch der Werbegemeinschaft und bei Wahlleiter Adalbert Guggemos (links). Weil sich Vorsitzender Klaus Keller (2. von links) nicht zur Wahl stellte, droht das Aus der Interessenvertretung von Einzelhändlern und anderen Füssener Geschäftsleuten. Foto: cf

Füssen – Die Werbegemeinschaft mit über 100 Mitgliedern muss sich etwas einfallen lassen, um ihre Auflösung oder ein Ruhen des Vereins zu verhindern. Die ganze Vorstandschaft unter Führung von Klaus Keller stellte sich kürzlich in der Jahreshauptversammlung nicht zur Wahl.

Doch im Altstadthotel „Zum Hechten“ fand sich im Kreis von 27 Teilnehmern niemand, der den Vorsitzendenposten übernehmen wollte. Wie es weiter geht, blieb offen. 2012 hatte die Werbegemeinschaft laut ihren Berichten wieder viele Aktivitäten verzeichnet, die sehr erfolgreich waren. „Unsere Schlosstaleraktion wurde noch nie so toll angenommen wie zuletzt“, sagte Keller. „Die drei Marktsonntage und die anderen Angebote wie die Jazz-Tage, die wir gezielt unterstützen, sind aus Füssen nicht mehr wegzudenken. Es sind oft die kleinen Dinge, die eine Stadt lebenswert machen“, fasste er zusammen. Keller wies auch darauf hin, dass dank der Initiative des Vereins das Parken kundenfreundlicher geworden sei. Kassier Horst Fischer referierte über die geordneten wirtschaftlichen Verhältnisse. Er hinterlasse dem Nachfolgerteam „ein finanzielles Polster“. Die Kassenprüfung habe keinerlei Beanstandung ergeben, so Fritz Mögele und Manfred Schwenger. Der Füssener Bürgermeister Paul Iacob und Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier erlebten als Gäste nach der einstimmig erfolgten Entlastung des Vorstands eine vorläufige Bankrotterklärung. Mangels Kandidaten für den Vorsitzendenposten wurde eine hochemotionale Diskussion geführt. Anstelle von nützlichen Vorschlägen zur Problemlösung, die Wahlleiter Adalbert Guggemos mittels einer Aussprache bezwecken wollte, kam es zu massiven Schuldzuweisungen. Da Bürgermeister Iacob und Vorsitzender Keller nach manchem Zoff stets noch den für beide Seiten akzeptablen Kompromiss gefunden hatten, konnte das „schwierige Verhältnis“ der beiden Interessenvertreter ganz offensichtlich nicht der Grund sein, dass sich zur Stunde nicht einmal die ins Spiel gebrachten möglichen Nachfolger zur Verfügung stellten. Thomas Leichtl – aus dem Haus Trachten Werner – betonte, dass er „beruflich sehr viel unterwegs“ sei. Als Beisitzer jedoch wäre er zur konstruktiven Mitarbeit bereit. Daniel Hierl, der 2012 die Stadtapotheke übernahm, bezeichnete den Zeitpunkt für sich als noch etwas zu früh, um in Füssen eine Schlüsselposition zu haben. Holger Höhne von Optik Niebler wiederum sah die notwendige Unterstützung überhaupt nicht gegeben, wenn diese Wahl nur von 27 Stimmberechtigten entschieden werde. Vorsitzender Keller, der frühzeitig explizit angekündigt hatte, kein weiteres Mal zu kandidieren, blieb seiner Haltung treu. Stellvertreterin Sabina Rieger und auch ihre Kollegen aus dem Gremium nahmen von einem Vorrücken auf dem Chefsessel Abstand. So fand keine Wahl statt. „Mit Bedauern stellen wir fest, dass aus der Veranstaltung keine Führungsgruppe entstanden ist, die Verantwortung für die Werbegemeinschaft übernehmen möchte“, so Tourismuschef Fredlmeier gegenüber dem KREISBOTEN. „Für eine Zieldefinition in Bezug auf die Entwicklung dieser Gemeinschaft“ stehe Füssen Tourismus und Marketing (FTM) „gern zur Verfügung“. FTM könne dabei helfen, „Brücken zwischen der Stadt und der Werbegemeinschaft zu bauen“. Satzungsgemäß müssen jetzt sämtliche Mitglieder der Werbegemeinschaft zu einer weiteren Versammlung mit dem Tages- ordnungspunkt Vorstandswahl eingeladen werden.cf

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