Wanderung zur Füssener Hütte

Ein Stück Allgäu mitten in Tirol

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Hüttenwirt Jörg Kratzer (links) ist im Sommer durchgehend auf der Füssener Hütte.

Musau/Füssen – Der September läutet das Ende des Alpsommers und die letzten Betriebswochen vieler Berghütten ein. Auch die Füssener Hütte bei Musau hat nur noch wenige Tage geöffnet. Hier bietet Wirt Jörg Kratzer auf 1150 Höhenmetern Kuchen, regionales Brot sowie Fleisch aus eigener Schlachtung an.

Der erste Schnee im Berg fällt meist schon im August, die Sommerferien sind vorbei und die Tage werden kürzer – der Herbst hält Einzug. Es wird wieder kühler, regnet öfter, kurze Hosen und T-Shirts müssen in wärmere Sachen getauscht werden. Trotzdem ist der „Altweibersommer“ oft die schönste Zeit zum Wandern. Das Laub färbt sich bunt, der Nebel zaubert beeindruckende Stimmungen in den Bergtälern und auf den Gipfeln und Hütten kehrt wieder Ruhe nach dem Trubel der Sommermonate ein. Leider ist der „Altweibersommer“ immer kurz, er dauert meist nur zwischen zwei und drei Wochen. Wenn er vorüber ist, endet auch für viele Berghütten der Betrieb. Bis Anfang Oktober können Wanderer nach einer anstrengenden Wanderung jedoch noch die gemütliche Einkehr in vielen Berghütten genießen. 

So zum Beispiel auch auf der Füssener Hütte bei Musau nahe Reutte in Tirol. Die auf 1550 Meter gelegene Hütte unterhalb der steilen Nordhänge von Gehrenspitze, Kellenspitze und Gimpel lädt mit einer sonnigen Terrasse und deftiger Hüttenküche zu einer gemütlichen Pause ein. 

Hüttenwirt Jörg Kratzer ist seit 2011 jeden Sommer auf der Hütte im Raintal in den Tannheimer Bergen. Die urige Hütte ist alt und gemütlich. Sie und der Boden auf dem sie steht gehört – obwohl von österreichischem Staatsgebiet umschlossen – der Stadt Füssen. Es wundert daher auch nicht, dass man vom Hüttenwirt in Allgäuer Dialekt begrüßt wird. Eigentlich wohnt der gebürtige Weissenseer mit seiner Familie in Trauchgau, dort arbeitet Frau Katharina unter der Woche als Erzieherin, die Kinder Rosalie und Gideon gehen dort zur Schule. 

Qualität und Regionalität 

„Ich bin natürlich im Sommer durchgehend auf der Hütte. Am Wochenende und in den Ferien kommt dann meine Frau mit den Kindern zur Unterstützung hoch und alle helfen fleißig. Und im Winter bin ich dann wieder ganz im Tal“, erzählte Kratzer. Der gelernte Schreiner, Metzgermeister und Jäger hat sich mit der Hütte einen Traum erfüllt. Die ist nicht nur für seine selbstgemachten Würste und den guten Schweinebraten bekannt, sondern auch für den selbstgebackenen Kuchen seiner Frau. „Wir legen vor allem Wert auf Qualität und Regionalität. Unser Käse kommt aus Weizern, das Brot vom Buchinger Bäcker und das Fleisch aus eigener Schlachtung. Am Montag haben wir Ruhe- und Schlachttag, da mache ich dann alles selbst“, erklärt Kratzer. 

Seinen Gästen bietet sich so eine kleine Auswahl aus Wildspezialitäten, Fleisch und Wurst aus eigener Herstellung, hausgemachten Kuchen, Suppen und natürlich auch Kaiserschmarrn – alles zu familiengerechten Preisen. 

Wer in den Genuss dieser Köstlichkeiten kommen möchte, hat dazu noch bis Anfang Oktober Zeit. Die Füssener Hütte ist über verschiedene Wege erreichbar, der familienfreundlichste ist sicher der über die Bergbahn Füssener Jöchle und das Raintaljoch zur Hütte. Nach der Bergstation brauchen die Wanderer ca. eine Stunde bis sie die Hütte erreichen. Für Mountainbiker bietet sich der Forstweg von der Bärenfalle (Musau-Roßschläg) über ca. neun Kilometer und 750 Meter Höhendifferenz an. 

Oben angekommen können sich Wanderer und Biker dann auf der Terrasse der Hütte stärken und die Ruhe genießen. „Hier heroben ist man noch richtig frei. Bei uns gibt es weder Fernseher noch Internet, auch das Handy hat hier keinen Empfang“, berichtet Kratzer. Die Hütte bietet sich außerdem als guter Stützpunkt für mehrere längere Touren in verschiedenen Schwierigkeitsgraden an. vh

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