Gegen Klimaschutzkonzept

Im Schwangauer Gemeinderat hat man sich jüngst gegen ein Klimaschutzkonzept nach Landkreisvorgabe entschieden. Der Grund: Die Bürger könnten sich privat genauso gut informieren. Darüber hinaus bestünden laut Bürgermeister Reinhold Sontheimer keine freien Kapazitäten beim Personal in der Verwaltung der Schwangauer Gemeinde.

In der Februar-Sitzung hatten Vertreter des Landratsamtes und der Energieagentur eza das Konzept erläutert, ein Energieteam um und mit Mitarbeitern aus der Gemeindeverwaltung würden die Situation analysieren und Vorschläge für Verbesserungen erarbeiten. Dazu gibt es Bundesförderung, 65 Prozent der insgesamt über 22000 Euro würden bezahlt. Dafür bekäme die Gemeinde ein Konzept an die Hand, was man für den Klimaschutz im Ort tun könnte. Bereits in der Februarsitzung hatte Hauptamtsleiter Klaus Lang bereits signalisiert, dass er für diese Aufgabe keine Zeit erübrigen könnte und auf einen neuen Mitarbeiter in der Verwaltung verwiesen. Dieser verfügt aber noch nicht über ausreichende Kenntnisse, die wiederum für die Erfüllung dieser Aufgabe aber notwendig seien, war sich das Gremium sicher. Robert Berchtold: „Vom Grundsatz wäre es nicht schlecht. Wenn man aber nicht mit 100 Prozent dabei ist, ist jeder Euro vergeudet. Und in dieser Konstellation fehlt die Durchschlagskraft“. Es gebe im Dorf sehr wohl ein Interesse am Klimaschutz machten einige Räte aufmerksam, man könne doch jederzeit Fachbetriebe um Rat fragen. Dass allerdings schon seit einiger Zeit jeder für sich allein vor sich hin wurschtelt, konnte man den Worten Christoph Helmners entnehmen. So gibt es mittlerweile um die zehn Blockheizkraftwerke, die ausgesuchte Objekte mit Strom und Wärme versorgen. Der Gemeinde- rat hatte dieses Thema auf der Agenda, konnte sich seinerzeit aber nicht einigen. Andreas Schweige hatte ohnehin angedeutet, dass es eines „Kopfes“ bedürfe, der nicht nur über umfassende Kenntnisse verfüge. Ohne namentlich angesprochen worden zu sein, musste Bürgermeister Reinhold Sontheimer dieses Ansinnen zurückweisen. Er sehe sich nicht im Stande, Arbeiten abzugeben oder zu delegieren, so der Rathauschef, um die geschätzten 80 Stunden noch bewältigen zu können. Dabei hatte Sontheimer die Vorzüge des Konzeptes aufgezeigt: Im Gespräch mit Wildpoldsrieder Bürgermeister hatte Sontheimer erfahren, dass dort auf einen Schlag rund 200 Wärmepumen ausgetauscht wurden. Durch den Großauftrag hatten die Hauseigentümer Vorzugspreise bekommen, mit jeder Pumpe kann man zudem rund 100 Euro pro Jahr einsparen. Auch Klaus Röder hatte die Vorzüge des Konzeptes gepriesen, so bekäme man Anregungen, man wolle ja niemandem etwas gegen seinen Willen überstülpen versuchte er die Befürchtungen einiger zu zerstreuen. Ihm gelang es aber auch nicht, die Begeisterung zu wecken, weshalb mit 14:3 Stimmen das Klimaschutzkonzept abgelehnt wurde. Ende des Monats läuft die Anmeldefrist für die Förderung ab.

Meistgelesene Artikel

Eine vorsichtige Kalkulation

Nesselwang – Weniger Einnaben, geringere Schlüsselzuweisungen und gestiegene Kosten: 2017 wird wohl ein nicht so gutes Wirtschaftsjahr für die …
Eine vorsichtige Kalkulation

1649 Stunden im Einsatz

Reutte – Viel zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr Reutte im vergangenen Jahr. Das wurde bei der Generalversammlung der Wehr im Hotel „Goldener …
1649 Stunden im Einsatz

Arbeiten am Comeback

Füssen – Die Freien Demokraten von der FDP wollen im September zurück in den Bundestag. Der Kemptener Stephan Thomae als erfahrener Kandidat und der …
Arbeiten am Comeback

Kommentare