Stadtrat leitet Bebauungsplanverfahren für H&M-Markt ein

Prachtvoll sieht die Buche im Hof hinter dem ehemaligen Sparkassen-Gebäude im Herbst aus. Sie wird wohl der Kettensäge zum Opfer fallen. Foto: privat

Füssen – Das angedachte H&M-Geschäft in der Reichenstraße ist einen Schritt weiter: Am Dienstag hat der Stadtrat den Bebauungsplan auf den Weg gebracht, der den Neubau des Hauses ermöglicht. Bedenken hatten einige Räte aber wegen der geplanten Tiefgarage. 

„Es ist abzusehen, dass ein Miteinander von Baum und Tiefgarage auf Dauer nicht haltbar sein wird“. Mit seiner Formulierung hatte Bauamtschef Armin Angeringer – ob freiwillig oder nicht – die Lacher auf seiner Seite. Klar scheint damit: Wenn für den H&M in der Fußgängerzone neu gebaut wird und damit auch eine größere Tiefgarage entsteht, muss die markante Buche weichen, die den Hof zwischen Reichenstraße und Hinterer Gasse ziert. Dagegen hatten sich mehrere Bürger im Vorfeld der Sitzung stark gemacht, die in einem Brief an den Stadtrat baten, alle Alternativen zu einer Fällung zu prüfen beziehungsweise die Fällung aufzuschieben, bis der Öffentlichkeit die Maßnahme nachvollziehbar erklärt wurde. Ersatzpflanzungen seien in einem städtebaulichen Vertrag zwischen Bauherr und Stadt zu regeln, erklärte Angeringer.

Doch auch aus anderen Gründen war einigen Räten die Tiefgarage ein Dorn im Auge. Sie soll bis zu 62 Autos aufnehmen können, rund 100 Stellplätze wird der Bauherr jedoch nachweisen müssen. „Wie erklären wir zukünftigen Bauwerbern, dass wir 40 Prozent der Stellplätze wegfallen lassen?“, wollte Dr. Martin Metzger (BFF) wissen. „Wir lassen sie nicht wegfallen“, entgegnete Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Inwieweit die Parkplätze anderswo angelegt oder abgelöst werden, stehe noch aus. Eng könnte es in der Hinteren Gasse werden, wo die Tiefgarageneinfahrt liegen wird. Die Anwohner dort dürften – zusätzlich zum bereits vorhandenen Lieferverkehr – mit noch mehr Autos rechnen. Dabei sei die Situation schon jetzt schlimm, wie Magnus Peresson (UBL) beklagte. „Es wundert mich, dass es dort noch keinen Toten gegeben hat“, monierte er die Gefahr von Unfällen in der engen Gasse. 

Die sei zudem nicht für Schwerlastverkehr ausgelegt. Er forderte, die Stadt solle in einem städtebaulichen Vertrag festlegen, dass der Investor für etwaige Schäden an der Infrastruktur haften muss. Bürgermeister Paul Iacob erinnerte, dass es nur darum ging, den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen, und dass in den weiteren Schritten erst das „Wie“ zu Diskussion stehe. Gegen die Stimmen von Magnus Peresson und Dr. Martin Metzger gab der Stadtrat sein Okay zum Start des Bebauungsplanverfahrens. ps

Meistgelesene Artikel

1649 Stunden im Einsatz

Reutte – Viel zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr Reutte im vergangenen Jahr. Das wurde bei der Generalversammlung der Wehr im Hotel „Goldener …
1649 Stunden im Einsatz

Arbeiten am Comeback

Füssen – Die Freien Demokraten von der FDP wollen im September zurück in den Bundestag. Der Kemptener Stephan Thomae als erfahrener Kandidat und der …
Arbeiten am Comeback

Erfreuliche Entwicklung

Füssen – Beim Thema „Sport“ ist sich die Runde beim ersten SPD-Stammtisch im neuen Jahr einig. Besonders gefällt den Teilnehmern in den …
Erfreuliche Entwicklung

Kommentare