Über 300 Pfrontener kommen zur Infoveranstaltung zum Skizentrum

Riesiges Interesse

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Das Pfrontener Skizentrum im Schein der Flutlichtanlage. Über die weitere Entwicklung informierte die Verwaltung jetzt die Pfrontener Bürger.

Pfronten – Das Interesse an der umstrittenen Weiterentwicklung des Pfrontener Skizentrums ist nach wie vor groß: Über 330 Bürger kamen am Montagabend ins Pfarrheim St. Nikolaus, um sich über die Pläne der Gemeindeverwaltung zu informieren.

Bürgermeisterin Michaela Waldmann und Tourismuschef Jan Schubert wiesen die Anwesenden auf die touristischen Überlegungen hin: Pfronten sei „Tourismusort für Familien und biete Freizeitaktivitäten wie Wandern, Skifahren, Rodeln, Rad- und Bergsportaktivitäten“. 

Darüber hinaus ist Pfronten „Höhenluftkurort“. Daher könne das Skizentrum, das heute Skizentrum Pfronten-Steinach GmbH heißt, im Sinne des Tourismus ganzjährig für Jung und Alt nutzbar sein. 

Bernd Trinkner, seit 2014 Geschäftsführer der Gemeinde im Skizentrum, stellte die vorgesehenen Maßnahmen sowie die Kosten im Detail vor. Eine moderne Beschneiung sei mittlerweile unumgänglich, wolle man im Winter die Pisten gut und schnell präparieren. Die heutige Beschneiungsanlage sei technisch überholt und reiche nicht aus, um die Pisten am Standard- und Familienlift zeitgemäß präparieren zu können, erläuterte er. 

Fünf Tage brauche man heute, um allein die Piste am Familienlift stückweise mit einer befahrbaren 30 Zentimeter Schneeschicht zu präparieren und noch einmal mindestens fünf Tage für den Rest bis zum Tiroler Stadl. 

Das müsse sich ändern, so Trinkner. Deshalb sei alles vorbereitet worden, um eine Beschneiungsanlage einzurichten, die mit 60 Liter pro Sekunde den Kunstschnee flächendeckend auf alle Pisten verteilen kann und die das Wasser bereits im Tank herunterkühlt. Beim Durchlaufen des Wassers in den Rohren erwärmt sich dieses. Daher sei auch eine Kühlung notwendig, was effizient und ökonomischer sei. Damit sei mit der neuen Anlage eine um sieben Tage schnellere Inbetriebnahme des Skizentrums als Wintersportstätte garantiert, erläuterte der Geschäftsführer. 

Aber nicht nur die Beschneiung soll die Attraktivität steigern, auch die roten, blauen und schwarzen Pisten sollen durch Hangegalisierungen und -modellierungen künftig modernen Anforderungen gerecht werden. Dazu gehören auch Wegverbreiterungen und Absicherungen. Bereits 2002 hatten die Betreiber dazu ein Geologisches Gutachten mit Baugrunderkundung eingeholt. Die baufachliche Stellungnahme kam im August 2012. Im Herbst des selben Jahres wurde eine ergänzende Stellungnahme zum Gutachten abgegeben. Im Oktober 2013 lag der Landschaftspflegerischer Begleitplan vor, eine Ergänzung zum Bodenschutz gibt es seit einem Jahr. 

Strenge Auflagen 

Die beiden Rodungsbescheide des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) für die notwendigen Arbeiten sind der Gemeinde im April 2013 bzw. Juli 2014 zugegangen. Die Stellungnahme des Naturschutzes müsse ebenso beachtet werden wie das immissionsrechtliche Gutachten der Firma Tecum. Weitere Genehmigungen wie die wasserrechtliche Genehmigung und Tektur am Pumpenhaus wurden bei den zuständigen Stellen eingereicht. „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass mit einer Erhöhung der Lärmschutzwand nördlich der Kühltürme auf fünf Meter eine ausreichende Abschirmung der Geräusche für die nördliche Nachbarschaft erreicht werden kann“, sagte Trinker. 

„Eine weitere Absenkung der Geräuschemissionen der Kühltürme ist damit nicht mehr erforderlich. Die Lärmschutzwand unterbindet außerdem die Sichtverbindung zwischen der Wohnbebauung und den Kühltürmen, was grundsätzlich positiv zu bewerten ist“, zitierte der Geschäftsführer außerdem aus dem Tecum-Schreiben. 

Erst kürzlich hatte die Gemeinde den Bauplan für die Lärmschutzwand abgesegnet, der jetzt beim Landratsamt Ostallgäu zur Bescheidung vorliegt. Der Landschaftspflegerischer Begleitplan sei unbedingt einzuhalten, hieß es weiter. Die Wiesen sollen schnellst möglich wieder hergestellt, die Bodenabtragungen stückweise wieder verwendet werden und alter Baumbestand teilweise erhalten bleiben. 

"Respektvoll und fair" 

Deutlich wurde beim Infoabend, dass ein Verfahren zur Modernisierung des Skizentrums unter Einhaltung aller Gutachten und Genehmigungen sehr lange dauern wird. Die Auflagen sind enorm, aber machbar. Die Gesamtkosten sind derzeit mit 5,1 Millionen Euro brutto veranschlagt. Die GmbH kann die Mehrwertsteuer geltend machen, was die Kosten um 19 Prozent senken würde. 

Die anschießende Diskussion „war respektvoll und fair“, freuten sich die Veranstalter. „Jedem, egal was er zum Thema zu sagen hatte, wurde applaudiert.“ Auch der viel diskutierte Sessellift wurde ins Gespräch gebracht: „Langfristig solle man den nicht aus den Augen verlieren.“

Johanna Lang

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