Zu wenig Kindergartenplätze

Der Schock verklingt

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truhe“ – plus 19 Notplätze kann die Stadt Füssen derzeit anbieten. In Zukunft müssen es aber mehr werden.

Füssen – Als Ende Februar bekannt wurde, dass im kommenden Kindergartenjahr womöglich 32 Füssener Kinder mangels Masse keinen Kindergartenplatz bekommen können, war der Schock groß. Mittlerweile habe sich die Situation aber wieder etwas entspannt, wie Markus Gmeiner von der Stadtverwaltung im Stadtrat berichtete.

Demnach stehen derzeit nur noch 12 Kinder auf der Warteliste für das Kindergartenjahr 2016/2017, die nun in Weißensee und Pfronten in den Kindergarten gehen sollen. In den kommenden Jahren könnte sich die Situation aber derart verschärfen, dass die Stadt um die Einrichtung eines neuen Kindergartens nicht herum kommt. Aufgrund der aktuellen Geburtenzahlen muss nach aktuellen Berechnungen der Stadtverwaltung und der Bevölkerungsentwicklung davon ausgegangen werden, dass insgesamt 405 Kinder im Kindergartenjahr 2018/2019 einen Platz in einem Füssener Kindergarten brauchen werden.

Noch nicht mit einbezogen darin sind Flüchtlingskinder und wie sich deren Zahlen künftig entwickeln. Derzeit stehen in den drei Füssener Kindergärten aber nur 372 reguläre und 19 Notplätze zur Verfügung. „Spätestens 2018/2019 haben wir 20 Kinder mehr, die einen Kindergartenplatz brauchen“, erläuterte Gmeiner am Mittwoch vergangener Woche vor dem Stadtrat. Für die Stadt bedeute das nach derzeitigem Stand, entweder einen bestehenden Kindergarten zu erweitern oder aber einen weiteren Kindergarten mit zwei zusätzlichen Gruppen einzurichten. Schließlich hätten Eltern das Recht, einen Kindergartenplatz vor dem Verwaltungsgericht einzuklagen.

Bis dahin müssen aber zunächst weitaus konkretere Probleme angegangen werden. So standen bis zuletzt noch immer 12 Kinder auf der Warteliste für das Kindergartenjahr 2016/2017. Damit habe sich die Situation im Vergleich zum Februar, als plötzlich 32 Kinder ohne künftigen Kindergartenplatz dastanden, aber bereits deutlich entspannt. „Wir hatten Anfang Februar einen kleinen Schock“, blickte Gmeiner zurück. „Mit dieser Situation konnte keiner rechnen.“

Ungenaue Abfragen

 Mit verantwortlich für das Chaos bei den Zahlen seien die sogenannten Bedarfsabfragen, auf die nicht immer vollständig geantwortet werde. Mit Hochdruck sei daraufhin gemeinsam mit der Kindergartenaufsicht am Landratsamt an Lösungen gearbeitet worden. Unter anderem sei darüber nachgedacht worden, die Kinder im Jugendtreff, im evangelischen Gemeindehaus in der Kirchstraße oder in angemieteten Containern unterzubringen. Eine solche Containeranlage hätte die Stadt fast 150.000 Euro im Jahr gekostet.

Nachdem sich aber im Laufe der Wochen die Zahl der Kinder ohne Kindergartenplatz mehr als halbiert habe, entschieden sich die Verantwortlichen laut Gmeiner zu folgender Lösung: Weil sieben Kinder eine Betreuung bis lediglich 13 Uhr brauche, werden diesen ein Platz in der Kinderschule Weißensee angeboten. Die anderen, die eine längere Betreuung brauchen, sollen dagegen vorläufig bis zur Behebung der Raumnot in Füssen im katholischen Kindergarten St. Nikolaus in Pfronten untergebracht werden. „Dort ist eine Notgruppe eingerichtet und sind auch noch ausreichend Plätze vorhanden“, erläuterte Gmeiner den Stadträten.

Fahrdienst kommt

 Die Gemeinde Pfronten habe dem bereits zugestimmt. „Als Entgegenkommen für die Unterbringung in Weißensee und Pfronten wird bei nachgewiesenem, dringenden Bedarf ein Fahrdienst nach und von Weißensee und Pfronten eingerichtet“, kündigte Gmeiner an. Mit der Firma Kößler Busreisen habe es bereits ein erstes Gespräch gegeben. Die Stadt wird sich außerdem an den Personalkosten in Pfronten mit 20.000 Euro beteiligen. Diese Regelung gilt zunächst für ein Jahr. Der Stadtrat stimmte einstimmig zu.

kb

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