Gekrönte Häupter

Auch heuer wieder gestaltete sich das Heufest in Pfronten als das erwartungsgemäß besondere Ereignis. Wenn über dreißig gekrönte Häupter zu Besuch kommen, wird davon natürlich jede Veranstaltung überstrahlt, auch wenn diese noch so viele weitere Attraktionen zu bieten hat. Bereits am Freitag wurden die Hoheiten aus allen Teilen Deutschlands von der Pfrontener Heukönigin Michaela I im Brauereigasthof Falkenstein begrüßt. „Diesmal können wir sogar von einem internationalen Königinnentreffen sprechen", meinte Bürgermeister Beppo Zeislmeier, denn erstmals war eine Heukönigin aus Österreich mit von der Partie.

Am Samstagvormittag waren die attraktiven Damen zunächst auf dem Breitenberg im Berghaus Allgäu eingeladen, bevor sie im Haus des Gastes vom Bürgermeister Beppo Zeislmeier offiziell empfangen wurden. Hier stellten sich die Königinnen vor und trugen sich ins Gästebuch ein. Mit Kutschen und schmucken Oldtimern gings dann im langen Korso zum eigentlichen Veranstaltungsort, dem Platz vor dem Pfarrheim. Hoheitsvoll entstiegen die Damen den Kutschen, wurden von Moderator, Tourismusdirektor Jan Schubert, vorgestellt und erzählten von ihrer Tätigkeit in ihren jeweiligen Hoheitsgebieten. „Mit uns kann man gut Kirschen essen", betonte beispielsweise die Witzenhäuser Kirschenkönigin Nadine I, und lud zum Kirschenfest am kommenden Wochenende in ihre Heimat ein. Im Zelt gab es dann weitere Gespräche mit den Repräsentantinnen der verschiedenen Regionen. Die Weinkönigin aus Bruttig-Fankel an der Mosel, Christina II, informierte Einheimische und Gäste, unter ihnen Landrat Johann Fleschhut, dass in ihrer Heimat „beinahe jedes Dorf" eine Weinkönigin habe. Nicht näher auf das Thema einlassen wollte sich die Bayerische Maikönigin, als sie von Jan Schubert auf den Brauch des „Maibaumstehlens" angesprochen wurde. Eine besondere Ehrung erfuhr die Wurzelkönigin Michaela aus Bardowick, die mit 767 Kilometern den längsten Anfahrtsweg zu bewältigen hatte, genau sechs Kilometern mehr als die Deutsche Heidekartoffelkönigin von der Limburger Heide. Bestens bekannt schon in Pfronten: Die Rettenberger Bierkönigin aus Deutschlands südlichstem Bierdorf. Langsam steigerte sich die Spannung, wer denn wohl Pfrontens neue Heukönigin werden würde, aber zunächst erfolgte noch auf der Bühne der Anstich eines Fasses Heubier durch Bürgermeister Beppo Zeislmeier, assistiert von der Gattin des Inhabers des Braugasthof Falkenstein Mögele. Auf offener Bühne geehrt wurde auch anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Vorsitzende des Pfrontener Forums, Alfons Haf. Das Forum ist Initiator und Mitorganisator des Heufestes, die Ehrung wurde mit dem Dank an alle Helfer, Förderer und Sponsoren verbunden. „Ich habe soviel als Königin erlebt", betonte die scheidende Heukönigin Michaela I, „dass ich mir ein umfangreiches Redekonzept erstellen musste". Natürlich erhielt sie anschließend Dankesworte und viel Beifall, als sie an die neue Pfrontener Heukönigin ihr Zepter weiterreichte. Die Amtsträgerin heißt Susanne Egger, stammt aus Seeg und ist vor einiger Zeit „der Liebe wegen" nach Pfronten gezogen, wo sie in der „Schankwirtschaft" arbeitet. Als begeisterte Reiterin hat die 26-Jährige natürlich auch einen persönlichen Bezug zum Heu. Am Sonntag ging das Fest dann weiter mit der Königlichen Autogrammstunde und natürlich der Bayerischen Meisterschaft im „Hoinzen". Zahlreiche Besucher bevölkerten die Marktstände und ließen sich von Aktionen rund ums Heu unterhalten. Auch für beste Bewirtung und Musik von der „Jugendkapelle" und dem „sFünfarGspann" war wieder gesorgt. Hoinze-Wettbewerb Während einige Königinnen sich schon auf den Heimweg machten, fand dann mit Regenunterbrechungen der Hoinze-Wettbewerb statt. Hier beteiligten sich auch zwei Königinnen, die „Vesser Schwarzebeerkönigin" triumphierte dabei sogar über den Bürgermeister. Bei den Jugendlichen siegte Benedikt Bitzer vor Christoph Hausdorf. Nachdem sich bei den Herren Vorjahrssieger Hermann Linder bereits im Vorkampf verabschiedet hatte, war der Weg frei für den neuen Bayerischen Meister Albert Schneider, der in einem spannenden Finale Alois Heer bezwang.

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