Laienschauspieltruppe überzeugt mit ihrer Darbietung vom "Hotel zu den zwei Welten"

Treffpunkt zwischen Leben und Tod

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Blendende Premiere in Schloss Hopferau: Das „Treppenhaustheater“ brillierte mit dem Stück „Hotel zu den zwei Welten“.

Hopferau – Eine alte Theaterweisheit besagt, dass die Premiere gut gelingt, wenn die Generalprobe gründlich in die Hose geht.

So gesehen muss die Generalprobe des „Treppenhaustheaters“ zum Stück „Hotel zu den zwei Welten“, mit dem das achtköpfige Ensemble unter der Leitung von Regisseur Jürgen Schulz zum allerersten Mal im Schloss zu Hopferau aufgetreten ist, ein ziemlicher Reinfall gewesen sein. 

Die Premiere, bei der die ambitionierten Hobbymimen jetzt vor etwa 50 Zuschauern im ausverkauftem Treppenhaus brillierten, war für die Verhältnisse einer Laienschauspieltruppe schlichtweg großartig. Kein Wunder, dass das seit gut einem Jahr existierende „Treppenhaustheater“ nach knapp zwei Stunden langen und lauten Applaus für seine Darbietung bekam. Die Zuschauer der drei weiteren Vorstellungen des Stücks des französischen Autors Eric-Emmanuel Schmitt durften sich deswegen auf eine ganze Menge recht anspruchsvoller Unterhaltung freuen. Neben den imponierenden Leistungen der 

überzeugenden Mimen Claudia Spindler (Marie), Judit Breitruck (Laura), Lilian Holzammer (Magierin Radschapura), Susanne von Eichmann und Christine Brand (beide Dr. S.), Michael Wölfl (Julien), Paul Wengert (Präsident) sowie Anja Twardy (Raphael) trägt allerdings auch das Stück selbst einen beträchtlichen Teil dazu bei. Geht es darin doch um nichts weniger als die Themen „Leben“, „Tod“, „Schicksal“ und „Moral“. Infolgedessen wird das Schloss Hopferau mit dem „Hotel zu den zwei Welten“ gewissermaßen zu einem Ort, an dem Menschen aufeinandertreffen, die auf der Erde im Koma liegen und sich somit in einer Art Schwebezustand zwischen Leben und Tod befinden. 

Hier begegnen sich unterschiedliche Charaktere und unterschiedliche Lebenswege, die ein nachdenkliches, aber auch amüsantes Bild menschlicher Existenz zeichnen. Demnach erzählt das Stück eine ungewöhnliche Geschichte, bei der den Zuschauern bisweilen das Lachen im Halse stecken bleiben dürfte. Beispielsweise, wenn die Putzfrau Marie zugibt, dass sie „die schönsten Tage meines Lebens“ im Krankenhaus verbracht habe. 

Oder, wenn Julien, der nach einem Autounfall in das „Hotel“ eingelieferte Chefredakteur einer Sportzeitschrift, anfangs immer wieder auf vergebliche Weise unbeholfen versucht, daraus zu fliehen. Denn er will zunächst nicht glauben, was ihm widerfahren ist. Und schließlich vielleicht auch, wenn Dr. S. feststellt, dass die schlimmste Antwort auf die Frage, was der Tod sei, „eine Antwort darauf“ wäre. Ungewöhnlich gut dargeboten von dem Ensemble des „Treppenhaustheaters”.

lex

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