Gemeinsam in die Zukunft gehen

Helmut Mark (links) und Dr. Hermann Starnecker haben in Füssen über den Weg „ihrer“ Bankhäuser mit dem baldigen Ziel einer Fusion informiert. Das ökonomische Verhältnis beträgt zwischen Starneckers VR Bank und Marks Raiffeisenbank derzeit zirka 3:1. In der Bilanzsumme ausgedrückt: 1060 zu 322 Millionen Euro. Foto: cf

Am 1. Januar 2013 wollen die VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu und die Raiffeisenbank Füssen-Pfronten - Nesselwang nach Angaben der Sprecher zur zweitgrößten Genossenschaftsbank in Schwaben fusionieren, das gaben beide Häuser auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in der VR-Filiale Füssen bekannt. Dabei sollen allerdings keine Stellen abgebaut werden.

Der Vorstandssprecher der VR-Bank, Dr. Hermann Starnecker, und der Vorstandssprecher der Raiffeisenbank, Helmut Mark, erklärten: seit etwa Weihnachten letzten Jahres näherten sich die Banken an. Beide Häuser wollten, wie gemeinsam betont wurde, frühzeitig ihr Vorhaben öffentlich machen, vor allem um erst gar kein Brodeln in der Gerüchteküche aufkommen zu lassen. „Fakt ist, wir müssen es nicht zusammen versuchen“, stellte Starnecker klar. Es sei keine Zwangsheirat. Im Gegensatz zu anderen Fusionen in der Wirtschaft soll der gemeinsame Weg ohne Abbau von Arbeitsplätzen eingeschlagen werden. Komme es zur geplanten Fusion, was praktisch aus den relevanten Gründen hundertprozentig wahrscheinlich sei, betrage der Personalbestand im neuen Unternehmen 458 Köpfe in 36 Filialen, so Starnecker aus Kaufbeuren. „Unsere fusionierte Bank hätte dann rund 91 000 Kunden“, freute sich Mark aus Pfronten. Die weiterhin stark in der Region verwurzelt Bank ginge als VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu mit einer Bilanzsumme von 1382 Millionen Euro in ihr erstes Geschäftsjahr. Der Bankdirektor erklärte weiter: „Dass es in Füssen Filialen beider Bankhäuser gibt, ist ein gutes historisches Miteinander. Bereits 1924 eröffnet ist die Zweigstelle in Füssen-West, Herzogstraße, die Jüngste. Viele Kunden sehen uns längst vereint. Unser geplanter Schritt ist deshalb auch aus diesem Grund nur folgerichtig.“ Nach Angaben beider Sprechern und Ralf Bomheuer, dem Prokuristen der VR-Bank, ist der Hauptgrund für die geplante Fusion, die eigenen Häuser gemeinsam in Zeiten zahlreicher Veränderungen in der Branche zukunftsfähig zu machen. Zwar gehe es jedem der beiden Häuser sehr gut, was aus den Jahresabschlüssen abzulesen sei, doch man sollte sich nicht weiterhin gegenseitig Konkurrenz machen, sondern im Sinne der Kunden gemeinsam planen. „Es muss nicht immer die Devise gelten: höher, schneller, weiter“, sagte Mark und wandte sich gegen den momentanen Wirtschaftstrend, der riskant sein kann. „Wenn wir die Fusion beider Häuser erreichen, ist es uns möglich den guten Standard zu halten. Hinzu kommt jedoch: Wir könnten durch spezialisierte Mitarbeiter zum Beispiel die Seniorenbetreuung noch weiter verbessern.“ Starnecker unterstrich die qualitative Ausrichtung im Bankwesen mit einem anderen Beispiel: „Die Jugend ist heute bei Facebook. Es gilt herauszufinden, ob wir jungen Leuten dort einen Zugang zu uns öffnen können.“ An der bisherigen Ausrichtung, für den Mittelstand, die Landwirtschaft und für jeden Privatkunden da zu sein, ändere sich nichts. „Wir wollen gestärkt und darüber hinaus qualitativ verstärkt in der Region vor Ort präsent sein“, hieß die gemeinsame Botschaft. Der entsprechende Beschluss zur Fusion werde erst gefasst, „wenn alle Unterlagen vorliegen“, so Mark. Mit Hinweis auf die nächste Vertreterversammlung, die im Mai stattfindet, ergänzte Starnecker: „Uns geht Qualität vor Schnelligkeit.“ Um Verständnis, dass es, wie Bomheuer sagte, bei „sicherlich unter zehn Prozent“ der Kundschaft zu neuen Kontonummern kommen werde, baten die Häuser schon jetzt. Für alle Kunden werde jedoch kein Weg daran vorbeiführen, sich an eine neue Bankleitzahl zu gewöhnen.

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