Gemeinderat empört über O2

Das Thema Mobilfunk hat am Donnerstagabend die Gemüter im Pfrontener Gemeinderat erregt. Besonders ärgerten sich die Räte über den Betreiber O2, denn der hatte trotz schriftlicher Einladung keinen Vertreter geschickt, um über seinen geplanten Handymast in Kreuzegg zu sprechen.

„Unser Job ist es, uns für eine Strahlungsminimierung stark zu machen“, brachte zu Beginn der Diskussion Gemeinderat Sebastian Nöß (Pfrontner Liste) das Problem auf den Punkt. Hier war es vor allem die Machtlosigkeit, die für Frust im Gremium sorgte. Denn wenn O2 in Kreuzegg auf einem Privatgebäude einen Mobilfunkmasten mit weniger als zehn Metern Höhe bauen will, ist das von öffentlicher Seite kaum zu verhindern. Nöß schlug zusammen mit seinem Fraktionskollegen Alfons Haf vor, O2 die nötige Stromversorgung zunächst vorzuenthalten, um sie an den Verhandlungstisch zu bringen. "Keine Repressalien" Eine Taktik, die rechtlich nicht zulässig ist, wie Bürgermeister Beppo Zeislmeier (SPD) erklärte. Es sei nämlich die Pflicht der Gemeinde, die Versorgung sicherzustellen. „Wir können keine Repressalien ausüben“, so der Rathauschef. Zeislmeiers Stellvertreter, Philipp Trenkle (PL), lobte hingegen den Anbieter T-Online, „die haben einen sehr moderaten Ton angeschlagen“, meinte er. Über die Pläne von T-Mobile, seinen Handymast im Burgweg um einen UMTS-Sender zu erweitern, werden die Räte in der nächsten Sitzung weiter beraten, denn erst dann wird eine Stellungnahme des Anbieters zu zu erwartenden Strahlungswerten vorliegen. Hier hatte der von der Gemeinde beauftragte Experte eine Strahlenbelastung von bis zu 8,2 Mikrowatt pro Quadratmeter prognostiziert. Die Debatte um den UMTS-Mast ging in der Diskussion um die Pläne von O2 in Kreuzegg und Grundsatzfragen beinahe unter – obwohl wegen des fehlenden Vertreters dieser Punkt von der Tagesordnung geflogen war.

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