"December Project" erinnert musikalisch an die 60er und 70er Jahre

Ein Hauch von Woodstock

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Sein rotes T-Shirt hat Wolfgang Sauter nicht in Woodstock, sondern erst vor ein paar Tagen gekauft. Sein Instrument hat der Frontman von „December-Project“ aber schon jahrzehntelang – und wie die vier Kollegen – ziemlich gut im Griff.

Füssen – Wolfgang Sauer im roten Woodstock-T-Shirt und seine Kollegen von „December-Project“ nahmen am Wochenende in Bad Faulenbach die Publikumsschar auf den Nostalgie-Trip mit.

Die vielen Leute auf der Kneipp-Wiese genossen viele Songs, die auf dem legendären Festival in Woodstock 1969 zu Hits geworden sind. Die Zeiten ändern sich, sang 1964 Bob Dylan, der noch immer Live-Konzerte gibt. Kaum eine Band stand in der Beat- und späteren Rock-Ära bereits zu der Uhrzeit auf der Bühne, zu der das Konzert auf Plakaten angekündigt war. 

Anders verhält sich „December Project“, die Füssener Band mit einem Repertoire aus den 60er und 70er Jahren. „Mrs. Robinson“ oder „Heart of Gold“ erklingen vor den hunderten entspannt wirkenden Leuten auf der Kneippwiese in Bad Faulenbach daher schon, als es noch hell ist. 

Gitarrist und Sänger Wolfgang Sauer wandte sich um 20.30 Uhr – und damit pünktlich, so wie es die Bahn sein möchte – dem aufmerksamen Publikum zu. Er stellte seine Musikerkollegen Smuty Brückner am Schlagzeug, Klaus Görne, Mike Ostrowski und Danile Granito an den Saiteninstrumenten vor. 

Das rote T-Shirt Sauters – Aufschrift „Woodstock 1969“ – signalisierte das in den nächsten Stunden von der Band hoch konzentriert vorgetragene Programm. Oldies werden angesagt, illustriert von der Bilderschau im Hintergrund der Bühne. Möglicherweise ging es Sauter aber gar nicht darum, sich exakt nach der Uhr zu richten. 

Ein Blick auf die Wiese bei der Kneippanlage genügte, um zu erkennen, dass hier nur eines fehlte: handgemachte Musik. Die Gruppe stieg ein und demonstrierte ihre Lust auf Hippie-Musik, die mit den Namen David Crosby, Neill Young und Alben der blutjungen Beatles verbunden wird. 

Überzeugender Auftritt 

Das Publikum in Bad Faulenbach blieb dabei nicht passiv. Wenn vielleicht auch nicht mehr der komplette Text gespeichert war: der Refrain ist im Ohr: „Layla, you got me on my knees…“ „Klingt nicht schlecht“, so ein Füssener mitten im Publikum. Übersetzt heißt das: die Band ist wieder verdammt gut drauf. 

Sauer und Co. machten nicht den Fehler vieler Coverband, die voller Ernst sogar versuchen, wie Simon & Garfunkel und andere Megastars zu singen – was sie oft ins komische Fach abstürzen lässt. Die eingespielte Band gibt jeder Nummer eine eigene Note. Die Arrangements sind sehr gut durchdacht. 

Die Spielfreude der Füssener Fünf auf der Bühne ist groß. Freilich musste nicht stundenlang zugehört werden. Die Leute nutzen den Abend für Gespräche mit Freunden und Bekannten. Die Musik läuft dann im Hintergrund wie damals in der Stammkneipe, wo sich die Clique traf, weil dort die Wurlitzer stand: die Musikbox mit den neuen Singles. 

Auf Seite B war übrigens oft der bessere Song. Eingeladen zum Sommerabend auf der Kneipp-Wiese hatte die Interessengemeinschaft Bad Faulenbach, die großes Glück hatte, dass sich das Wetter so radikal geändert hatte und endlich wieder sommerlich war.

cf

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